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Mit dem Fahhrad durch Afrika

Eine Gewalttour

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

20.02.2008

In der Nacht wachte ich auf und merkte am flattern des Zeltes, dass sich der Wind gedreht hatte. Er blies jetzt genau von hinten. Dies war Motivation genug, gegen vier Uhr das Nachtlager abzubauen und mich aufs Fahrrad zu schwingen. Mit einer ungeahnten Geschwindigkeit schien ich durch die Nacht zu fliegen und machte einige Kilometer gut. Gegen den frühen Mittag erreichte ich die Kante des Plateaus, auf dem ich seit 240 Kilometern fuhr. Die Straße führte zirka 50 bis 100 Höhenmeter hinab und endlich konnte ich mal weiter als ein paar Kilometer blicken. Die Augen hatten auf einmal etwas zum Fokussieren: kleine Berge, Sanddünen und die Weite der Landschaft. Es war ein toller Augenblick.

Ein Lastwagen hielt an und der Fahrer öffnete seinen Wassertank unter seinem Fahrzeug und gab mir eine erfrischende Kopfdusche. Noch war die Motivation da bis zur Oase zu fahren. Doch irgendwann ließ die Kraft nach, die starke Sonne trug auch ihren Teil dazu bei und so wurden die letzten Kilometer eine reine Qual. Krämpfe plagten mich und zwangen mich immer wieder vom Fahrrad abzusteigen und ein paar Meter zu schieben. Letztendlich erreichte ich nach elfeinhalb Stunden und 235 Kilometer auf dem Fahrrad die Oase Baharia im Dunkeln. Ich war glücklich sie erreicht zu haben, aber mir wurde auch klar, dass dies einfach zu viel war. An so einem Tag hat man fast keinen Blick für die Landschaft und ist nur dabei die Kilometer zu zählen. Das kann nicht mein Ziel sein. Wenn ich es einmal mache ist es in Ordnung, aber auf diese Art und Weise kann man kein Land kennen lernen.

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