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Praktikum im Ausland

Ein Tag im öffentlichen Krankenhaus von Mexiko Stadt

Autor:
Maja

Rubrik:
auszeit nach dem abi

31.10.2012

In letzter Zeit hab ich mich total in den Wunsch, Medizin zu studieren, reingesteigert. Aber nachdem ich durch mein momentanes Praktikum bei Amnesty International gelernt habe, dass sich für ein Studium interessieren und in dem dazu gehörigen Bereich arbeiten zwei ganz verschiedene Sachen sind, wollte ich erst mal den Alltag eines Klinikarztes erleben, bevor diese Erfahrung durch das obligatorische Pflegepraktikum verstärkt werden wird.

Durch Zufall habe ich auf einer Party eine Ärztin kennengelernt, die an der UNAM, einer der besten öffentlichen Universitäten Mexikos, lehrt. Sie hat mich netterweise dazu eingeladen, sie im Uniteil des öffentlichen Krankenhauses (Hospital General) zu besuchen und zu sehen, wie dort gearbeitet wird.

Am vereinbarten Tag bin ich also mit der U-Bahn zu besagtem Krankenhaus gefahren und habe beim Aussteigen einen älteren Herren nach dem Weg gefragt. Zufälligerweise war er Arzt im Krankenhaus und hat mich gleich durch den Mitarbeitereingang eingeschleust. Nachdem ich ungefähr eine Stunde lang die Kardiologie der Universität gesucht habe, war ich dann endlich erfolgreich. Dieses Krankenhaus ist riesig es hat über 1.000 Betten!

Ich wurde ganz herzlich empfangen und erst mal allen vorgestellt. Unter anderem dem Oberarzt der Station, der ganz nebenbei der Bruder des Mexikanischen Nobelpreisträgers in Chemie ist. Jedenfalls waren alle sehr nett zu mir, haben mich alles anschauen lassen und mir alles erklärt. Ich habe mich wie im Paradies gefühlt – endlich durfte mein Hirn mal wieder arbeiten.

Ich war bei ganz normalen Gesprächen zwischen Arzt und Patient dabei, habe Herzbelastungstests gesehen und andere Methoden kennengelernt, mit denen die Funktionalität des Herzens oder bestimmte Herzkrankheiten untersucht werden. Der Höhepunkt war aber, dass ich mit in den OP durfte! Für mich war das eine sehr wichtige und großartige Erfahrung, denn ich war mir nicht sicher, ob ich das aushalten würde. Zunächst ist mir auch wirklich etwas schummerig geworden, als ich gesehen habe wie sie die einzelnen Gewebeschichten aufschnitten, um einen Herzschrittmacher zu implantieren, aber nach einer halben Tafel Schokolade war alles wieder im Lot. Bei der nächsten OP ging es mir dann bestens.

Nachdem ich mir jetzt relativ sicher bin, dass ich Medizin studieren will, werde ich mich mal über das Pflegepraktikum informieren und schauen, ob ich das vielleicht auch im Ausland machen kann.

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