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Praktikum im Ausland

Jugendklimagipfel in Paris

Während meines Urlaubs nahm ich dieses Jahr an der „Conference of Youth“ (COY) in Paris teil. Diese findet jedes Jahr kurz vor der UN-Klimakonferenz statt. Auf diesem Jugendklimagipfel treffen sich junge Menschen aus aller Welt, um gemeinsam über Klimafragen zu diskutieren.

Nachdem ich mit dem Nachtbus nach Paris gefahren war, wurde ich frühmorgens bei klirrender Kälte vor den Eingangstoren des „Parc des Expositions“ erst einmal abgewiesen. Da ich nicht im Organisationsteam, sondern nur als Teilnehmer und Berichterstatter des „Manifesto“-Teams für „Sustainable Food Productions“ angereist war, durfte ich erst nach acht Uhr morgens in die Messehallen der COY eintreten. Ein Pain au Chocolat und eine heiße Schokolade hielten mich wach, bevor ich mich mit 3.000 anderen Teilnehmern aus aller Welt in das Klimaabenteuer stürzte.

Wir müssen die Art und Weise, wie wir über das Klima reden, ändern, lautete die Devise an allen Ecken. Workshops zur Klimakommunikation, Selbstfindung und nachgespielte Klimagipfelkonferenzen – der Jugendklimagipfel ist ein Event zum Netzwerken für junge Aktivisten und Weltveränderer. Während meine Kollegin und ich versuchten, ein Dokument über nachhaltige Nahrungsmittelproduktion mit Einflüssen von Afrika bis zu den USA zu verfassen, konnte ich in den Pausen alte Bekannte aus Neuseeland treffen, die als Teil der offiziellen Delegation angereist waren und auf dem UN-Klimagipfel ihre Stimme laut machen würden.

Die Rede von einem möglichen Klimawandel war gestern. Es passiert genau jetzt: die Wissenschaftler legen die Daten vor und diese werden nicht mehr angezweifelt. Klimawandel passiert sowohl direkt vor unserer Haustüre als auch weit entfernt. Anstatt Leute zu verunsichern, zu beängstigen oder ihnen Schuldgefühle einzureden, unterhielten wir uns darüber, wie wir positiv und konstruktiv über dieses Thema reden könnten. Am Ende hatten wir das ausgearbeitete Manifesto, Tatendrang in der Luft und Paris vor der Haustür. Wir werden sehen, ob die Hoffnungen der Jugend sich in politischen Taten manifestieren.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  Dec 14, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
Dec 14, 2015

Praktikum im Ausland

Schuljahresende

Hier in Bolivien sind wir gerade mitten in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. Das muss für euch in Deutschland sehr seltsam klingen, aber hier ist wirklich gerade der Sommer angebrochen. Die versprochene Regenzeit hält sich allerdings immer noch zurück, dafür sind die Nächte milder geworden. Das heißt, ich brauche keine vier Bettdecken mehr, drei reichen auch.

Das Ausbleiben des Regens macht es jedenfalls schwer, unser Gartenprojekt voranzutreiben. Die ersten Versuche Bäume zu pflanzen, waren leider wenig erfolgreich. Die Pfirsiche und die Feige sind schon eingegangen, nur die Apfelbäumchen und die Ulme haben überlebt. Ob die Kartoffeln gut gedeihen, wird sich herausstellen, aber wegen der Trockenheit konnten wir den Salat, den Thomas vorgezüchtet hat, noch nicht aussetzen.

Dafür haben wir ausprobiert, ob man mit den Kindern Papierschöpfen kann. Das mussten wir mangels eines Rahmens zwar ziemlich improvisieren, zum Glück steht uns in der Küche aber ein riesiges Püriergerät zur Verfügung, mit dem sich aus den vorgerissenen Papierschnipseln ein hervorragender Cellulosebrei herstellen ließ. Das Ganze musste anschließend nur noch mit einem Nudelholz auf einem Tuch ausgerollt werden und einen Tag lang trocknen. Bald wollen wir ein Riesenpapier angehen, auf dem wir zusammen mit den Kindern ein Plakat zum Thema „Papierherstellung“ gestalten. Soweit zumindest der Plan.

