interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Über die äthiopische Grenze

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

17.06.2008

Mit gemischten Gefühlen kam ich an die äthiopische Grenze. Im Vorfeld hatte ich viele Geschichten von anderen Reisenden über dieses Land gehört. Die einen lieben das Land, die anderen hassen es und bekommen Aggressionen auf Kinder, wenn sie nur an Äthiopien denken. Wurden sie doch immer wieder, vor allem von Kindern belästigt und auch teilweise mit Steinen beschmissen. Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst und war froh, dass ich mit Kenny, dem Kanadier, die ersten Tage in dem neuen Land bewältigen würde.

Das Erste, was ich in Äthiopien sah, waren keine Kinder, die mit Steinen bewaffnet am Wegesrand standen, auch nicht ein Schild mit „Welcome to Ethiopia", nein es war eine große Reklametafel, die für das St. George Bier warb. Oh ja, Bier! Ich freute mich schon sehr darauf, nach dem alkohollosen Sudan und Jemen, am Abend mal wieder ein gutes Bier zu trinken. Diese Vorfreude war auch Motivation genug, von einem Salzsee aus, die erste Anhöhe zu erklimmen. Immer wieder stoppten wir, um die Ausblicke auf diese bizarre Landschaft zu genießen. Gegen Abend hatten wir es geschafft und erreichten den ersten Ort in Äthiopien. Das Bier schmeckte vorzüglich. Dies lag wohl an der Qualität des Gerstensaftes, aber auch an den bis dahin überwiegend positiven Eindrücken von dem Land. Bis jetzt war das Land nur sehr gering besiedelt und somit radelten wir in Ruhe vor uns hin. Nur selten kamen ein paar Kinder angerannt, begrüßten uns freudig mit „YOU, YOU, YOU!" und fragten nach Stiften, Geld oder was sonst gerade benötigt wurde.

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