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Die Lehrer von morgen

Motivation fürs Referendariat

Was in anderen Studiengängen bestimmte Klausuren oder die Examensprüfungen sind, das ist im Lehramt das Referendariat: der absolute Angstgegner. Alle Menschen um mich herum, die schon im Referendariat waren oder es gerade sind, warnen mich vor dem Stress: Es sei ein Ausnahmezustand, noch nie seien sie derart gefordert worden und freie Zeit sei komplett gestrichen. Da ich bald selbst ins Referendariat starte, bin ich ziemlich genervt von solchen Aussagen. Was habe ich von dieser Panikmache? Ich kann es ja nicht umgehen und kann kaum sinnvolle Vorkehrungen treffen. Lieber wäre ich etwas naiv, dafür aber motiviert an die Sache herangegangen. Nun ist mir die Vorfreude madig gemacht worden.
Der Beginn meines Referendariats rückt immer näher. Bis dahin möchte ich noch möglichst viele Dinge erledigen, für die ich dann voraussichtlich keine Zeit mehr haben werde. In meiner freien Zeit zwischen Examen und Referendariat habe ich leider kaum etwas von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte: Ich habe nur ein Kapitel meines Buchs geschrieben, ich bin nicht super sportlich geworden, die Zahl der ungelesenen Bücher in meinem Regal ist immer noch riesig und auch am Führerschein bin ich noch immer dran.
Wegen dieser nicht geschafften Aufgaben hatte ich Zweifel, ob ich schon bereit für das Referendariat bin. Ich habe auf ein Zeichen gewartet, das mir bestätigt, dass die Zeit einfach noch nicht reif ist. Aber dann bekam ich meine Wunschschule und begann mich darauf zu freuen. Gestern war ich zum ersten Mal dort, um die Räumlichkeiten und das Kollegium kennenzulernen. Die Schule ist sehr schön und alle nahmen mich herzlich auf. Ich habe natürlich immer noch großen Respekt vor dieser Zeit, aber ich bin zuversichtlich, diese Herausforderung zu meistern.

 

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jan 24, 2019
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jan 24, 2019

Die Lehrer von morgen

Einblicke in eine andere Welt

Eine Freundin von mir engagiert sich ehrenamtlich für Geflüchtete in meiner Heimatstadt. Sie kommen aus Äthiopien und leben seit etwa zwei Jahren hier. Um ihre Aufenthaltsgenehmigung steht es schlecht, da Äthiopien als ein „sicheres“ Land gilt. Die jungen Männer leben in einem ehemaligen Ärztehaus. Sie schlafen in Mehrbettzimmern, essen auf Biertischgarnituren und teilen sich wenige Sanitäranlagen. Ich habe den Eindruck, dass sich kaum jemand um sie kümmert. Die ständige Angst vor einer Abschiebung prägt ihren Alltag.
Meine Freundin versucht, den Geflüchteten Rückhalt zu geben. Sie geht mit ihnen zu Rechtsanwälten, bietet ihnen Gesprächskreise an, hält Deutschkurse und mietet die Turnhalle, damit sie Fußball spielen können. Hier blühen sie auf. Eine Menge Arbeit, die sie auf sich nimmt, aber gleichzeitig bekommt sie viel zurück.
Neulich veranstaltete sie ein besonderes Fußballturnier. Nicht nur die Äthiopier, sondern auch Deutsche nahmen daran teil. Wir hatten eine Menge Spaß. Ich lernte die Äthiopier als tolle Persönlichkeiten kennen und bekam Einblicke in ihr Leben. Verzaubert hat mich Imam, ein kleines Mädchen, das mit ihrem Bruder und ihrer Mutter das Turnier verfolgte. Ihre Mutter ist die einzige Frau unter den Äthiopiern, die es mit ihren Kindern bis nach Deutschland geschafft hat. Ihr Mann ist leider auf dem Weg verstorben.
Anschließend kochten die Geflüchteten für uns. Es gab eine Art Sauerteigfladen und verschiedene „Dips“ dazu, in die man das Brot hineintunkte. Ich setzte mich mit meinem Teller hin, doch Besteck fand ich keines. Amir, einer der Geflüchteten, erklärte mir, dass ich mit den Händen essen muss, so wie sie es in Äthiopien tun. Für meine ungeübten Hände war das eine Herausforderung.
Die Erfahrung, die ich mit diesen Menschen machen durfte, war sehr prägend. Ich denke oft daran, was die Menschen in ihrer Heimat durchmachen mussten und welche Strapazen sie auf sich genommen haben, um in dieses Land zu kommen. Ich hoffe, dass sie hier die Chance auf ein neues Leben bekommen.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jan 23, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jan 23, 2019

Die Lehrer von morgen

Die Hochzeitsglocken läuten

Ende Oktober vergangenen Jahres ging mein Bruder den Bund der Ehe ein. Er war an diesem Tag sehr aufgeregt. Er und seine Frau heirateten in Tracht. Die Weste meines Bruders war passend zum Brautdirndl dunkelrot.
Sein Trauzeuge holte ihn pünktlich ab und brachte ihn zum Standesamt. Wir warteten dort, bis wir vollzählig waren, und begaben uns in den Trausaal.
Erstaunlicherweise war die ganze Zeremonie nach fünfzehn Minuten vorüber. Ich wunderte mich, wie schnell man dann doch „unter der Haube“ war. Als wir nach draußen kamen, machten wir Familienfotos.
Die Freunde meines Bruders, die den Sektempfang vorbereiten sollten, waren zu spät. Wir hielten die Gäste noch etwas hin, bis plötzlich ein VW-Bus in die Einfahrt preschte. Nach einer Vollbremsung stiegen die Jungs aus, packten einen Biertisch aus und bauten alles schnell auf. Die Stimmung war herrlich. Glücklicherweise kam an diesem Herbsttag auch die Sonne etwas hinter den Wolken hervor.
Nach dem Sektempfang gingen wir zum Essen in eine rustikale Gastwirtschaft. Ich verputzte Karpfenknusper mit Kartoffelsalat. Nach dem Essen trafen wir uns zu Hause, um gemeinsam Kaffee zu trinken. Meine Mutter hatte alles liebevoll dekoriert und es gab neben Torten auch noch verschiedene Häppchen. Jeder wirkte ausgelassen und glücklich. Vor allem das Brautpaar strahlte. Das war wirklich ein sehr schöner und besonderer Tag für mich.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jan 10, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jan 10, 2019