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Die Lehrer von morgen

Hilfe, ich bin obdachlos!

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

02.03.2017

Endlich ist es soweit! Ich habe die Möglichkeit, aus meiner schäbigen WG aus- und in ein Wohnheim mit Einzelappartement einzuziehen. Ade schmuddelige Dusche, ade ungeputztes Klo, ade eingebrannte Herdflächen - hallo mein eigenes Reich! Ich sehne mich schon nach meinem kleinen Bad und der winzigen Küchennische, die ich ganz für mich allein haben werde.

Dennoch ist mir dieser Platz im Wohnheim nicht sicher. Eigentlich sollte ich schon längst Bescheid wissen, doch die Frau, die dafür verantwortlich ist, war lange Zeit krank. Ich fragte deshalb zweimal bei den Sekretärinnen nach, wie sicher mein Platz sei. Beide Male sagten sie mir überzeugt zu, dass das kein Problem wäre und ich zum 1. April einziehen könnte. Ich informierte meine Mitbewohner über meinen Auszug, machte mich auf die Suche nach einem Nachmieter für mein Zimmer war und fing schon an, gedanklich einzupacken und mein neues Zimmer einzurichten.

Als ich heute zufällig am Studentenwerk vorbeischlenderte, dachte ich mir, ich könnte noch einmal nachfragen, da die versprochene E-Mail einer Zusage immer noch fehlte. Die zuständige Frau war wieder gesund, runzelte aber die Stirn, als sie auf die Warteliste schaute. Sie könne mir nicht sicher einen Platz versprechen. Falls ich bis März keine Antwort erhalten habe sieht es schlecht aus. Nun könnt ihr euch vorstellen, wie ich jeden Morgen hysterisch mein Postfach öffne und vergebens auf eine E-Mail warte. Das sind diese Schattenseiten, wenn man mal ein Risiko eingeht und sich auf mündliche Zusagen verlässt. Von jetzt an heißt es Daumen drücken – ansonsten werde ich mein kommendes Semester ohne Wohnung bestreiten müssen…

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