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Praktikum im Studium

Autofahren in den USA

Normalerweise geht man davon aus, dass es bezüglich der Straßenverkehrsordnung keine großen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA gibt. Das ist im Grunde genommen auch so, da in beiden Ländern Rechtsverkehr herrscht. Dennoch gibt es einige Regeln und Vorschriften, an die man sich zunächst gewöhnen muss. An erster Stelle wäre hier das Stoppschild zu erwähnen. Stopp in Amerika meint auch wirklich Stopp. Während man in Deutschland mehr oder weniger nur kurz vom Gas geht, bremsen die Autofahrer hier wirklich bis zum Stillstand ab. Der Grund dafür ist eine weitere Regel, die hier tagtäglich angewendet wird: An einer Kreuzung, die nicht durch Ampeln geregelt wird, gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Klingt im ersten Moment etwas ungewöhnlich, klappt aber problemlos, da sich alle an die Stoppschildregelung halten. Der andere Grund ist natürlich die hohe Geldstrafe, die man zahlen muss, wenn man von der Polizei erwischt wird.
Generell ist hier mit der Polizei nicht zu spaßen und die Geldbußen schnellen gerne mal in schwindelerregende Höhen. Handy am Steuer, ohne Ausweisdokumente unterwegs oder mit der Radarpistole erwischt und schon sind mehrere hundert Dollar fällig. Deswegen ist während des Fahrens wirklich erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Diese ist nicht nur wegen der potenziellen Vergehen wichtig, sondern auch wegen des wirklich abnormalen Verkehrs in Metropolen wie Los Angeles. Die meisten Freeways, wie hier die Autobahnen heißen, besitzen fünf bis sieben Spuren in beide Richtungen und trotzdem geht es zur Rushhour nur langsam vorwärts. Da ist es sehr angenehm, wenn man zu zweit oder mit mehreren Personen im Auto ist, weil man dann berechtigt ist, die sogenannte „Carpool-Lane“ zu benutzen, auf der meistens etwas weniger los ist. Ansonsten muss man sich seinen eigenen Weg durch den Asphaltdschungel bahnen.
Dabei ist es kein Problem, auf einem Free- oder Highway auch rechts zu überholen, was hier völlig legal ist. Innerhalb der Stadt darf man an Kreuzungen, die mit einer Ampel geregelt sind, immer rechts abbiegen, sobald niemand kommt und unabhängig davon, ob rot oder grün ist. Sucht man einen Parkplatz, ist es wichtig, nicht vor einem Hydranten oder rot lackierten Bordstein zu stehen. Wie man sieht, gibt es einige kleine Unterschiede, auf die man sich durchaus einstellen muss. Aber hey, wäre ja langweilig, wenn es wie daheim wäre.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Oct 18, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Oct 18, 2016

Praktikum im Studium

Arbeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Seit einigen Wochen arbeite ich nun schon für Porsche Motorsport North America und bin dort interner Ansprechpartner bei technischen Problemen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Kundenbetreuer, die am Wochenende bei allen wichtigen Rennen in den USA vertreten sind, zu unterstützen. Das mache ich, indem ich deren Schadensmeldungen und Unfallberichte verarbeite und anschließend Teile begutachte. Ansonsten verwalte ich unser Qualitätsmanagementsystem und bereite Unterlagen für die Rennveranstaltungen vor.
Meine Arbeitstage dauern normalerweise von 7 bis 16 Uhr, also klassisch – dachte ich zumindest. Wobei ich mich schon zu Beginn über diese Arbeitszeiten gewundert hatte, da Motorsport und genau definierte Bürotage doch eigentlich nicht zueinander passen. Realistisch gesehen werde ich wohl einige Überstunden machen müssen, um mein Pensum zu erledigen. Das stört mich aber nicht weiter, da ich ja auf meiner absoluten Traumstelle arbeite: Während der Arbeitszeit in Rennwagen zu sitzen oder Teile zu Gesicht zu bekommen, die von den Entwicklungsabteilungen sonst streng geheim gehalten werden, ist einfach der Wahnsinn. Ich hatte auch schon die Ehre Patrick Long, einen Werksfahrer der Firma Porsche zu treffen.
Meine Kollegen sind sehr nett, aber die meiste Zeit irgendwo in den USA unterwegs. Ob die Arbeitskultur sich sehr von der in Deutschland unterscheidet, weiß ich noch nicht. Nach knapp drei Wochen ist das schwer zu beurteilen, zumal unser Team ein internationaler Mix aus Deutschen, Engländern und Amerikanern ist. Das werde ich wohl erst später beurteilen können. In den nächsten Wochen ist an meinem Arbeitsplatz aber auch so einiges geboten, da das neue Firmengebäude eröffnet und der alte Standort endgültig geschlossen wird. Dass ich diesen Prozess als Mitarbeiter miterleben kann, ist für mich sehr interessant – da habe ich wohl gutes Timing bewiesen.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Oct 11, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Oct 11, 2016

Praktikum im Studium

Kolonialismus 2.0?

Mein Studiengang „Internationale Soziale Arbeit“ behandelt unheimlich viele Themen. In den zwei vergangenen Semestern habe ich mich unter anderem mit Kultur, Religion, Bildung, Krieg, Frieden, Extremismus und Menschenrechten auseinandergesetzt. Viele Themen haben mich traurig oder wütend gemacht, weil es meist um Ungerechtigkeit in der Welt ging. Als angehende internationale Sozialarbeiter haben wir in den Seminaren aber nicht nur darüber gesprochen, was in dieser Welt schief läuft, sondern auch, welche Möglichkeiten es gibt, daran etwas zu ändern. Da ist die weltweite Entwicklungszusammenarbeit, mit ihren positiven und negativen Aspekten, natürlich ein wichtiges Thema.
Es fühlt sich für mich seltsam an, als Weiße in ein afrikanisches Land zu gehen, um dort zu arbeiten. Da muss ich an Kolonialismus denken und wie dieser dazu geführt hat, dass ich als weiße Europäerin sehr privilegiert leben kann. Ist das, was ich, meine Kommilitonen und alle Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit tun, nicht einfach Neokolonialismus?
Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, um mit der existenziellen Frage umzugehen, ob mein Praktikum in Uganda koloniale Strukturen fortsetzt. Eine ist es wohl, zu überprüfen, welche Aufgaben mir während des Praktikums übertragen werden. Würde ich vergleichbare auch in einem Praktikum in Deutschland zugedacht bekommen? Oder wird mir eine zu verantwortungsvolle Position vorgeschlagen? Wenn ja, hängt das damit zusammen, dass durch Kolonialismus ein Bild der Weißen als Experten für alles erzeugt wurde? Mir wurde auch wichtig zu hinterfragen, wem mein Praktikum nützt. Es kann sein, dass hier die Antwort lautet: Nur mir. Auch das kann in Ordnung sein, ich habe das auch schon bei Praktika in Deutschland erlebt. Dann sollte ich mir das aber eingestehen und den Gedanken aufgeben, ich würde die Welt mit meiner Arbeit irgendwie verbessern. Drittens sollte ich mir meiner eigenen unverdienten Privilegierung bewusst werden. Ich lebe in einer Welt, in der rassistische Gedanken auch 2016 noch in vielen Köpfen stecken. Durch mein Reflektieren hebe ich nicht alle Ungerechtigkeiten in dieser Welt auf. Aber diese schmerzhafte Erkenntnis ist meiner Meinung nach notwendig, wenn wir an der Ungerechtigkeit in dieser Welt etwas ändern wollen.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Oct 10, 2016
Autor: Annika
Rubrik: studium
Oct 10, 2016