interaktiv

Die Lehrer von morgen

Meine Zeit in der Kinderkrippe

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

26.10.2018

Im Nachhinein ist immer alles weniger schlimm, als man es sich vorgestellt hatte. Ganz einfach waren die zwei Wochen in der Kinderkrippe für mich trotzdem nicht. Allein das Gefühl, dass ich zu dieser Arbeit „gezwungen“ wurde und sie mir nicht selbst ausgesucht hatte, bewirkte etwas in mir. Mit meiner allgemein ablehnenden Haltung gegenüber dieser Einrichtung stand ich mir wohl selbst im Weg.
Aber auch die Kolleginnen zeigten kein sonderlich großes Interesse an meiner Person, weil ja von Anfang an klar war, dass ich nur zwei Wochen bleiben würde. Dadurch fühlte ich mich wenig willkommen. Selbst das Mädchen, das dort gerade Bundesfreiwilligendienst leistete, sprach nicht viel mit mir, sondern verhielt sich mir gegenüber wie eine Gegenspielerin. Dass sie besser mit den Kindern zurechtkam, verunsicherte mich und brachte mich zum Grübeln, ob ich für die Arbeit mit Kindern tatsächlich geeignet bin. Zwar kannte die Freiwillige die Kinder schon länger, aber war das der alleinige Grund? Im Nachhinein denke ich, dass es daran lag, dass sie von Anfang an wusste, dass sie ein ganzes Jahr bleiben wird und dadurch ganz anders auf die Kinder zugegangen ist als ich. Ich hingegen wollte für den Zeitraum von zwei Wochen keine tiefen Beziehungen entwickeln. Trotzdem nagte es an mir, wenn die Kinder lieber meine Kolleginnen aufsuchten und teilweise sogar protestierten, wenn sie etwas mit mir machen sollten.
Insgesamt war es trotz allem eine spannende Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin. Gerne hätte ich sie in einem anderen Kontext gemacht – mit mehr Bereitwilligkeit, mehr Energie und mehr Zeit zum Ankommen und Einfinden.

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