interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Die EM in Afrika

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

10.12.2008

Von Lusaka aus ging es weiter in den Westen von Sambia. Die Fußball-Europameisterschaft kam immer näher und bestimmte so auch in den folgenden Wochen meinen Routenplan. Ich achtete darauf, dass ich immer zu den Deutschlandspielen in größeren Orten war, damit ich die Übertragungen verfolgen konnte.

Zum Eröffnungsspiel traf ich in einer Hotelanlage in Kafue einen Deutschen, der sich dort mit seiner sambischen Frau zu Ruhe gesetzt hat. Das Spiel geriet in den Hintergrund, es gab einfach zu viel zu berichten. Er hatte fast in allen Erdteilen als Ingenieur gearbeitet und wusste von den besten Tricks zu erzählen: wie man Alkohol in den Iran schmuggelt, seine Rente in Sambia mit kleinen Geschäften aufbessert und wie man Taxifahrer vom korrekten Fahrpreis überzeugt. Nicht alle seine Ratschläge sollte man verfolgen, aber den Schmuggler-Tipp für muslimische Länder, Gin in Dosen einzufüllen, auf denen große Schweineköpfe kleben, da sie ursprünglich für Erbsensuppe mit Schweinefleisch bestimmt waren, kann man sich merken. Dass man aus Spiritus zur Not auch etwas Hochprozentiges machen kann, eher nicht.

Die Fußballbegeisterung war leider in diesem Teil Afrikas nicht besonders groß, so dass ich viele Spiele alleine oder nur mit ein paar Schwarzen zusammen sah. Die hielten eigentlich immer zu der scheinbar stärkeren Mannschaft oder zu dem Team mit den meisten Premier-League-Spielern. Nach dem Deutschland-Türkei-Spiel sagte mir einer: „Ach weißt du, ich gratuliere dir zum Sieg, weil auch einer von meinen Spielern gewonnen hat." Ich fragte: „Du meinst weil Balack für Chelsea spielt?" „Ja, die Blauen sind mein Team."

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