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Praktikum im Studium

Die ersten Tage in Kampala

Nun bin ich in Uganda angekommen. Seitdem werde ich mit Freundlichkeit und Essen überschüttet. Vor allem meine Vermieter, die mich „Tochter“ nennen und auch so behandeln, wollen am liebsten, dass ich permanent irgendetwas esse oder trinke. Ich bin beeindruckt von ihrer Gastfreundschaft, hoffe aber auch, dass ich bald selbst für mein Essen sorgen kann, sonst werde ich sehr übergewichtig zurück nach Deutschland kommen. Heute Morgen war ich mit den beiden sehr früh (7 Uhr!) im Gottesdienst. Danach gab es viel zu essen, um dann gleich zum nächsten Essen zu fahren. Meine Chefin hat mich zu einer Thanksgiving-Feier einer Freundin mitgenommen und ich habe mich gefühlt, als wäre ich auf einer Hochzeit, wie ich sie aus Hollywoodfilmen kenne: Garten, weiße Zelte, ein DJ spielt leichte Unterhaltungsmusik und alle Gäste plaudern angeregt und höflich. So feiert also die ugandische obere Mittelschicht.
Mein erster Eindruck von der Hauptstadt Kampala ist sehr trubelig. Die Straßen sind voll mit Autos, Motorrädern und Fußgängern und es ist ein Durcheinander, in dem ich zum Glück nicht selbst fahren muss. Selbst in der eigentlich ruhigeren Wohngegend, in der ich derzeit lebe, ist es nie wirklich ruhig. Stimmen, Musik, Fernseher, Bellen und Muhen sind ständig in meinen Ohren. An diese ständige Beschallung muss ich mich noch gewöhnen. Ich bin auch gespannt, wie frei ich mich bewegen können werde. Bisher war ich nirgendwo allein unterwegs und sehne mich eigentlich nach einem Spaziergang ohne Begleitung. Hoffentlich finde ich bald heraus, dass die Besorgnis der Leute, die sich bisher um mich kümmern und immer begleiten, übertrieben ist, sodass ich bald auch allein unterwegs sein kann. Bis dahin lasse ich mich eben umsorgen, bekochen und genieße Ananas und Avocados, die zehnmal besser schmecken, als die, die es in Deutschland gibt.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Nov 3, 2016
Autor: Annika
Rubrik: studium
Nov 3, 2016

Praktikum im Studium

Bist du schon aufgeregt

In den vergangenen Tagen werde ich immer wieder gefragt, ob ich denn aufgeregt sei. Aufregung ist ein zu erwartendes Gefühl, das üblicherweise aufkommt, wenn man für kurze oder lange Zeit an einen neuen Ort geht. Bei mir ist sie aber nicht sehr ausgeprägt. Das kann daran liegen, dass ich in den vergangenen Jahren so oft umgezogen bin. Nach dem Abi bin ich nach Heidelberg gezogen, um dort eine Ausbildung zu beginnen, nur um sie nach einem halben Jahr wieder abzubrechen und in Bamberg Pädagogik zu studieren. Drei Semester später hat es mich dann schon wieder weggezogen und ich habe zwei Erasmussemester in Estland gemacht. Ich kam zurück, habe meinen Bachelor in Bamberg beendet und bin in die nächste Heimat auf Zeit, Heilbronn, gezogen, um dort ein Praktikum zu absolvieren. Danach ging es nach Erfurt für den Master. Nach nur einem Jahr dort habe ich vor einigen Wochen auch dort meine Zelte abgebrochen, um temporär bei meinen Eltern in Nürnberg zu leben.
Häufiges Umziehen lässt einen lernen, dass die Dinge, vor denen man Angst haben könnte, gar nicht so schlimm sind. In jeder neuen Stadt habe ich Freundschaften geschlossen und Lieblingsorte gefunden. Die Freunde, die in der alten Stadt zurückbleiben, gehören manchmal auch der Vergangenheit an. Ich konnte nie zu allen Kontakt halten, aber einige bleiben eben doch über die Jahre und werden zu wertvollen Freunden. So fiel mir das erneute Abschiednehmen nun auch nicht sehr schwer, weil ich weiß, dass die, die ich vermissen werde, in einem halben Jahr immer noch meine Freunde sein werden.
Zugegebenermaßen, ein wenig nervös macht es mich schon zu wissen, dass ich in fünf Tagen in einem unbekannten Land aus dem Flugzeug steigen werde. Die Organisation in Uganda, für die ich arbeiten werde, macht es mir da aber leicht und ich kann mich eigentlich ganz entspannt auf den Weg machen. Ich werde am Flughafen in Entebbe, in der Nähe meines zukünftigen Wohnorts Kampala, abgeholt und in die Wohnung gebracht, die für mich bereits gefunden wurde. So kann ich mich jetzt in Ruhe auf das konzentrieren, was vor so einer Reise eben ansteht.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Oct 19, 2016
Autor: Annika
Rubrik: studium
Oct 19, 2016

