interaktiv

Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel - Teil 2

Autor:
Christoph

Rubrik:
studium

27.11.2015

Nach den Razzien und Festnahmen im Zuge der Anschläge von Paris überschlugen sich die Ereignisse in Brüssel. Über verschiedene Liveticker verfolgten meine Kollegen und ich die Geschehnisse in der Stadt. Es wurde von weiteren Razzien berichtet und die Bevölkerung wurde gewarnt. Kurz bevor wir uns schließlich im Hof der Vertretung versammeln wollten, um die europaweite Schweigeminute in Gedenken an die Opfer von Paris gemeinsam zu begehen, erreichte mich eine schockierende Tickermeldung: „Schießerei in der Rue de la Loi“.Das war die zentrale Straße, die das Europaviertel mit der Innenstadt verbindet. Die Straße auf der ich noch am Tag zuvor mit meiner Schwester zum Bahnhof gelaufen war und die jeden Tag auf meinem Weg zu Arbeit liegt. Die Nerven lagen blank.

Später stellte sich das jedoch als Falschmeldung heraus. In einer Parallelstraße war ein verdächtiges Auto mit französischem Kennzeichen gefunden worden, dass von der Polizei aufgesprengt wurde. Auch nicht schön, aber trotzdem in dieser Situation sehr beruhigend. Mein Tag war trotzdem gelaufen. Beinahe im Minutentakt erreichten mich besorgte Nachrichten aus der Heimat – was den Arbeitsablauf natürlich behinderte – aber an diesem Tag war sowieso alles anders. Trotzdem war viel zu tun. Der Trubel erreichte mich mitten in unserer anstrengendsten Woche seit dem Oktoberfest und am Abend sollte Staatsministerin Dr. Merk bei uns im Haus zu Gast sein. Leider kamen auf Grund der Ereignisse des Tages nur wenige Besucher in die Vertretung, was die Stimmung noch mehr dämpfte.

In den folgenden Tagen blieb es zum Glück weitgehend ruhig, wodurch sich auch meine Freunde und Familie in Deutschland wieder etwas entspannten. Am Wochenende erwartete ich wieder Besuch von Freunden, die sich ihre Reise nach Brüssel aber verständlicherweise noch zweimal überlegten. Freitagnachmittag holten sie mich in der Vertretung ab, wo ich ihnen noch kurz die Räumlichkeiten zeigte. Anschließend verbrachte ich mit ihnen einen schönen Abend und führte sie, wie meine Schwester, durch die Innenstadt. Nachdem ich sie knapp drei Monate nicht gesehen hatte, war es schön sie wieder bei mir zu haben, besonders nach der letzten Woche. Leider stellte sich jedoch schon am nächsten Morgen heraus, dass der Freitag der einzig schöne Tag ihres Besuchs bleiben sollte.

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