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Die Lehrer von morgen

Hochsensibilität - 1

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

18.07.2018

Heute möchte ich ein Thema ansprechen, das mir besonders am Herzen liegt: Hochsensibilität. Ich wusste selbst lange nichts von diesem Phänomen und habe erst über das Internet davon erfahren. Doch schon nach fünf Minuten des Lesens wusste ich, dass es die wohl beste Erklärung für viele meiner Charaktereigenschaften ist, die ich bisher gefunden habe.
Ich bin kein Fan davon, sich selbst nach einer Google-Recherche Diagnosen zu stellen, und ich möchte damit keineswegs alles entschuldigen, was mir nicht an meinem Verhalten gefällt. Trotzdem erklärt es vieles und dafür ich bin sehr dankbar.
Ungefähr 15 Prozent der Menschen nehmen Empfindungen und Reize stärker wahr als andere. Dabei kann es um Sinnesreize wie Lautstärke gehen (sensorische Hochsensibilität), aber auch um zwischenmenschliche Beziehungen und Spannungen (empathische Hochsensibilität) sowie um spirituelle oder kognitive Hochsensibilität.
Hochsensible Menschen sind also mit einer sehr genauen Wahrnehmung ausgestattet, womit häufig auch eine künstlerische Begabung einhergeht. Ihnen sind Situationen jedoch oft zu viel, weil der Grat zwischen Langeweile und Überreiztheit sehr schmal ist – viele Hochsensible ziehen sich daher zurück und drohen, sich abzuschotten. Oft tun sie sich schwer, Entscheidungen zu treffen, und häufig hallen Gesprächsfetzen lange in ihnen nach.
Ich selbst ordne mich dem empathischen Typ zu, denn mir gehen zwischenmenschliche Situationen sehr nahe. Ich habe oft das Gefühl, dass jemand böse auf mich sein könnte, weil mir kleinste Dinge seltsam vorkommen und ich etwas in Nuancen hineinlese, die andere wahrscheinlich gar nicht wahrnehmen. Dass ich dafür jetzt einen Namen gefunden habe und weiß, dass es anderen auch so geht, hilft mir sehr.

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