interaktiv

Praktikum im Ausland

Schuljahresende

Autor:
Lea

Rubrik:
orientieren

09.12.2015

Hier in Bolivien sind wir gerade mitten in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. Das muss für euch in Deutschland sehr seltsam klingen, aber hier ist wirklich gerade der Sommer angebrochen. Die versprochene Regenzeit hält sich allerdings immer noch zurück, dafür sind die Nächte milder geworden. Das heißt, ich brauche keine vier Bettdecken mehr, drei reichen auch.

Das Ausbleiben des Regens macht es jedenfalls schwer, unser Gartenprojekt voranzutreiben. Die ersten Versuche Bäume zu pflanzen, waren leider wenig erfolgreich. Die Pfirsiche und die Feige sind schon eingegangen, nur die Apfelbäumchen und die Ulme haben überlebt. Ob die Kartoffeln gut gedeihen, wird sich herausstellen, aber wegen der Trockenheit konnten wir den Salat, den Thomas vorgezüchtet hat, noch nicht aussetzen.

Dafür haben wir ausprobiert, ob man mit den Kindern Papierschöpfen kann. Das mussten wir mangels eines Rahmens zwar ziemlich improvisieren, zum Glück steht uns in der Küche aber ein riesiges Püriergerät zur Verfügung, mit dem sich aus den vorgerissenen Papierschnipseln ein hervorragender Cellulosebrei herstellen ließ. Das Ganze musste anschließend nur noch mit einem Nudelholz auf einem Tuch ausgerollt werden und einen Tag lang trocknen. Bald wollen wir ein Riesenpapier angehen, auf dem wir zusammen mit den Kindern ein Plakat zum Thema „Papierherstellung“ gestalten. Soweit zumindest der Plan.

Im Projekt bleibt uns dafür sogar noch ein bisschen mehr Zeit als an den Schulen, denn obwohl die Ferien nächste Woche anfangen, wird Yachay Mosoj bis zum 16. Dezember geöffnet haben. Allerdings kommen schon deutlich weniger Kinder. Vormittags ist fast niemand mehr da, weshalb ich mich zu der Zeit immer mehr in die Küche zurückziehe und dort aushelfe. Das ist auch der Grund dafür, dass es mit dem Englischunterricht bisher noch nicht geklappt hat. Ab und an kommt aber schon der eine oder andere mit seinen Englisch-Hausaufgaben zu mir, was mir jedoch nur noch mehr vor Augen führt, wie spärlich diese Weltsprache hier unterrichtet wird. Dafür spricht aber fast jeder Quechua, eine der indianischen Sprachen. Etwas paradox ist das schon.

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