interaktiv

Die Lehrer von morgen

Essen aus dem Müll

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

08.11.2019

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bin ich ein kleiner Öko und versuche daher, mein Leben insgesamt nachhaltiger zu gestalten. Im vergangenen Jahr bin ich dabei auf Foodsharing gestoßen – über eine Internetseite organisieren sich Menschen, um Lebensmittel zu retten, die sonst weggeschmissen würden. Zuerst habe ich angefangen, die „Fairteiler“ in Bonn auszuchecken. Das sind Orte, an denen Menschen Lebensmittel, die sie nicht mehr verbrauchen, hinbringen, sodass andere sie mitnehmen können. So habe ich zum Beispiel aus einem kleinen Buchladen in der Altstadt schon überreife Bananen und kürzlich abgelaufene Teigtaschen mitgenommen und aus einer Kiste unter dem Vordach eines Büros regelmäßig Brötchen.
Kostenloses Essen aus den Fairteilern ist nett, aber ich wollte noch mehr tun, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Darum habe ich mich auf der Foodsharingseite registriert, musste ein Quiz machen und durfte dann zunächst unter Begleitung erfahrener „Foodsaver“ drei Einführungsabholungen machen, bevor ich mich selbst als Foodsaverin für einen Betrieb bewerben konnte, um dort übriggebliebenes Essen regelmäßig abzuholen.
Mittlerweile bin ich bei einem Supermarkt fest im Team und versuche, mich alle ein bis zwei Wochen für eine Abholung einzutragen. Beim Supermarkt müssen wir alle aussortierten Lebensmittel erst einmal durchsehen und nicht mehr essbare Dinge wegwerfen. Der Rest wird ungefähr gleich aufgeteilt. Das sind aber immer noch ziemlich große Mengen. Die letzten Male lief ich mit fünf vollen Jutebeuteln, einem Lebensmitteleimer und einem vollbepackten Rucksack wieder nach Hause. Man kann sich natürlich nicht selbst aussuchen, was man abholt, es ist da, was da ist. Das bringt mir aber den Vorteil, dass ich neue Rezepte austeste. Beim Supermarkt ist es hauptsächlich Obst und Gemüse, das gerettet wird, sodass ich zum Beispiel gestern eine Suppe aus Pastinaken, Möhren und weiterem Gemüse gekocht habe. Im Ofen trocknen gerade kleingeschnittene Quittenschalen, aus denen man laut Internet Früchtetee selbst machen kann. Der Rest wurde zu Quittenmus verarbeitet, das ich zu Pfannkuchen essen will. Ein bisschen Abwechslung zu meinen üblichen Nudeln mit Restesoße.

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