interaktiv

Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel - Teil 3

Autor:
Christoph

Rubrik:
studium

30.11.2015

Als ich morgens aufwachte und wie üblich den Blick auf mein Smartphone richtete, um Nachrichten zu lesen, traute ich meinen Augen nicht: „Ausnahmezustand in Brüssel. Behörden rufen höchste Terrorwarnstufe aus. Metroverkehr eingestellt.“Ich fragte mich, was die Behörden dazu bewegte, über Nacht und ohne konkrete Ereignisse die maximale Gefahrenstufe auszurufen?

Eins war klar, meine Tagesplanung für meine Gäste und mich war hinfällig. Das Atomium ist von meiner Wohnung aus nur mit der U-Bahn zu erreichen und große Menschenansammlungen wie in Innenstädten sollten gemieden werden. Also gingen wir los und besorgten uns im nahegelegenen Supermarkt erst einmal ein Frühstück. Die Stadt wirkte wie ausgestorben, was der einsetzende ungemütliche Schneeregen wohl noch verstärkte. Mittags spazierte ich mit meinen Freunden durch den Jubelpark, der fußläufig in fünf Minuten von meiner Wohnung aus zu erreichen ist. Danach entschieden wir, die Empfehlungen der Behörden ernst zu nehmen und zogen uns in meine Wohnung zurück. Dort verbrachte ich mit meinen Freunden die restliche Zeit bis zu ihrer Abfahrt zum Flughafen am Sonntag. Ein schönes Wochenende in der belgischen Hauptstadt stellt man sich wohl anders vor!

Am Sonntag wollte ich mit meinen Kollegen nach Brügge fahren. Ein Sonntagsausflug wie er in unserem Praktikantenkreis fast schon zur Gewohnheit geworden ist. Letztendlich waren die Bedenken, zum Bahnhof zu kommen und dort auf einen Zug zu warten, doch zu groß – also blieb ich, wie meine Kollegen, zu Hause.

Am Wochenende wurde eine Telefonkette eingerichtet, dank derer die Mitarbeiter der bayerischen Vertretung darauf hingewiesen wurden, größte Sorgfalt walten zu lassen. Später kam über diesen Kanal die Nachricht, dass die Vertretung geschlossen bleibt, solange die Warnstufe für die Stadt ausgerufen ist, was mittlerweile auch schon seit zwei Tagen der Fall war. Einige der Praktikanten haben die Stadt verlassen, die Warnstufe gilt mittlerweile bis nächsten Montag, also noch eine ganze Woche. Ab morgen werden die Schulen in der Stadt wieder geöffnet und die Metros werden wieder fahren. Daraufhin entschied auch die Leitung der Vertretung, die Arbeit wieder aufzunehmen, jedoch auf freiwilliger Basis. Ich werde arbeiten, wahrscheinlich bin ich nirgendwo sicherer als in einer Institution in der Nähe der Europäischen Einrichtungen. Außerdem ist derzeit alles schöner, als sich weiter in der kleinen Wohnung einzusperren. Für das Wochenende plane ich wieder einen Besuch in der Heimat. Selten war der Zeitpunkt dafür passender!

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