interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Sandsturm über Mokka

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

27.05.2008

Es schien mir, als wäre hier die Welt zu Ende. Eine Endzeitstimmung kam auf, die Autos, die mir entgegen kamen, hatten ihr Licht am helllichten Tage angeschaltet, wenig später verdunkelte sich der Himmel und ich befand mich mitten in einem Sandsturm. Immer wieder überholten mich vermummte Motorradfahrer, die sich mit ihren Kopftüchern vor dem Sand schützten. Endlich erreichte ich auch die ersten Häuser von Mokka. Ich hatte keine großen Erwartungen an die Stadt, aber ein wenig mehr als eine Straße, zahlreiche verfallene Häuser, ein überteuertes Hotel und dem Hafen hätte Mokka schon bieten können. War es einst doch eine florierende Stadt des Kaffeehandels gewesen.

Ich fuhr gleich zum Hafen weiter und erkundigte mich nach einem Schiff nach Djibouti. Nach einigem Fragen fand ich auch ein Boot, welches „In Shalah" am nächsten Tag fahren sollte. Dem war natürlich nicht so. Ich beschloss das überteuerte Hotel in der Stadt zu verlassen und mich am Hafengelände niederzulassen. Auf der Suche nach einem Restaurant traf ich auf Kapitän Al Nuba 2. Er ist Ägypter und fährt momentan mit seinem Frachter die Route Jemen - Somalia. Sogleich wurde ich von ihm zum Essen eingeladen und ab diesem Zeitpunkt musste ich mich um nichts mehr kümmern. Für Essen war gesorgt, schlafen durfte ich auf dem Deck seines Schiffes und um die Wartezeit zu verkürzen fischte ich, unterhielt mich viel mit dem Kapitän und genoss einfach das Leben.

Am Abend des vierten Tages tat sich dann auf einmal etwas. Das mit Autoreifen voll beladene Boot legte an der Kaimauer an und aus der Stadt kam ein Pickup mit 10 Passagieren. Zudem kam auch noch ein Radfahrer herbei geradelt. Es war Kenny, ein Kanadier, der seit 24 Jahren um die Welt reist. Ich war sehr glücklich, ihn zu treffen und so stand fest, dass wir ein paar Kilometer zusammen fahren würden.

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