interaktiv

Die Lehrer von morgen

Prosanova

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

20.06.2017

In der Pfingstwoche war ich auf dem Prosanova-Festival in Hildesheim. Das definiert sich selbst als ein Festival für junge Literatur. Wir hatten keine Ahnung, was das bedeuten soll, und waren nur dort, weil ein Freund von uns im Organisationsteam war. Er meinte, es würde cool werden, und wir dachten, im schlimmsten Fall wäre es eine gute Möglichkeit, sich wiederzusehen. Also fuhren wir hin.
Auch im Nachhinein kann ich nicht so richtig sagen, was das Festival eigentlich war. Die Location bestand aus verschiedenen Lagerhallen, vollgestopft mit alten Polstersesseln und Lampenschirmen. Morgens gab es Frühstück gegen eine Geldspende – immer vegan, bio und laktosefrei – und ein eigenes Prosanova-Frühstücksfernsehen. Danach fanden verschiedene Veranstaltungen statt, alles unterschiedliche Formate: eine Lesung mit anschließendem Ausprobieren alternativer Enden der Geschichte in einer Handy-App, eine Lesung während man gemeinsam in einem Auto fuhr, Gespräche mit Autoren, Diskussionen über Genderfragen, die Verleihung des „Ingebach-Borgmann“-Preises (ein erfundener und nicht ganz ernst gemeinter Preis für den besten Literaturpreis), eine Installation mit von der Decke hängenden gefalteten Kranichen zum Abschneiden und Auffalten, um einen Romananfang darin zu finden und ihn an die Wand zu pinnen, …
Insgesamt war es ein spannendes Wochenende. Ein bisschen schade war, dass wir an mehreren Programmpunkten nicht teilnehmen konnten, weil die Räume zu voll waren und wir nicht mehr reingelassen wurden. Und natürlich haben uns auch einzelne Lesungen nicht so zugesagt, aber das ist vermutlich normal, zumal wir die Autoren vorher ausnahmslos nicht kannten und es daher ein absolutes Überraschungspaket für uns war. Und gerade für selbst Schreibende ist es manchmal auch ganz heilsam, wenn man nicht das ganze Wochenende über großartige Literatur präsentiert bekommt, sich selbst damit vergleicht und das große Zweifeln beginnt.

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