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Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel

Mehr als eine Woche ist nun seit den schrecklichen Anschlägen von Paris vergangen und noch immer steht ganz Europa unter Schock. Auch hier in Brüssel ist die Lage mehr als angespannt.

Letztes Wochenende war meine Schwester zu Besuch bei mir in Belgien. Nach ihrer Ankunft am frühen Freitagnachmittag ging unser erster Weg in die Innenstadt. Ich zeigte ihr den Grand Place, das Manneken Pis und die große Einkaufsstraße mit den vielen verschiedenen Geschäften. Durch die lange Anreise per Zug war meine Schwester ziemlich erschöpft, so dass wir nach dem Abendessen zurück in meine Wohnung gingen, um entspannt das Länderspiel Frankreich gegen Deutschland am Fernseher anzuschauen.

Doch es wurde alles andere als ein entspannter Abend. Bis spät in die Nacht verfolgten wir schockiert die Ereignisse in der französischen Hauptstadt, die nur etwas mehr als 250 Kilometer von Brüssel entfernt liegt. Knapp fünf Wochen vorher war ich auf Grund der kurzen Entfernung selbst noch in Paris gewesen und hatte dort ein Wochenende verbracht, was mich noch mehr betroffen machte.

Trotzdem ließen meine Schwester und ich uns am nächsten Tag nicht abschrecken und gingen weiter auf Stadtbesichtigung. Insgeheim war ich etwas froh, dass wir die Innenstadt am Tag zuvor schon abgearbeitet hatten. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, doch es blieb ruhig. Den ganzen Tag waren mir aber schon unverhältnismäßig viele zivile Polizeiwagen aufgefallen, was sich am Abend dann auch durch Nachrichtenmeldungen erklärte. „Razzien in Molenbeek, Verdächtige festgenommen“. Nicht einmal 24 Stunden hatte es also gedauert, bis der Schrecken auch Brüssel erreicht hatte.

Am nächsten Morgen brachte ich meine Schwester dann auch schon wieder zum Bahnhof. Am liebsten hätte sie mich ins vermutlich sicherere Deutschland mitgenommen, doch das ging nicht. Zusammen mit meinen Praktikantenkollegen fuhr ich dann an diesem Tag nach Maastricht. Wir wollten einfach raus aus Brüssel und weg von der ganzen Angst. Trotz der Umstände hatte ich viel Spaß und einen schönen Tag, der eine wirkliche Erholung war.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
Nov 24, 2015

Praktikum im Ausland

Die Dschungellodge

Unsere Dschungellodge im Regenwald des Amazonastieflands bestand aus einer Ansammlung von rustikalen Hütten auf Stelzen. Einige lagen aufgrund der abnormen Überschwemmung des Vorjahres umgestürzt am Boden. Der Wasserspiegel des Amazonas schwankt enorm, wodurch der Pegelunterschied zwischen sechs und acht Metern betragen kann. Ich war fasziniert, die Überschwemmungsrückstände viele Meter über mir an den Bäumen zu sehen. Von der Lodge aus zu unserem Boot mussten wir von Tag zu Tag weiter laufen, da nach und nach der Flussarm vor den Hütten austrocknete.

Leider gehörte auch unser Toilettenhäuschen zu den Nichtschwimmern des letzten Jahres und so gab es nur eine improvisierte Toilette mit Panoramablick und eine Amazonas-Dusche mit allerlei Fischen. Die Piranhas würden wohl nur beißen, wenn sie Blut schnuppern, erklärte uns der Guide. Einige Überwindung kostete es mich trotzdem, um in das schlammige Wasser zu steigen, doch dann fand ich es sehr erfrischend.

Die Tage im Urwald waren sehr entspannt. Einmal gingen wir fischen und machten eine Wandertour durch den Dschungel, bei der wir Lianenwasser tranken, unser Tarzangeschick ausprobierten und vieles über die Natur lernten. An einem anderen Tag sahen wir rosa Flussdelfine, Taranteln, Faultiere, Krokodile und Paiches, eine Art Riesensüßwasserfisch. Beim Besuch der Affeninsel wurde jeder sichtbare Gegenstand von den Tieren genau untersucht. Der Versuch meine Sonnenbrille an den tierischen „Zöllnern“ vorbei zu schmuggeln, wurde stark sanktioniert. Sie verbogen diese und straften mich sogar mit einem Biss in den Finger. In der Erste-Hilfestation wurde ich jedoch gut versorgt, und später verarztete mich die Familie des Dschungelführers noch mit Heilpflanzen. Sie sind überzeugt, dass sich selbst Aids mit den Kenntnissen von Schamanen und Schamaninnen kurieren lässt und verwiesen auf Heilerfolge in ihrem Umkreis. Mein entzündeter Finger beruhigte sich, dank westlicher und pflanzlicher Medizin jedenfalls schnell wieder.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Nov 18, 2015

Praktikum im Ausland

Halbzeit

Nachdem ihr nun schon länger nichts mehr von mir gehört habt, melde ich mich mal wieder aus Brüssel. Wie ich vor kurzem mit einem Blick in den Kalender festgestellt habe, ist mein Praktikum schon zur Hälfte vorbei – was ich fast nicht glauben konnte.

Inzwischen habe ich viele neue Bereiche im Veranstaltungsteam kennengelernt und arbeite an allen Ecken und Enden mit. Es ist immer wieder schön, wenn ich eine Tätigkeit schon kenne und nicht mehr nachfragen muss, was ich denn nun eigentlich zu tun habe und das ist mittlerweile zum Großteil der Fall. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt vollständig integriert und für das Team tatsächlich eine große Hilfe bin. Gerade jetzt ist das sehr wichtig, da die nächsten Wochen bis Weihnachten noch einmal sehr arbeitsintensiv werden, da in der Vertretung viele Veranstaltungen geplant sind. Dabei kommen auch Mitglieder des bayerischen Kabinetts nach Brüssel, was die Organisation der Veranstaltung gleich doppelt anstrengend macht. Ich freue mich aber sehr auf diese Zeit und bin gespannt, wie die Adventszeit hier in Belgien sein wird. Es soll auch einen Brüsseler Weihnachtsmarkt geben, auch wenn dieser meiner Meinung nach mit großer Sicherheit nicht an den berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt herankommen wird.

Anfang Dezember veranstaltet auch die bayerische Vertretung einen Abend im Advent, bei dem jedes Jahr einer der sieben bayerischen Regierungsbezirke präsentiert wird. Dieses Jahr ist Schwaben an der Reihe, was mich als waschechten Franken noch etwas skeptisch stimmt. Allerdings habe ich bei der Planung schon mitbekommen, dass auch die Schwaben nicht ohne Nürnberger Lebkuchen und Christkindlesmarkt-Glühwein auskommen.

Vergangenes Wochenende hatte ich schließlich meine Eltern zu Gast und habe ihnen bei blendendem Wetter die Stadt gezeigt, was eine tolle Abwechslung war. Sie waren schon einmal hier, als wir meinen Umzug organisiert hatten, allerdings war damals für eine Besichtigung so gut wie keine Zeit. Natürlich empfahl ich ihnen auch, die berühmten belgischen Waffeln und Pommes zu probieren, die hier übrigens, wie ich finde, tatsächlich ganz anders und viel besser schmecken als zu Hause.

Kommendes Wochenende kommt meine Schwester zu Besuch nach Brüssel. Ich bin schon gespannt, ob auch sie so begeistert sein wird wie der Rest der Familie und die Stadt in guter Erinnerung behalten wird.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  Nov 17, 2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
Nov 17, 2015