interaktiv

Praktikum im Ausland

El grito - der Schrei

Autor:
Maja

Rubrik:
auszeit nach dem abi

15.10.2012

Bis vor ein paar Jahren hat man in Deutschland nirgendwo unsere Flagge gesehen – man war nicht stolz, Deutscher zu sein. Auch wenn sich das in den letzten Jahren ein bisschen geändert hat, sind wir weit von dem Nationalstolz der Mexikaner entfernt. Besonders im September ist das zu sehen, das ist nämlich „el mes patrio”, also der Monat, in dem sich Mexiko selbst feiert. Warum? Am 15. September um 23 Uhr wurde vor über 200 Jahren die Unabhängigkeit Mexikos von Spanien ausgerufen, oder besser gesagt ausgeschrien. Deswegen wird an diesem Tag jedes Jahr zur gleichen Zeit die Unabhängigkeit gefeiert.

Ich habe diesen besonderen Tag mit der Familie meines Freundes verbracht. Es wurde die typische Pozole, eine sehr nahrhafte Suppe mit Mais, Schweinefleisch, Salat, Radieschen, Sahne, Tortilla und was man sich sonst noch so vorstellen kann, gegessen. Danach sind wir ins Zentrum Tlalnepantlas gelaufen um den „grito” mitzuerleben. Im Allgenmeinen werden die Hauptplätzte der Städte und Dörfer in den Landesfarben geschmückt, der Bürgermeister hält eine Rede und am Ende schreien alle „viva Mexico” – Es lebe Mexiko! Danach wird mit vielen Raketen und Musik weiter gefeiert.

Der eigentliche Feiertag ist aber der Tag danach. Traditionell gibt es in Mexikostadt an diesem Tag einen Militärumzug. Auch wenn ich kein Fan von solchen Dingen bin, hat mich der Umzug irgendwie beeindruckt, weil ich so etwas einfach noch nie gesehen hatte. Ich glaube, wenn man in Deutschland einen fünfstündigen Militärumzug mit Panzern, Hubschraubern, Fallschirmspringern und Düsenjets veranstalten würde, wäre das ein Skandal. Hier ist es eine Attraktion – wie ein Kirchweihumzug.

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