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Praktikum im Ausland

Ein Ausflug der besonderen Art

An einem schönen Mittwochmorgen trafen wir uns pünktlich um halb zehn bei den NAT's. Mit von der Partie: Ein anderer deutscher Volontär, zwei bolivianische Studenten und ich. Unser Plan: Kakteen für den Garten holen. Denn der Vorteil von Kakteen besteht darin, dass sie auch bei dieser Höhe und der andauernden Trockenheit nicht sterben, wie es schon bei ein paar Pflanzen passiert ist.

Nur richtig durchstarten konnten wir lange noch nicht, denn es fehlte unser Fahrer, der Chauffeur der Caritas von Potosí, Überorganisation von Yachay Mosoj und anderen sozialen Projekten der Stadt. Eine Stunde nach der verabredeten Zeit tauchte er schließlich auf. Nach drei Monaten in Bolivien habe ich mich so langsam an gewisse Eigenarten gewöhnt und kreuze selbst die übliche halbe Stunde zu spät auf, da es vorher sowieso nie losgeht.

Unser Weg führte uns hinauf Richtung Cerro Rico, darum herum, dann passierten wir eine Mautstelle und plötzlich befanden wir uns mitten im Nirgendwo. Weite Ebenen, auf denen friedlich Lamas grasten, wechselten sich mit tiefen Schluchten ab. Man sah mehr und mehr Kakteen, was mich irgendwie an Wildwest-Filme erinnerte.

Schließlich fanden wir eine geeignete Stelle, um den Kakteen-Wald ein wenig zu plündern. Dafür hatten wir extra Spitzhacken und Handschuhe mitgebracht. Es war viel einfacher, die stacheligen Gesellen aus der Erde zu ziehen, als ich es vorher erwartet hatte. Man konnte die ausgegrabenen Kakteen einfach an den Wurzeln packen und sie konnten sich nicht mehr wehren. So schafften wir es, acht Pflanzen sicher auf die Ladefläche unseres Pick-ups zu verfrachten und ab ging es zurück nach Potosí.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  Jan 7, 2016
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
Jan 7, 2016

Praktikum im Ausland

Mein lieber Schwede!

Auf meinem Schoß lag „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson. Das Buch handelt von Allan Karlsson, der, wie der Titel verrät, an seinem 100. Geburtstag in ein neues Abenteuer aufbricht. Empfohlen wurde mir das Buch von einem Mitbewohner einer Kollektive in Stockholm, um ein bisschen schwedische Literatur zu genießen. Es war der ideale Begleiter, um Stockholm im Winter zu entdecken.

Ich war zum ersten Mal in Schweden und anstatt alle Museen zu besuchen oder alle Aussichtspunkte zu genießen, wollte ich entdecken, was den Schweden, dessen Kultur und Lebensstil ausmacht. Man sagt, er oder sie sei stilsicher, liebe Aufwendiges und Ausgefeiltes und lege großen Wert auf Qualität und gutes Essen. Entgegen dieser Vorurteile ist Allan aus oben genanntem Roman aber gar nicht so. Allan ist ein Tausendsassa und Abenteurer, der völlig sorglos durchs Leben geht, von Kontinent zu Kontinent wandelt und in seiner Einfachheit die Krisen des letzten Jahrhunderts mit- und überlebt.

Ich konnte mich nicht von dem Buch lösen und nutze jede Minute in der U-Bah, um zu lesen. Ich ließ mich durch Stockholm treiben, immer der Nase nach, um die Stadt zu entdecken. Und selbst als ich mich, wie vereinbart, mit Freunden und Kollegen traf, machte ich Bekanntschaften mit allerlei Allan-Charakteren: Einem Aussteiger, der seinen Laptop mit Solarpanels ausgestattet mit in die Wildnis nahm und von dort aus an seinem IT-Projekt arbeitete. Einem Vagabunden, der ehemals im Finanzsektor gearbeitet hatte und in ein Haus investierte, um eine Kollektive ins Leben zu rufen und die Philosophie von Couchsurfing täglich selbst zu leben. Und einem ehemaligen Diplomaten, mit dem ich über Ethisches Investment und die Vorzüge von Kickstartern philosophierte.

Ohne jegliche Planung außer einem Date zum Holzhacken und der lieben Liebe, dachte ich, dass mein Zwischenstopp in Schweden anders verlaufen würde. Gespräche über Obdachlose, Immigranten, die Wahlen in Spanien und Grübeln über die Zukunft Griechenlands machten meinen Besuch hier sehr ereignisreich, aktuell und im Herzen europäisch.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 30, 2015
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Dec 30, 2015

Praktikum im Ausland

Hartz IV

Frisch in Berlin angekommen, muss ich der Realität ins Auge schauen: Wenngleich ich schon unendlich viele Schauergeschichten über das Jobcenter und den Hartz IV-Antrag gehört habe, beschloss ich diese Unterstützung zur Finanzierung meines Unterhaltes zu beantragen. Ich war dann doch überrascht, wie einfach dies vonstatten ging.

Es mag sein, dass viele Personen negative Erfahrungen mit dem Jobcenter gesammelt haben, doch bei mir war alles sehr unproblematisch. Zwar wiegt so ein Hartz IV-Antrag bestimmt ein halbes Kilo und es nimmt einige Zeit in Anspruch bis man wirklich alle Dokumente und alle Formblätter beisammen und auch die seltsamsten Fragen beantwortet hat, doch alle Mitarbeiter/innen waren dabei stets hilfsbereit und sehr freundlich.

Für mich lag die große Herausforderung vielmehr darin, dass ich für den Abschluss des Hartz IV-Antrags aufgrund meiner Rückkehr aus dem Ausland und erstmaligen Zuzugs nach Berlin eine Wiederaufnahme in die Krankenkasse beantragen musste. Zudem brauchte ich einen Mietvertrag, einen neuen Personalausweis und eine Meldebescheinigung vom Bürgeramt. Letzteres ist leider komplett überlastet und vergibt Termine nur mit zweimonatiger Wartezeit. Ohne gültigen Personalausweis kann man sich jedoch nicht ummelden und ohne Mietvertrag gibt es keinen Namen am Postkasten (unser Hausmeister reißt ihn konsequent ab) und ohne Namen am Postkasten läuft wirklich vieles schief, wenn es um offizielle Organisationsprozesse geht.

Nach diesen ersten, chaotischen Wochen in Berlin konnte ich diesen riesigen, organisatorischen Knoten jedoch auflösen. Viel Kommunikation und konsequentes Nachfragen haben es möglich gemacht. Ich bin erleichtert, diesen essentiellen Teil hinter mich gebracht zu haben und nun wieder Zeit für andere Sachen zu haben.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  Dec 28, 2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
Dec 28, 2015