interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Teurer Sudan

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

25.04.2008

Am nächsten Morgen war der Hotelbesitzer so nett, mit mir zur Polizei zu gehen. Alleine wäre es unmöglich gewesen die einzelnen Büros zu finden. Beim Einwanderungsbüro begann die Schnitzeljagd „Permit":

Im ersten Büro erhielt ich ein Formular mit dem Auftrag, es zu kopieren und auszufüllen. Darüber hinaus sollte ich die drei schönsten Stempel der Stadt suchen, Briefmarken im Wert von 50 Dollar draufkleben und jeden einzelnen Schritt von einem Beamten, der mindestens drei Sternen auf der Schulter trägt, mit verschieden farbigen Kugelschreibern beglaubigen lassen. Am Ende noch zwei Passbilder anheften und innerhalb der Öffnungszeiten wieder zurückkehren. Drei Stunden später und mit nochmals 15 Dollar weniger, die für Rikschafahrten draufgegangen waren, kehrte ich ins Büro zurück und erhielt meinen verdienten Preis: ein Reise-Permit nach Khartoum. Nun konnte ich auch ein Busticket kaufen und den Bus am nächsten Morgen nach Khartoum nehmen.

In der Nacht erreichte ich die Hauptstadt und verließ den Sudan in aller Früh mit dem Flugzeug in Richtung Jemen. Vorher musste ich selbstverständlich auch noch mal ein paar Dollar bezahlen, um das Land verlassen zu dürfen.

Der Sudan ist kein einfaches Reiseland, vor allem die Bürokratie macht es dem Reisenden nicht leicht. Beachten sollte man auch, dass in mindestens zwei Teilen des Landes gerade Krieg herrscht. Teuer ist das Land zudem auch noch. Aber trotzdem war es eine interessante Erfahrung, im größten Land Afrikas Fahrrad zu fahren. Die Menschen im Norden sind überaus freundlich, hilfsbereit und nicht aufdringlich. Dennoch war ich innerlich froh, dieses Land früher als geplant zu verlassen.

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