Praktikum im Studium

Autofahren in den USA

Normalerweise geht man davon aus, dass es bezüglich der Straßenverkehrsordnung keine großen Unterschiede zwischen Deutschland und den USA gibt. Das ist im Grunde genommen auch so, da in beiden Ländern Rechtsverkehr herrscht. Dennoch gibt es einige Regeln und Vorschriften, an die man sich zunächst gewöhnen muss. An erster Stelle wäre hier das Stoppschild zu erwähnen. Stopp in Amerika meint auch wirklich Stopp. Während man in Deutschland mehr oder weniger nur kurz vom Gas geht, bremsen die Autofahrer hier wirklich bis zum Stillstand ab. Der Grund dafür ist eine weitere Regel, die hier tagtäglich angewendet wird: An einer Kreuzung, die nicht durch Ampeln geregelt wird, gilt: Wer zuerst kommt, fährt zuerst. Klingt im ersten Moment etwas ungewöhnlich, klappt aber problemlos, da sich alle an die Stoppschildregelung halten. Der andere Grund ist natürlich die hohe Geldstrafe, die man zahlen muss, wenn man von der Polizei erwischt wird.
Generell ist hier mit der Polizei nicht zu spaßen und die Geldbußen schnellen gerne mal in schwindelerregende Höhen. Handy am Steuer, ohne Ausweisdokumente unterwegs oder mit der Radarpistole erwischt und schon sind mehrere hundert Dollar fällig. Deswegen ist während des Fahrens wirklich erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Diese ist nicht nur wegen der potenziellen Vergehen wichtig, sondern auch wegen des wirklich abnormalen Verkehrs in Metropolen wie Los Angeles. Die meisten Freeways, wie hier die Autobahnen heißen, besitzen fünf bis sieben Spuren in beide Richtungen und trotzdem geht es zur Rushhour nur langsam vorwärts. Da ist es sehr angenehm, wenn man zu zweit oder mit mehreren Personen im Auto ist, weil man dann berechtigt ist, die sogenannte „Carpool-Lane“ zu benutzen, auf der meistens etwas weniger los ist. Ansonsten muss man sich seinen eigenen Weg durch den Asphaltdschungel bahnen.
Dabei ist es kein Problem, auf einem Free- oder Highway auch rechts zu überholen, was hier völlig legal ist. Innerhalb der Stadt darf man an Kreuzungen, die mit einer Ampel geregelt sind, immer rechts abbiegen, sobald niemand kommt und unabhängig davon, ob rot oder grün ist. Sucht man einen Parkplatz, ist es wichtig, nicht vor einem Hydranten oder rot lackierten Bordstein zu stehen. Wie man sieht, gibt es einige kleine Unterschiede, auf die man sich durchaus einstellen muss. Aber hey, wäre ja langweilig, wenn es wie daheim wäre.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Oct 18, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Oct 18, 2016