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Praktikum im Studium

Anfänge

Autor:
Annika

Rubrik:
studium

16.11.2016

Man sagt, aller Anfang sei schwer. So auch meiner in Uganda. Die ersten Praktikumstage waren nämlich etwas enttäuschend. Ich laufe nur mit und erlebe den durchgeplanten Tagesablauf der Mädchen, die bei Wakisa Ministries im Schwangerschaftszentrum leben. Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt und wurden von ihrer Familie wegen ihrer unehelichen Schwangerschaft verstoßen.
Leider erklären mir meine Kolleginnen selten, was sie genau tun, sodass es mir schwerfällt, mich irgendwie einzubringen. Die meisten Gespräche finden auf Luganda statt, eine der vielen Sprachen in Uganda. Ich muss mich bemühen, nicht zu enttäuscht zu sein und daran zu denken, dass die ersten Tage häufig etwas holprig verlaufen. Mit ein wenig mehr Zeit werde ich mich hoffentlich in die Arbeit einfinden und vor allem besseren Zugang zu den Mädchen haben. Wann es mit meiner Forschung losgehen kann, weiß ich noch nicht. Ein Fragebogen, in dem es darum geht, wie es den Mädchen und Frauen geht, nachdem sie Wakisa verlassen haben, habe ich noch in Deutschland entwickelt. Bald darf ich hoffentlich losziehen und meinen eigentlichen Auftrag erfüllen. Der besteht darin, mit ehemaligen Klientinnen von Wakisa zu reden und so die Arbeit der Organisation zu evaluieren.
Bis ich damit anfangen kann, ertrage ich eben manche Langeweile während langer lugandischer Unterhaltungen und versuche nach und nach die rund 25 Mädchen kennenzulernen, die gerade in der Einrichtung wohnen. Daneben sammle ich weitere Alltagseindrücke: Neben dem guten Obst bin ich auch ganz begeistert vom Taxifahren. Hier gibt es Motorradtaxis, die Bodas heißen. Eine Fahrt auf ihnen macht sehr viel Spaß und ist ein bisschen aufregend. Gestern bin ich in den frühen Abendstunden auf einem Boda durch die Stadt gebraust und als ich meinen Kopf ausgeschaltet hatte, habe ich das richtig genossen. Der Straßenverkehr in Kampala ist furchtbar angsteinflößend und ohne Helm auf einem Motorrad zu sitzen, fühlt sich eigentlich lebensgefährlich an. Eine so günstige und unkomplizierte Art durch die Stadt zu fahren, gibt es sonst aber nicht, sodass ich mich weiter auf Bodas ins Abenteuer stürzen und ganz viel Spaß dabei haben werde. Ich hoffe, das gilt bald auch für mein Praktikum, dann kann meine Zeit hier doch noch richtig gut werden.

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