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Die Lehrer von morgen

Wifi-los

In meinem Studentenwohnheim gab es als ich mein Zimmer bezog noch keinen Internetprovider. Jeder Bewohner musste sich seinen eigenen Internetzugang organisieren. Damals holte ich mir ein Schnäppchen, im ersten Jahr zahlte ich pro Monat 15 Euro, im zweiten 30 Euro. Ich hoffte damals auf einen Mitnutzer, der sich die Kosten mit mir teilen würde.
Im Februar schloss das Wohnheim dann doch im Namen aller Bewohner einen Vertrag mit einem Provider ab, damit insbesondere Studierende aus dem Ausland direkt Internet zur Verfügung haben. Über ein Lan-Kabel kann sich nun jeder Bewohner einklinken. Die Miete wird hierfür um 10 Euro erhöht. Glücklicherweise konnte ich den Vertrag bei meinem Anbieter kündigen, ansonsten hätte ich 40 Euro pro Monat berappen müssen.
Ich wusste, dass die Umstellung vom einen Provider auf den anderen ein gewaltiger Akt wird. Ich bin nämlich eine richtige Null, wenn es um Technik geht. Als mein bisheriger Internetzugang abgeschaltet werden sollte, kaufte ich mir einen neuen Router, um das Lan-Kabel anschließen zu können. Natürlich erwarb ich den günstigsten, obwohl mich der Verkäufer warnte, ich könne das Gerät nicht ohne Hilfe installieren.
Ich versuchte, die Benutzeranleitung auszuführen, doch es wollte nicht recht klappen. Das war also mein Tag 1 ohne Wifi. Mir blieb nur das Internet an meinem Handy. An Tag 2 bat ich einen netten Mitbewohner um Hilfe. Er sagte mir, er schreibt mir wenn er kommt, doch dann passierte der Supergau: Auch mein Handy war internetlos, kein Netz! Ich war demnach völlig abgeschnitten von der Außenwelt und saß elendig vor meinem Laptop. Aufgeben ist aber nicht mein Ding. Ich schaute mir deshalb zum gefühlt hundertsten Mal den Router und die neue Buchse in der Wand an – und musste lachen: Kein Wunder, dass ich keinen Internetzugriff habe, wenn mein Kabel in der falschen Buchse steckt. Ich stöpselte es um und schon lief alles wie geschmiert. Erleichtert sagte ich meinem Helfer ab – wie peinlich es gewesen wäre, hätte er meine Unfähigkeit entdeckt!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2018
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jun 11, 2018

Die Lehrer von morgen

Saftladen

„Was für ein Saftladen!“ – das war mein nicht ganz ernstgemeinter Kommentar zum neuen Gebäude der Informatik, nachdem ich dort mein erstes Tutorium zu „Analysis für Informatiker halten durfte. Das Gebäude und der Raum waren mir unbekannt, deswegen lief ich am Montagmorgen erst einmal durch den kompletten Neubau hinter der Mensa, bis ich meinen Raum gefunden hatte.
Damit fingen die Probleme aber erst an: Der Raum war nämlich verschlossen. Eine der Informatikerinnen, die vor dem Raum warteten, führte mich zur Informatik-Fachschaft, von wo aus mich einer der Fachschaftler zurück eskortierte und mit seinem Transponder den Raum zum Glück öffnen konnte.
Weiter ging es mit dem Whiteboard. Ich bin ein Fan von Tafelkreide, über Smartboards kann man diskutieren, aber Whiteboards gefallen mir überhaupt nicht. Damit musste ich mich allerdings wohl oder übel arrangieren. Darauf, dass sich kein einziger Whiteboardstift im Raum befand, war ich immerhin vorbereitet: In der Übungsleiterkonferenz hatte uns der Dozent der Vorlesung sicherheitshalber mit Stiften ausgestattet. Die Präsenzaufgaben wurden bearbeitet, die Tafel munter vollgeschrieben, dann tat sich allerdings ein weiteres Problem auf: „Hier ist kein Wischer!“ Die Informatiker waren zum Glück hilfreich beim Problemlösen und schlugen mir vor, doch einfach die Papierhandtücher beim Waschbecken zu nehmen, was tatsächlich ziemlich gut funktionierte.
Das restliche Tutorium lief allerdings gut. Einige der Studierenden sind sehr fit und mit 25 Leuten zu arbeiten, ist mal etwas anderes als meine deutlich kleineren Physikertutorien. Die Probleme wurden mittlerweile auch gelöst: Mein Chef teilte uns Tutoren persönliche Wischer aus und kümmerte sich darum, dass wir Transponder für die Räume bekommen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 8, 2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 8, 2018

Die Lehrer von morgen

Post-Examens-Tief

Liebe Leute, ich lebe wieder! Ich habe mein erstes Staatsexamen bestanden. Leider bin ich trotzdem nicht euphorisch, auch wenn das keiner verstehen kann. Von außen betrachtet müsste ich der glücklichste Mensch der Welt sein, in Wahrheit weiß ich nicht mehr, wo ich hingehöre und was meine Ziele sind.
Meine Freude hatte sich die ganze Zeit über eher in Grenzen gehalten, weil es einer sehr guten Freundin von mir gesundheitlich ziemlich schlecht geht. Einerseits mache ich mir Sorgen um sie, andererseits fehlt mir ohne sie eine wichtige Konstante in meinem Leben. Dadurch ist das Examen für mich zur Nebensache geworden und die Ereignisse verschmelzen zu einem großen, schlechten Gefühl.
Mittlerweile ist sie wieder auf einem guten Weg, doch eine andere gute Freundin und Kommilitonin hat mir am Tag meiner letzten Prüfung mitgeteilt, dass sie das Studium abbrechen wird – im 11. Semester, nur ein Jahr vor dem Abschluss, weil sie sich nicht mehr mit dem Schulsystem identifizieren könne. Sie ist so bestimmt in ihrer Entscheidung und kein bisschen resigniert - das hat es mir schwer gemacht, ihre Situation gedanklich von meiner zu trennen.
Zu all dem kommt noch mein Umzug Ende März. Ich bin jetzt in einer neuen Umgebung, muss meinen Alltag, meine Kontakte und meine Freizeit neu organisieren. Deshalb fühle ich mich gerade orientierungslos. Ich habe kein Ziel vor Augen. Weiter geht es erst ab Februar 2019, wenn ich mein Referendariat beginne. Ich hatte gehofft, es würde sich wie Freiheit anfühlen. Aber gerade bin ich eher niedergeschlagen und habe keine Energie dafür, die Bücher zu lesen und die Dinge zu tun, auf die ich mich die ganze Zeit gefreut habe.
Vielleicht sind die noch auszupackende Kartons eine Aufgabe, deren Erledigung mich wieder zufriedenstellt.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 5, 2018
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 5, 2018