interaktiv

Praktikum im Studium

Die ersten Tage in Kampala

Autor:
Annika

Rubrik:
studium

03.11.2016

Nun bin ich in Uganda angekommen. Seitdem werde ich mit Freundlichkeit und Essen überschüttet. Vor allem meine Vermieter, die mich „Tochter“ nennen und auch so behandeln, wollen am liebsten, dass ich permanent irgendetwas esse oder trinke. Ich bin beeindruckt von ihrer Gastfreundschaft, hoffe aber auch, dass ich bald selbst für mein Essen sorgen kann, sonst werde ich sehr übergewichtig zurück nach Deutschland kommen. Heute Morgen war ich mit den beiden sehr früh (7 Uhr!) im Gottesdienst. Danach gab es viel zu essen, um dann gleich zum nächsten Essen zu fahren. Meine Chefin hat mich zu einer Thanksgiving-Feier einer Freundin mitgenommen und ich habe mich gefühlt, als wäre ich auf einer Hochzeit, wie ich sie aus Hollywoodfilmen kenne: Garten, weiße Zelte, ein DJ spielt leichte Unterhaltungsmusik und alle Gäste plaudern angeregt und höflich. So feiert also die ugandische obere Mittelschicht.
Mein erster Eindruck von der Hauptstadt Kampala ist sehr trubelig. Die Straßen sind voll mit Autos, Motorrädern und Fußgängern und es ist ein Durcheinander, in dem ich zum Glück nicht selbst fahren muss. Selbst in der eigentlich ruhigeren Wohngegend, in der ich derzeit lebe, ist es nie wirklich ruhig. Stimmen, Musik, Fernseher, Bellen und Muhen sind ständig in meinen Ohren. An diese ständige Beschallung muss ich mich noch gewöhnen. Ich bin auch gespannt, wie frei ich mich bewegen können werde. Bisher war ich nirgendwo allein unterwegs und sehne mich eigentlich nach einem Spaziergang ohne Begleitung. Hoffentlich finde ich bald heraus, dass die Besorgnis der Leute, die sich bisher um mich kümmern und immer begleiten, übertrieben ist, sodass ich bald auch allein unterwegs sein kann. Bis dahin lasse ich mich eben umsorgen, bekochen und genieße Ananas und Avocados, die zehnmal besser schmecken, als die, die es in Deutschland gibt.

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