interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Schlafplatz Marktstraße

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

21.04.2008

In Port Sudan angekommen, baute ich mein Fahrrad wieder zusammen und fuhr die ca. 6 Kilometer in die Stadt. Immer wieder wurde ich von einzelnen Hunden attackiert und weckte so die an der Straße schlafenden Sudanesen. Da es mit Hotels auch nicht so glorreich aussah, beschloss ich, die Nacht auch an der Straße zu verbringen. Ich fragte zwei Wachleute, die irgendein Büro bewachten, ob ich neben ihnen auf dem Gehweg schlafen dürfte. Sie hatten nichts dagegen und so holte ich Isomatte und Schlafsack raus und schlief die restlichen Stunden der Nacht. Am nächsten Morgen merkte ich, dass ich mitten in der Stadt an der zentralen Marktstraße genächtigt hatte.

Bei Tageslicht war die Hotelsuche ein wenig einfacher, aber es kostete mich doch über eine Stunde, bis ich eine halbwegs bezahlbare Absteige gefunden hatte. Der Sudan ist ein teures Pflaster. Unterkünfte, die in Ägypten noch wenige Dollars gekostet hatten, kosten hier schnell mal 50 bis über 100 Dollar.

Den ganzen Tag über informierte ich mich in den Büros der Schiffsgesellschaften nach einem geeigneten Schiff, welches mich in den Jemen bringen könnte. Die Suche schien mir am Abend sehr aussichtslos. Niemand machte mir Hoffnungen und so buchte ich am Abend noch via Internet einen Flug von Khartoum in den Jemen. Schnell wollte ich noch ein Busticket für den nächsten Tag kaufen, doch aus dem „schnell" wurde nichts. Nach langem Hin und Her machte man mir klar, dass ich nur ein Ticket kaufen könne, wenn ich auch ein Permit, eine Reiseerlaubnis hätte. Das Permit würde ich am nächsten Tag gegen 10 Uhr bekommen, die Busse fuhren aber schon um 5.30 Uhr. All meine Kontakte - auch zu einem Polizeichef nach Khartoum - halfen nichts, ich musste noch einen Tag warten.

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