interaktiv

Die Lehrer von morgen

Wifi-los

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

11.06.2018

In meinem Studentenwohnheim gab es als ich mein Zimmer bezog noch keinen Internetprovider. Jeder Bewohner musste sich seinen eigenen Internetzugang organisieren. Damals holte ich mir ein Schnäppchen, im ersten Jahr zahlte ich pro Monat 15 Euro, im zweiten 30 Euro. Ich hoffte damals auf einen Mitnutzer, der sich die Kosten mit mir teilen würde.
Im Februar schloss das Wohnheim dann doch im Namen aller Bewohner einen Vertrag mit einem Provider ab, damit insbesondere Studierende aus dem Ausland direkt Internet zur Verfügung haben. Über ein Lan-Kabel kann sich nun jeder Bewohner einklinken. Die Miete wird hierfür um 10 Euro erhöht. Glücklicherweise konnte ich den Vertrag bei meinem Anbieter kündigen, ansonsten hätte ich 40 Euro pro Monat berappen müssen.
Ich wusste, dass die Umstellung vom einen Provider auf den anderen ein gewaltiger Akt wird. Ich bin nämlich eine richtige Null, wenn es um Technik geht. Als mein bisheriger Internetzugang abgeschaltet werden sollte, kaufte ich mir einen neuen Router, um das Lan-Kabel anschließen zu können. Natürlich erwarb ich den günstigsten, obwohl mich der Verkäufer warnte, ich könne das Gerät nicht ohne Hilfe installieren.
Ich versuchte, die Benutzeranleitung auszuführen, doch es wollte nicht recht klappen. Das war also mein Tag 1 ohne Wifi. Mir blieb nur das Internet an meinem Handy. An Tag 2 bat ich einen netten Mitbewohner um Hilfe. Er sagte mir, er schreibt mir wenn er kommt, doch dann passierte der Supergau: Auch mein Handy war internetlos, kein Netz! Ich war demnach völlig abgeschnitten von der Außenwelt und saß elendig vor meinem Laptop. Aufgeben ist aber nicht mein Ding. Ich schaute mir deshalb zum gefühlt hundertsten Mal den Router und die neue Buchse in der Wand an – und musste lachen: Kein Wunder, dass ich keinen Internetzugriff habe, wenn mein Kabel in der falschen Buchse steckt. Ich stöpselte es um und schon lief alles wie geschmiert. Erleichtert sagte ich meinem Helfer ab – wie peinlich es gewesen wäre, hätte er meine Unfähigkeit entdeckt!

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