interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Überführungsetappe

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

19.09.2008

Dass hier auch fast nur Touristen mit Geld hinkommen merkte ich auch bei den Schneidern auf der Straße. Ich ließ einen Knopf an meine Hose nähen und die Schneiderin wollte glatt drei US-Dollar dafür verlangen. Daraufhin gab es eine lange Diskussion. Ich meinte, die Hose hat mich im Jemen gerade mal fünf Dollar gekostet, da kann ich keine drei Dollar für einen Knopf bezahlen. Sie fragte mich daraufhin erstaunt: „Du kommst aus dem Jemen?" „Ja!" „Dann sieht die Sache natürlich anders aus! Der Jemen ist mir sympathisch. Zahle mir 30 Cent."

Sobald ich aber die Touristenregionen verließ, erlebte ich ein anderes Tansania. Die Menschen waren freundlich, die Landschaft war aufgrund der Regenzeit schön grün und auch die Preise wurden wieder erschwinglicher.

So esse ich nun mein Frühstück, aber mit Hunger und Genießen hat das nichts zu tun. Es ist schlichtweg Nahrungsaufnahme. Umso mehr ich jetzt esse, umso länger kann ich ohne Pause Rad fahren. Bis Malawi sind es noch einige hundert Kilometer und ich habe erst am See Malawi vor einen Ruhetag einzulegen. Während ich fahre rieche ich auch den Gestank meiner Klamotten nicht so sehr. Sechs bis acht Stunden benötige ich pro Tag um meine Tagesleistung herunterzustrampeln. Solche „Überführungsetappen" gehören halt auch zu so einer Reise.

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