interaktiv

Die Lehrer von morgen

Post-Examens-Tief

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

05.06.2018

Liebe Leute, ich lebe wieder! Ich habe mein erstes Staatsexamen bestanden. Leider bin ich trotzdem nicht euphorisch, auch wenn das keiner verstehen kann. Von außen betrachtet müsste ich der glücklichste Mensch der Welt sein, in Wahrheit weiß ich nicht mehr, wo ich hingehöre und was meine Ziele sind.
Meine Freude hatte sich die ganze Zeit über eher in Grenzen gehalten, weil es einer sehr guten Freundin von mir gesundheitlich ziemlich schlecht geht. Einerseits mache ich mir Sorgen um sie, andererseits fehlt mir ohne sie eine wichtige Konstante in meinem Leben. Dadurch ist das Examen für mich zur Nebensache geworden und die Ereignisse verschmelzen zu einem großen, schlechten Gefühl.
Mittlerweile ist sie wieder auf einem guten Weg, doch eine andere gute Freundin und Kommilitonin hat mir am Tag meiner letzten Prüfung mitgeteilt, dass sie das Studium abbrechen wird – im 11. Semester, nur ein Jahr vor dem Abschluss, weil sie sich nicht mehr mit dem Schulsystem identifizieren könne. Sie ist so bestimmt in ihrer Entscheidung und kein bisschen resigniert - das hat es mir schwer gemacht, ihre Situation gedanklich von meiner zu trennen.
Zu all dem kommt noch mein Umzug Ende März. Ich bin jetzt in einer neuen Umgebung, muss meinen Alltag, meine Kontakte und meine Freizeit neu organisieren. Deshalb fühle ich mich gerade orientierungslos. Ich habe kein Ziel vor Augen. Weiter geht es erst ab Februar 2019, wenn ich mein Referendariat beginne. Ich hatte gehofft, es würde sich wie Freiheit anfühlen. Aber gerade bin ich eher niedergeschlagen und habe keine Energie dafür, die Bücher zu lesen und die Dinge zu tun, auf die ich mich die ganze Zeit gefreut habe.
Vielleicht sind die noch auszupackende Kartons eine Aufgabe, deren Erledigung mich wieder zufriedenstellt.

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