interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Farbenspiel

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

22.02.2008

Den nächsten Tag verbrachte ich nur damit mich zu regenerieren und neue Kraft zu tanken. Als ich so im Schatten lag, hörte ich, wie sich zwei Ägypter über mein Fahrrad unterhielten. Schließlich kamen sie zu mir und meinten, dass etwas am Fahrrad kaputt sei. Ich wollte ihnen nicht so recht glauben, schließlich hatte ich am Tag zuvor nichts davon gemerkt. Etwas widerwillig ging ich mit ihnen zum Fahrrad. Einer zeigte mir, dass der Gepäckträger gebrochen war. Ein kleiner Bruch an einer Strebe. Einem ungeübten Auge wäre das nicht aufgefallen, was bedeutete, dass er sich mit der Materie auskennt. Er meinte, dass es kein Problem wäre, er würde in einer Fahrradwerkstatt arbeiten und es gerne reparieren. Mir war es sehr recht, war ich doch noch arg müde und erschöpft. Der Gepäckträger wurde abmontiert und Mohammed verschwand mit dem Träger. Nach zwei Stunden war er wieder da und hatte die Alustreben durch selbst geschmiedete Stahlstreben ersetzt. Die zwei Euro für die Reparatur gab ich ihm gerne und dazu noch ein kräftiges Trinkgeld. Mit einem festen Gepäckträger ging es am nächsten Tag weiter in Richtung schwarze und weiße Wüste.

Es wehte immer noch ein starker Rückenwind und sobald ich kurz anhielt vernahm ich an den Beinen ein leichtes Kribbeln: In Bodennähe wurde der Sand vom Wind transportiert und sorgte so für dieses leichte Stechen. Während der Fahrt spürte ich von alldem nichts, nur sah ich, dass kleine Sandschwaden über die Straße flogen. Mein Blick blieb aber nicht lange auf der Straße, denn auf der Strecke zwischen Baharia und Farafra gab es viel mehr zu sehen. Durch den Wechsel von harten und weichen Gesteinsschichten, die von einem früheren Meer einmal abgelagert wurden, blieben vereinzelte Inselberge stehen, deren Flanken steil abfallen. Es ist ein bisschen zu vergleichen mit dem Grand Canyon. Die Strecke und die Zeit verging wie im Fluge, am Nachmittag hatte ich schon die weiße Wüste erreicht. Hier hat sich eine strahlend weiße Lehm-, Kreide-, Kalkschicht abgelagert. Der fast immer wehende Wind hat faszinierende Formen aus diesen Ablagerungen herausgeblasen. Windblumen, Pilze und Vögel kann man mit etwas Fantasie erkennen. Inmitten dieser einzigartigen Gebilde baute ich mein Zelt auf und genoss am Abend das Farbenspiel, welches die untergehende Sonne und später der aufgehende Vollmond mit der Landschaft bescherte.

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