Im Projekt bleibt uns dafür sogar noch ein bisschen mehr Zeit als an den Schulen, denn obwohl die Ferien nächste Woche anfangen, wird Yachay Mosoj bis zum 16. Dezember geöffnet haben. Allerdings kommen schon deutlich weniger Kinder. Vormittags ist fast niemand mehr da, weshalb ich mich zu der Zeit immer mehr in die Küche zurückziehe und dort aushelfe. Das ist auch der Grund dafür, dass es mit dem Englischunterricht bisher noch nicht geklappt hat. Ab und an kommt aber schon der eine oder andere mit seinen Englisch-Hausaufgaben zu mir, was mir jedoch nur noch mehr vor Augen führt, wie spärlich diese Weltsprache hier unterrichtet wird. Dafür spricht aber fast jeder Quechua, eine der indianischen Sprachen. Etwas paradox ist das schon.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 9, 2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
Dec 9, 2015

Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel - Teil 3

Als ich morgens aufwachte und wie üblich den Blick auf mein Smartphone richtete, um Nachrichten zu lesen, traute ich meinen Augen nicht: „Ausnahmezustand in Brüssel. Behörden rufen höchste Terrorwarnstufe aus. Metroverkehr eingestellt.“Ich fragte mich, was die Behörden dazu bewegte, über Nacht und ohne konkrete Ereignisse die maximale Gefahrenstufe auszurufen?

Eins war klar, meine Tagesplanung für meine Gäste und mich war hinfällig. Das Atomium ist von meiner Wohnung aus nur mit der U-Bahn zu erreichen und große Menschenansammlungen wie in Innenstädten sollten gemieden werden. Also gingen wir los und besorgten uns im nahegelegenen Supermarkt erst einmal ein Frühstück. Die Stadt wirkte wie ausgestorben, was der einsetzende ungemütliche Schneeregen wohl noch verstärkte. Mittags spazierte ich mit meinen Freunden durch den Jubelpark, der fußläufig in fünf Minuten von meiner Wohnung aus zu erreichen ist. Danach entschieden wir, die Empfehlungen der Behörden ernst zu nehmen und zogen uns in meine Wohnung zurück. Dort verbrachte ich mit meinen Freunden die restliche Zeit bis zu ihrer Abfahrt zum Flughafen am Sonntag. Ein schönes Wochenende in der belgischen Hauptstadt stellt man sich wohl anders vor!

Am Sonntag wollte ich mit meinen Kollegen nach Brügge fahren. Ein Sonntagsausflug wie er in unserem Praktikantenkreis fast schon zur Gewohnheit geworden ist. Letztendlich waren die Bedenken, zum Bahnhof zu kommen und dort auf einen Zug zu warten, doch zu groß – also blieb ich, wie meine Kollegen, zu Hause.

Am Wochenende wurde eine Telefonkette eingerichtet, dank derer die Mitarbeiter der bayerischen Vertretung darauf hingewiesen wurden, größte Sorgfalt walten zu lassen. Später kam über diesen Kanal die Nachricht, dass die Vertretung geschlossen bleibt, solange die Warnstufe für die Stadt ausgerufen ist, was mittlerweile auch schon seit zwei Tagen der Fall war. Einige der Praktikanten haben die Stadt verlassen, die Warnstufe gilt mittlerweile bis nächsten Montag, also noch eine ganze Woche. Ab morgen werden die Schulen in der Stadt wieder geöffnet und die Metros werden wieder fahren. Daraufhin entschied auch die Leitung der Vertretung, die Arbeit wieder aufzunehmen, jedoch auf freiwilliger Basis. Ich werde arbeiten, wahrscheinlich bin ich nirgendwo sicherer als in einer Institution in der Nähe der Europäischen Einrichtungen. Außerdem ist derzeit alles schöner, als sich weiter in der kleinen Wohnung einzusperren. Für das Wochenende plane ich wieder einen Besuch in der Heimat. Selten war der Zeitpunkt dafür passender!

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  Nov 30, 2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
Nov 30, 2015