interaktiv

Praktikum im Ausland

Umfragen

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

16.10.2015

Vergangene Woche ging mir sehr oft ein Sprichwort durch den Kopf, das meine Sozialkunde-Lehrerin häufig zu sagen pflegte: Traue nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast. Nun, wir erstellen momentan eine Statistik hier im Projekt, basierend auf einer Umfrage, die wir unter den Schülern verschiedener Altersgruppen, Lehrern und Eltern durchgeführt haben. Das Projekt „Yachay Mosoj“, so wie es jetzt ist, wird im Dezember enden und im Februar in überarbeiteter Form, mit neuer Motivation und neuen Angeboten für die Kinder und Mütter wieder aufgebaut. Unter anderem wird ein neu gebautes Gebäude, in dem sich auch mein Zimmer befindet, komplett in Betrieb genommen. Dort soll ein Elektronik-Kurs gehalten, ein neuer Computerraum eingerichtet und eine Bäckerei eröffnet werden.

Die Umfrage diente dazu, die Angebote perfekt auf die Bedürfnisse der Menschen im Viertel anpassen zu können. So zogen wir also bewaffnet mit Papier und Stift los in die Schulen, um alle Altersgruppen von der ersten bis zur zwölften Klasse in die Mangel zu nehmen. Allerdings waren sich sogar die Erwachsenen im Team nicht immer ganz einig, was die eine oder andere umständlich formulierte Frage überhaupt genau bedeuten sollte – und für sie ist Spanisch noch nicht einmal eine Fremdsprache. Für mich war es schon eine sehr große Herausforderung, für die Kleinsten andere Worte zu finden, damit auch sie wahrheitsgemäß antworten konnten. Größtenteils ging es um die Berücksichtigung der Rechte der Kinder in der Schule und die sozioökonomische Situation bei ihnen zu Hause. Weitere Punkte betrafen die Gesundheitsversorgung und eventuelle Arbeitsumstände, sollte das Kind irgendeiner Art von Arbeit nachgehen. Bei vielen der Fragen wagte ich es allerdings zu bezweifeln, dass das Ergebnis letztendlich in irgendeiner Form aufschlussreich sein könnte.

Die ganze Woche verbrachten wir schließlich damit, Excel-Tabellen und Kreisdiagramme zu erstellen, bis wir an die 200 Fragebögen in Prozente verwandelt hatten. All dieser Aufwand bedeutete einen Aufschub des monatlichen Planungstreffens aller Mitarbeiter von „Yachay Mosoj“ und damit dem Zeitpunkt, an dem ich endlich feste Aufgaben zugewiesen bekommen würde. Hoffentlich wird das bald nachgeholt, damit ich mich auch mal nützlicher fühle und nicht nur so, als würde ich auf Kosten des Projektes leben.

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