interaktiv

Praktikum im Ausland

Das erste Drittel

Autor:
Lea

Rubrik:
studium

13.11.2015

Jetzt bin ich schon seit zwei Monaten in Bolivien und habe damit schon ein Drittel meines Aufenthalts hier hinter mich gebracht. An diverse Mängel habe ich mich schon gewöhnt. Zum Beispiel funktionieren seit über einer Woche die Wasserleitungen nicht – weder in meinem Zimmer noch im Projekt. Daher muss ich von der Pförtnerin, die unter mir wohnt, Wasser in Eimern hoch in mein Bad schleppen. Ich habe auch schon zwei Stromausfälle miterlebt. Das Beste, was man dann machen kann, ist schlafen. Ansonsten lässt es sich hier erstaunlich gut leben. Ich habe viele Freunde gefunden, nicht nur in meinem Team, und nicht nur Bolivianer, sondern auch andere deutsche, spanische und italienische Volontäre. Zwei Deutsche arbeiten ein Stück weiter unten in der Stadt in einer Schule, ein weiterer Deutscher und Spanier sind bei den NAT’s anzutreffen. NAT’s steht für „Niños y adolescentes trabajadore“ also für die arbeitenden Kinder und Jugendlichen, die eine Bewegung mit einem äußerst interessanten Hintergrund darstellen. Bolivien ist das erste Land, das auf Drängen dieser Bewegung hin, die Kinderarbeit wieder erlaubt. Die NAT’s kann man sich als eine Gewerkschaft der Kinder vorstellen, die sich zusammengetan hat, um für eine gerechte Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten und gegen Ausbeutung zu kämpfen. Um über diese Gewerkschaft zu berichten, ist vor ein paar Tagen ein Journalist des Fernsehsenders „arte“ angekommen. Was er hier tut, finde ich sehr interessant, da ich überlege, nach dem Studium auch in der Medienbranche zu arbeiten. Bald kommt auch sein Filmteam nach, das seine Recherchen in eine Reportage verwandeln soll.

Übrigens habe ich vor kurzem mit meinen neuen Freunden eine dreitägige Salzwüstentour von Uyuni aus gemacht. Die Tour beinhaltete eine Besichtigung der Salzwüste mit einer Insel voller Riesenkakteen, Lagunen in verschiedenen Farben, in denen Unmengen an Flamingos leben. Wir konnten Geysire bei Sonnenaufgang bewundern und besuchten die natürlichen Thermalbäder. In drei Tagen habe ich vermutlich noch nie so viele verschiedene Landschaften gesehen wie dort.

Zurück im Projekt starte ich nun hoffentlich bald mit meinem Englischunterricht durch. Ein kleineres Vorhaben haben wir – der andere deutsche Volontär und ich – schon in die Tat umgesetzt, die Vorbereitung und Bepflanzung eines Gartens, der im Hof einer Kirche neben dem Projekt der NAT’s liegt. Dabei haben wir gleich die Kinder eingebunden, um ihnen ein bisschen Umweltbewusstsein näherzubringen.

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