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Die Lehrer von morgen

Angst

Vor allem in der Prüfungsphase höre ich Aussagen wie: „Ich habe Angst“, „Hoffentlich schaffe ich das“ oder „Ich bin so aufgeregt“ sehr häufig. All diese Gedanken drehen sich um unseren ständigen Begleiter, die Angst.
Ich persönlich bin kein ängstlicher Typ, doch die Tage vor meinem Examen lehrten mich etwas anderes. Schlaflose Nächte, Kopfschmerzen und ständige Angespanntheit plagten mich. Kuriose Gedanken kreisten in meinem Kopf. Für meine Mitmenschen war ich ein Nervenbündel, vielleicht auch unausstehlich.
Im Zuge einer Klausurvorbereitung beschäftigte ich mich sehr intensiv mit der Thematik Angst. Ich unterschied Begrifflichkeiten wie Ängstlichkeit, Angst oder Angststörung. Ich lernte, Ängste in eine Leistungsangst, Existenzangst oder soziale Angst zu kategorisieren. In meinem Fall schien sich die Leistungsangst zu manifestieren, die Angst, den Anforderungen der Prüfung nicht gerecht zu werden. Die Häufigkeit von Angstgefühlen in unserer Gesellschaft wird unterschätzt. Kommilitonen von mir sprechen über Angstattacken, die sie belasten – für mich Neuland. Ich konnte mit dieser Begrifflichkeit wenig anfangen und verstand ihr Ausmaß nicht, deshalb entschied ich mich eine Dokumentation über dieses Thema anzusehen. Es ist schockierend, wie viele Menschen von dieser Erkrankung betroffen sind und wie eingeschränkt ihr Leben dadurch ist. Für mich war und ist es kaum nachzuvollziehen, weshalb Menschen zum Beispiel nicht in der Lage sind, aus dem Haus zu gehen.
Für mich festgehalten habe ich: Angst ist ein ständiger Begleiter in unserem Leben, wir müssen sie akzeptieren und annehmen. Ich denke, ein starkes Selbstwertgefühl, Freunde und die Familie sind wichtige Faktoren, die uns helfen, damit umzugehen.
Auch wenn mir die Prüfungszeit über den Kopf gewachsen ist, weiß ich, dass dieses Gefühl wieder abflachen wird und ich danach wieder durchatmen kann.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Feb 26, 2019
Autor: Eva
Rubrik: studium
Feb 26, 2019

Die Lehrer von morgen

Nicht nur Beruf, sondern Berufung

Man soll gehen, wenn es am schönsten ist – das stimmt wohl, dennoch werde ich bei diesem Satz immer noch ein bisschen wehmütig. Ende Januar war mein letzter Tag in der Schule. Meine Siebener und Achter, bei denen ich besonders viele Stunden gegeben und besucht habe, sind mir besonders ans Herz gewachsen – in der letzten Woche gab es daher für sie selbstgebackene Kekse und Kuchen. Auch fürs Kollegium haben meine Praktikumskollegen und ich gebacken, unsere Mentorin bekam einen Blumenstrauß und die Lehrer, bei denen wir viel im Unterricht waren, Schokolade. Dann gab es Unterschriften auf unsere Laufzettel, wir gaben unsere Schlüssel ab, ein paar letzte Gespräche, das war es.
Ein halbes Jahr geht zu Ende, in dem ich unglaublich viel gelernt habe. Im Gegensatz zu den kurzen Praktika vor und während des Bachelors konnte ich dieses Mal außerdem einen umfassenden Blick hinter die Kulissen werfen. Beispielsweise ist es einem als Schüler überhaupt nicht bewusst, wie sehr sich Lehrer um ihre Schützlinge sorgen. In der Erprobungsstufenkonferenz wurde jede Klassenliste durchgegangen und bei auffälligen Schülern kurz darüber geredet, wie man dem betreffenden Kind helfen könnte. Mit einer Lehrerin habe ich regelmäßig über ein Mobbingproblem in ihrer Klasse gesprochen. Im Lehreralltag ist jedoch oft nicht genug Zeit, sich mit einem Kind intensiv auseinanderzusetzen. Es ist schade, wie viel auf der Strecke bleibt, weil Lehrer fehlen und die Klassen zu groß sind. Es ist auch schade zu sehen, dass manche Kinder aufgrund ihrer familiären Verhältnisse ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Die Kinder zu unterrichten ist nur ein Bruchteil dessen, was ein Lehrer leistet.
Ich habe gemerkt, dass mir die Kinder vertrauen, ich aber auch die nötige Autorität mitbringe. Nun bin ich mir vollkommen sicher: Das ist der Beruf, den ich ausüben möchte.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Feb 25, 2019
Autor: Janna
Rubrik: studium
Feb 25, 2019

Die Lehrer von morgen

Start ins Referendariat

Seit dem 1. Februar 2019 bin ich offiziell Lehramtsanwärterin. Wie man sich damit fühlt? Nun ja. Ich versuche mal, ein paar Gefühle für euch zu ordnen.
Erstens: Ich bin irritiert, wenn mir Leute zu meiner Verbeamtung gratulieren, denn bei uns wird jeder Lehramtsanwärter nur auf Widerruf verbeamtet. Nach Abschluss des Referendariats wechseln die meisten wieder in ein Angestelltenverhältnis, bis sie eventuell irgendwann auf Probe verbeamtet werden.
Zweitens: Ich habe Angst. Das Referendariat ist kein Job, den ich einfach kündigen kann, wenn er mir nicht gefällt. Diese anderthalb Jahre muss ich durchziehen, komme was wolle.
Drittens: Ich muss mich noch daran gewöhnen, voll berufstätig zu sein. Die erste Woche war ziemlich stressig, weil es zwei Schultage und drei Seminartage gab. Zum Seminar in Stuttgart fahre ich anderthalb bis zwei Stunden mit dem Zug. Langfristig wird es allerdings nur einen dieser Tage pro Woche geben. An den anderen Tagen habe ich halbtags Schule, dazu kommen Elterngespräche, Nachbesprechungen mit meiner Mentorin und natürlich Unterrichtsvorbereitungen.
Viertens: Ich fühle mich gut aufgehoben. Mit meiner Mentorin an der Schule komme ich sehr gut zurecht und mit meiner Ausbildungsleiterin vom Seminar habe ich wohl das große Los gezogen, weil sie sehr offen ihre Erwartungen formuliert und ich damit gut umgehen kann.
Fünftens: Meine wichtigste Erkenntnis ist bisher, dass „Ref“ nicht nur für Referendariat, sondern auch für Reflektieren steht. Am Seminar üben wir verschiedene Lehrmethoden. Ständig gibt es Reflexionsrunden, in denen wir über unsere Gedanken und Gefühle sprechen. Dadurch sollen wir uns selbst und unsere Lehrerpersönlichkeit kennenlernen. Einen Teil unserer Referendariatsnote werden am Ende die Lehrproben ausmachen. An diese schließt sich jedoch immer ein ebenfalls benotetes Kolloquium an, ein wissenschaftliches Gespräch, in dem wir die Chance bekommen, unser Verhalten im Klassenzimmer zu reflektieren und zu erklären, was wir im Nachhinein anders machen würden.

Autor: Hannah  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Feb 21, 2019