interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Himmel und Hölle

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

01.08.2008

Noch wusste ich nicht, was mich erwarten würde, nur, dass die Straße nicht die Beste sein würde und ich einen 3.600 Meter Pass zu bewältigen hätte. Doch sobald ich die Asphaltstraße verließ, verwandelten sich die meisten Leute in aggressive, nach Allem bettelnde „Bestien". Die Kinder waren am schlimmsten. Ständig war ich von Kindern umringt, die neben mir her rannten, mich mit Steinen bewarfen und probierten, alles was sie kriegen konnten vom Fahrrad zu stehlen. Vor allem Wasserflaschen waren heiß begehrt. In einem Ort wurde ich fast von allen Bewohnern gejagt, Steine flogen und zwei Kinder schnappten meine Taschen und zogen so daran, dass ich nur knapp einem Sturz entging. Als ich anhielt, fand ich mich auf dem Boden wieder, mit einem großen Stein in der Hand, den ich einfach nur in die Menge werfen wollte. Doch dann realisierte ich, was ich da vor hatte und war über mich selbst erschrocken. Wozu hatten mich diese Leute hier nur getrieben? Die Kinder waren etwas zurückgewichen und ich nutzte die Gelegenheit, schnell zu flüchten. Am Abend war ich froh, ein Hotel zu erreichen, einfach die Türe zu schließen und niemanden mehr zu sehen.

An einigen Fahrradtagen haben mich die Steinewerfer fast zur Verzweiflung gebracht. Andererseits hatte ich in Äthiopien aber auch eine tolle Zeit. Die Lebensart der Äthiopier habe ich sehr genossen. Himmel und Hölle liegen hier manchmal dicht beieinander. Viele Radfahrer sind froh, wenn sie das Land verlassen und nie wieder kommen müssen. Wenn ich wieder komme, dann ganz sicherlich ohne mein Fahrrad.

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