interaktiv

Mit dem Fahrrad durch Afrika

Die letzen Tage alleine

Autor:
Benny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

05.01.2009

In Namibia traf ich auf dem ersten Campingplatz Andi und Thomas, zwei Deutsche, die mit ihrem Landrover auf dem Weg nach Windhoek waren. Sie luden mich ein, mit ihnen zwei Tage die angrenzenden Parks des Caprivi Strips zu besuchen. Dankend nahm ich an, denn für einen Radfahrer ist es unmöglich, unmotorisiert in diese Gegend zu reisen. In den Parks waren wir fast alleine und konnten so ungestört die Tierwelt am Kawango beobachten.

Nach dieser unerwarteten Ruhepause hieß es nun für mich, wieder aufs Fahrrad zu steigen. Die 1.000 Kilometer bis Windhoek waren wohl mit die langweiligsten auf meiner bisherigen Reise. Sobald ich einmal auf der Hauptstraße war, musste ich bis zum Abend nur geradeaus fahren - kein Berg, keine Kurve, nichts. Ich fuhr die meiste Zeit mit Kopfhörern und versuchte so, für ein wenig Abwechslung zu sorgen. In Namibia leben nur zwei Millionen Menschen und diese konzentrieren sich auf die wenigen Städte. Dazwischen sieht man deswegen meist keine Menschenseele. Es war einerseits angenehm, ungestört zu fahren, aber anderseits vermisste ich auch die freudigen Zurufe der Menschen am Straßenrand. Dies hier ist nun ein ganz anderes Afrika.

In den letzten Tagen bevor ich Windhoek erreichte, hatte ich ein komisches Gefühl. Mir wurde bewusst, dass dies nun die letzten Tage meiner Reise sein würden, an denen ich alleine war. Zwei Wochen lang wird mich nun Hans, ein Freund aus Deutschland, begleiten. Wir planen eine Rundreise von Windhoek an die Küste und wieder zurück. Danach wird der Kanadier Steven zu mir stoßen. Wir sind vor vier Jahren zusammen durch Tibet gefahren und er wird mich die letzten fünf Wochen bis nach Kapstadt begleiten.

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