interaktiv

Praktikum im Ausland

Advent, Advent

Autor:
Christoph

Rubrik:
studium

18.12.2015

Knapp ein Monat ist seit den Terroranschlägen von Paris vergangen. Ein Monat, in dem auch hier in Brüssel alles etwas anders war. Während die Terrorstufe vier galt, war die Stadt zeitweise wie ausgestorben. Schulen und Kindergärten sowie öffentliche Einrichtungen waren geschlossen und auch ich arbeitete von zu Hause aus. Mittlerweile ist wieder ein wenig Normalität eingekehrt und der Alltag ist zurück. Einzig die große Zahl an Soldaten, die vor den Institutionen patrouillieren, erinnern noch an die Geschehnisse.

Ich hatte mich schon seit meiner Ankunft in Belgien auf die Adventszeit gefreut. Das erste Mal, dass ich diese vorweihnachtliche, besinnliche Zeit nicht zu Hause mit meiner Familie verbringen sollte, sondern in einer fremden Stadt in einem anderen Land. Der erste Dämpfer erfolgte schließlich kurz vor dem ersten Advent. Unser lange und intensiv vorbereiteter Abend im Advent in der Vertretung wurde auf Grund der Terrorgefahr vorsorglich abgesagt. Natürlich gab es keine konkrete Gefährdung für die Bayerische Vertretung, doch wer möchte unter diesen Umständen schon die Verantwortung für eine Veranstaltung mit 400 Personen übernehmen? Kurz nach der Absage folgte die Herabstufung der Terrorwarnstufe, was mich noch mehr ärgerte.
Unsere bayerische Europaministerin Dr. Beate Merk ließ es sich trotzdem nicht nehmen, nach Brüssel zu reisen. Sie besuchte uns am nächsten Morgen beim wöchentlichen Jour-fixe, unserer internen Besprechungsrunde. Jeder Mitarbeiter erhielt neben den guten Wünschen der Ministerin auch ein kleines weihnachtliches Präsent. Eine sehr schöne Geste!

Meine Kollegen und ich steuerten als Ersatzveranstaltung nach Feierabend einen der vielen in der Stadt verteilten Weihnachtsmärkte an. Schon seit mehreren Tagen leuchtete die Stadt auf dem Nachhauseweg am Abend in weihnachtlichen Farben. Das Rathaus am Grand Place überrascht jede halbe Stunde mit einer bunten Lichtershow.
Was uns dann am Weihnachtsmarkt erwartete, erinnerte mich sehr an die Heimat. Viele verschiedene Buden, die zusammen eine kleine weihnachtliche Stadt bildeten, in der es herrlich duftete. Der Inhalt der Buden reichte dann vom bekannten Glühwein, der tatsächlich auch in Belgien Glühwein heißt – was mich sehr überraschte, bis hin zu Ständen mit ganz exotischen Dingen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Irgendwie dann doch ein bisschen wie zu Hause, auch wenn der heimische und weltbekannte Nürnberger Christkindlesmarkt natürlich nicht zu ersetzen ist.

 

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