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Die Lehrer von morgen

Inklusion

In meinem Seminar „Schulpädagogik vertieft – Inklusion“ stellt jede Woche einer meiner Kommilitonen in einem Referat verschiedene Inhalte zum Thema Inklusion vor. Diese Woche ging es um die Frage, was mit Inklusion überhaupt gemeint ist. Dazu fallen einem Begriffe wie Integration, Exklusion sowie Separation ein. Wir stellten im Seminar fest dass, es ganz unterschiedliche Definitionen für Inklusion gibt und dass diese teilweise positiv, aber auch negativ bewertet sind. Im Großen und Ganzen einigten wir uns darauf, dass Inklusion einen individuellen Lehrplan für den Einzelnen in einer Gesamtschule mit allen meint. Integration hingegen bedeutet Gruppen, etwa Autisten, in Regelschulen aufzunehmen, aber keinen besonderen Lehrplan für diese zu entwickeln. Sie sollen allein durch einen mobilen sonderpädagogischen Dienst unterstützt werden. Separation meint die gesonderte Unterbringung von Schülern mit Förderbedarf und Exklusion bedeutet ihr kompletter Ausschluss.
Zum Thema Inklusion wurde im Seminar viel diskutiert, wie es zu schaffen sei, alle Kinder an einer Schule unterzubringen. Vor allem individuelle Lehrpläne zu erstellen, stellt aus meiner Sicht eine große Herausforderung dar. Wir fragten uns auch, ob es überhaupt Wunsch der Schüler mit Einschränkung sei, mit anderen Kindern an einer Schule zu sein. Dadurch kamen wir auf die Geschichte eines behinderten Rollstuhlfahrers, der geistig fit war. In einem Magazin wurde er zum Thema Inklusion befragt und er sagte, er selbst möchte gar nicht zu den „gewöhnlichen“ Kindern gehören, er wolle Teil der „besonderen“ sein. Es ist zwar nur eine Stimme von vielen, regt jedoch zum Nachdenken an.
Im Endeffekt kamen wir im Rahmen des Seminars natürlich nicht auf die perfekte Lösung. Die Gespräche waren aber sehr aufschlussreich. Im Moment spielt jedoch die Integration von Flüchtlingen ins Schulsystem und in unsere Gesellschaft eine größere Rolle, was das Thema Inklusion meines Erachtens leider etwas zurückstellt.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Dec 8, 2016
Autor: Eva
Rubrik: studium
Dec 8, 2016

Die Lehrer von morgen

Die Physiker

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, dass ich vor drei Jahren schon einmal Tutorin war. Zusammen mit einem anderen Germanistikstudenten hatte ich jede Woche einer Truppe Erstis erzählt, was sie über die Uni, die Bibliothek, Hausarbeiten oder Referate wissen müssen. Dieses Semester bin ich wieder Tutorin – allerdings ein bisschen weniger entspannt.
Für mein Studium brauche ich nämlich noch Creditpoints im Wahlpflichtbereich. Zur Auswahl habe ich dafür ein paar Vorlesungen, die entweder sehr langweilig sind oder die das Angebot mathematischer Vertiefungen im Master für mich einschränken würden, oder ein mathematisches Praktikum. So ein Praktikum kann ein Projekt an einer Schule sein, eines an der Uni oder eben ein Tutorenpraktikum. Durch Kontakte, gutes Timing und gute Beteiligung in meiner Übung zu Linearer Algebra tutoriere ich daher in diesem Semester „Mathe I“ für die Physik-Erstis. Das bedeutet, ich muss zum einen einmal pro Woche drei Stunden lang vor zwölf Leuten stehen und mit ihnen die wöchentlichen Übungsaufgaben besprechen sowie alle Fragen zur Vorlesung klären, zum anderen jede Woche Übungszettelabgaben korrigieren, bewerten und Rückmeldung geben.
Ein bisschen Angst habe ich schon, weil ich nicht weiß, ob es womöglich Punkte gibt, an denen ich meine mathematischen Grenzen erreiche. Außerdem ist es etwas ganz anderes, nur ein bisschen von meinen Erfahrungen zu berichten, als den Stoff so zu erklären, dass die Studierenden es verstehen. Andererseits halte ich das Tutorenpraktikum für eine sehr gute Übung: Später werde ich vor Schulklassen stehen und Dinge erklären müssen. Und auch wenn Schule und Uni zwei verschiedene Paar Schuhe sind, ist es sicherlich deutlich lohnenswerter, ein Tutorium zu geben, als einfach nur eine Vorlesung zu hören. Außerdem gibt es noch zwei weitere Vorteile: Ich kann meine bisherigen Kenntnisse noch einmal festigen und vielleicht auch vertiefen und: Das Tutorium wird bezahlt. Ein bisschen mehr Geld in der Haushaltskasse schadet sicherlich nicht.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Dec 7, 2016
Autor: Janna
Rubrik: studium
Dec 7, 2016

Die Lehrer von morgen

Der frische Wind

Die Professur in Psychologie/Diagnostik in meiner Fachrichtung, dem Förderschwerpunkt Sprache, war längere Zeit unbesetzt. Seit diesem Semester ist nun ein neuer Professor da, der uns vorher vielsagend als „frischer Wind in der Fachrichtung“ versprochen wurde. Ich habe mich immer gefragt, wie das zu verstehen ist, aber ich glaube, jetzt habe ich die Antwort gefunden.
So wie ich das Sonderpädagogikstudium bisher kenne, werden Prüfungsleistungen in Didaktik und Diagnostik besonders deshalb kritisiert, weil ein Kind zu „defizitorientiert“ beschrieben wird: Anstatt darauf zu schauen, was ein Kind noch nicht kann, sollte man sich lieber an den bereits erworbenen Kompetenzen orientieren, an den Ressourcen, die genutzt werden können und auf die aufgebaut werden kann. Mein neuer Professor vertritt eine ziemlich gegensätzliche Meinung: Das sei ja alles schön und gut, sagt er, „aber wenn wir ein Gutachten schreiben, in dem wir den Förderbedarf eines Kindes erklären wollen, nützt es nichts, zwölf Seiten blumig zu beschreiben, wie toll dieses Kind ist, wenn wir doch eigentlich aufzeigen wollen, wo wir ansetzen müssen und wo die Schwierigkeiten liegen.“
Viele Kommilitonen waren nach der ersten Veranstaltung beim neuen Prof ziemlich irritiert und scheinen jetzt Schwierigkeiten zu haben, sich zwischen den verschiedenen Meinungen zu positionieren. Meine Reaktion war eher ein „endlich sagt mal jemand, was ich die ganze Zeit denke“. Natürlich sollte man sich ein Kind und sein Umfeld genau anschauen, bevor eine weitreichende Diagnose gestellt wird. Aber was ist denn so verwerflich daran, zu benennen, was das Problem ist? Natürlich gibt es die Gefahr, dass ein Kind nur auf einen Testwert reduziert wird und als Mensch aus dem Blick gerät. Aber ich denke nicht, dass das der Diagnostik als wissenschaftlicher Disziplin zuzuschreiben ist, sondern vielmehr den Menschen, die dahinter stehen und darauf achten müssen, vernünftig mit den Ergebnissen umzugehen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Nov 30, 2016
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Nov 30, 2016