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Mit dem Fahrrad durch Afrika

Im Mondschein

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

27.02.2008

Auch die zweite Oase Farafra hat mit der Oasenromantik, welche ich mir vorgestellt hatte, wenig gemeinsam. Es ist einfach eine recht sandige Siedlung inmitten der Wüste, wo es auf einmal fast alles gibt. Am Rande sind schon noch ein paar Oasengärten zu entdecken, aber vieles ist auch durch den wahllos weggeworfenen Müll verdreckt. Für mich waren die Oasen vor allem wichtig, um meine Vorräte wieder aufzufrischen. Obst, Brot und Wasser waren die wichtigsten Dinge, die ich immer wieder reichlich mit auf die Etappen in die Wüste nahm.

Der sehr helle abnehmende Vollmond ließ die Wüste nachts in einem hellen Licht erstrahlen und so fuhr ich in den nächsten Tagen immer schon des Nachts los. Um 2:30 Uhr klingelte der Wecker und um 3 Uhr saß ich auf dem Fahrrad. Ich hatte nur die Rücklichter an meinem Fahrrad eingeschaltet, damit ich nach vorne die Umgebung besser im Mondschein wahrnehmen konnte. Es war eine unglaubliche Stille. Ein Auto kündigte sich schon einige Minuten vorher an. Erst sah man einen kleinen Lichtpunkt und nach einiger Zeit erklang zudem das Motorengeräusch. Kurz schaltete ich meine Stirnlampe ein, blendete auf und erhielt vom Fahrer des entgegenkommenden Autos eine Antwort, dass er mich gesehen hat, in dem er ebenfalls kurz aufblendete. Danach herrschte wieder Ruhe. Ich sah einige Sternschnuppen und langsam färbte sich der Himmel in einen Rot-Ton, bevor die Sonne eine halbe Stunde später aufging. Es waren für mich die schönsten Stunden des Tages.

Die nächsten Tage fuhr ich noch weiter über Dahkla nach Kargah. Die Schönheit der Strecke nahm ab und der Gegenwind nahm dafür zu, so beschloss ich die letzten 350 Kilometer einen Bus nach Luxor zu nehmen. Ich wurde vorher schon vor dieser Strecke gewarnt, dass sie absolut langweilig sei und es nur ein paar Polizeicheckpoints geben würde. So etwas musste ich mir nicht antun. In Luxor genoss ich das Leben und ließ es sehr langsam angehen. Schließlich brauchte ich wieder neue Kräfte für die Wüstenetappen im Sudan, wo mich wohl keine asphaltierte Piste erwarten würde.

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