interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Unterschlupf Gefängniszelle

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

12.06.2008

In Äthiopien sind die Hotels meist recht günstig. So fanden wir am nächsten Abend in der ersten kleineren Stadt ein kleines Hotel für gerade einmal einen Dollar. Die Zimmer waren einfach, aber ausreichend. Ein frisch bezogenes Bett stand zur Verfügung und falls es im Ort Strom gab, erhellte auch eine kleine Lampe das Zimmer ein wenig. Ein Plumpsklo befand sich außerhalb und für die Dusche mussten noch einmal 20 Cent extra bezahlt werden. Dies ist aber auch verständlich, denn das Wasser wird zuerst von einer zirka einen Kilometer entfernten Wasserstelle mit Eseln herbeigeholt und danach von Hand in einen Wasserbehälter auf dem Dach der Dusche gegossen. Gegessen haben wir für wenig Geld im hauseigenen Restaurant und dazu ein kaltes St. George Bier genossen. Gefrühstückt wurde auch wieder im Restaurant und nach einem guten Kaffee konnte ein neuer Tag in Äthiopien beginnen.

Aber es gibt auch Orte in Äthiopien, in denen es kein Hotel gibt. Teilweise ist die Gegend zu dicht besiedelt, um unentdeckt übernachten zu können und so muss man nach einer weiteren Lösung suchen. Weiter fahren, wäre eine, doch ich fahre nicht gerne im Dunkeln. Eine andere ist, nach der Dorfpolizei zu fragen und dort die Beamten um einen Schlafplatz zu bitten. Wir fanden recht schnell die Polizei und nach ein bisschen verhandeln, durften wir in der Gefängniszelle schlafen. Wo niemand rauskommen soll, kommt auch keiner so schnell rein. Der Geruch nach Urin in einer Ecke der Zelle war auch erträglich und so machten wir es uns gemütlich. An diesem Abend gab es mal wieder Nudeln. Die Nacht blieb ruhig. Kein Straftäter erhob Anspruch auf die Zelle.

So unterschiedlich können die Übernachtungen sein und das Schöne an so einer Reise ist, dass ich nie genau weiß, was kommen wird. Man kann zwar vieles planen, aber genügend Freiheiten sollte man sich dennoch lassen.

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