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Praktikum im Studium

Matooke oder Käsebrot?

Weihnachten und Silvester sind vorbei. Beides hat sich irgendwie „falsch“ angefühlt, was schlicht daran lag, dass es hier in Uganda so heiß war. Die Weihnachtstage waren die heißesten seit meiner Ankunft und es war unmöglich, in die passende Stimmung zu kommen. Das neue Jahr hat mit einem Stromausfall in der Kneipe, in der ich war, begonnen. Stromausfälle gibt es hier häufiger, ausgerechnet um Mitternacht an Silvester war es aber besonders lustig. Gestern erreichte mich mit ein wenig Verspätung das Weihnachtspäckchen meiner Eltern. Die Plätzchen meiner Mama kamen bei meinen ugandischen Freunden unheimlich gut an und ehe ich protestieren konnte, waren alle aufgegessen. Glücklicherweise hatte ich die Lebkuchen und Marzipankartoffeln versteckt, sodass ich die ganz alleine genießen kann.
Die Ugander essen nicht nur gerne deutsche Weihnachtsplätzchen, sondern generell gerne, viel und kohlehydrat- und fettlastig. Mittags esse ich immer auf der Arbeit bei Wakisa und bin beeindruckt, welche Mengen die Mädchen und meine Kolleginnen verspeisen können, ohne völlig übergewichtig zu sein. Über die Größe meiner Portion wird entweder der Kopf geschüttelt oder gar laut protestiert, weil es viel zu wenig sei.
Das Nationalessen Ugandas ist Matooke, ein Brei aus gedünsteten Bananen, der ähnlich wie Kartoffelbrei schmeckt. Dazu gibt es üblicherweise eine unheimlich leckere Erdnusssoße. Bei Wakisa werden jeden Tag Bohnen gekocht, dazu wahlweise Matooke, Posho (ein sehr sättigender Brei aus Maismehl), Kartoffeln oder Reis, zusätzlich entweder Kohl oder Auberginen. Mein Lieblingsessenstag ist Freitag, denn dann werden Chapati zubereitet. Das sind eine Art Pfannkuchen, die in viel Fett gebacken werden. Aus ihnen wird auch das beste Straßenessen der Welt gemacht: Rolex. Für Rolex braucht man ein Chapati, das man mit einem Omelett aus Eiern, Tomaten, Zwiebeln und Kohl füllt. Was für mich eine vollwertige Mahlzeit ist, zählt bei den Ugandern nur als kleiner Snack.
Einzig Brot, Käse und Schokolade fehlen mir. Gutes Brot gibt es nicht und Käse und Schokolade sind unbezahlbar. Wenn ich zurück nach Deutschland komme esse ich als erstes ein Käsebrot!

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Jan 17, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Jan 17, 2017

Praktikum im Studium

Hochzeit auf Luganda

Hochzeit auf Luganda heißt „Embagga“ – und ich durfte nun an einer teilhaben. Der Sohn meiner lieben Vermieter hat geheiratet und es fanden drei Events statt, um dies angemessen zu feiern. Das erste hieß „Kuhingira“, zu Deutsch Vorstellung. Die Braut wird eine Woche vor der Hochzeit symbolisch an ihre Schwiegereltern übergeben. Um bei einer Kuhinigira als Frau nicht negativ aufzufallen, sollte man einen „Busuuti“ tragen. Auch ich habe so ein Kleid bekommen und habe mich gefühlt wie in den 80ern, denn es war knallgelb-orange-rot. Außerdem haben alle Busuutis riesige Puffärmel und einen so großen Gürtel, dass man sich fühlt, als hätte man eine gigantische Geschenkschleife um den Bauch.
Während der Feier wurde viel Luganda geredet, eine der Hauptsprachen in Uganda. Deshalb habe ich nur selten verstanden, was eigentlich passiert ist. Die Bedeutung eines zeremoniellen Akts habe ich aber gelernt. Zu Beginn zogen dabei alle Gäste des Bräutigams ein. Die wichtigen Männer der Familie trugen einen Stock, den sie den Brauteltern übergaben. Läuft die Feier gut, halten die Brauteltern die Schwiegerfamilie also für würdig, bekommen die Männer ihren Stock am Schluss der Feier wieder. Das Abgeben des Stocks liegt darin begründet, dass es wohl früher bei solchen Feiern oft zu Streit kam, wenn die Brauteltern die Familie des Bräutigams nicht akzeptieren wollten. Hatten die Männer dann ihre Stöcke parat, konnte das blutig enden. Das wird heute vermieden, indem sich alle „entwaffnen“, bevor gefeiert wird. Bei dieser Kuhinigira jedenfalls ging alles gut. Einige Tage später stieg dann die Abschiedsparty für den Sohn. In Deutschland hätte man die Gartenparty wohl als den langweiligsten Junggesellenabschied der Welt bezeichnet, aber ich fand sie schön. Und wieder zwei Tage später ging‘s dann rund, denn es war Hochzeitstag. Nach einem Gottesdienst am Morgen wurde nachmittags in einem Raum gefeiert, der bis auf die pinkfarbenen Rosen komplett weiß geschmückt war. Es wurden viele Reden gehalten und natürlich auch ausgiebig und sehr lecker gegessen. Das trifft wohl auf alle Hochzeiten weltweit zu.
Nicht nur an der Hochzeit habe ich mich über meine mangelnden Lugandakenntnisse geärgert. Vielleicht hilft mein neuester Kauf: „The Essentials of Luganda“, ein Lugandalehrbuch. Mein Lieblingssatz: „Ku mmeza kwatuulako ekiwuka ekinene ennyo“ – “Auf dem Tisch lag ein sehr großes Insekt“. Glücklicherweise kam bisher erst eine Kakerlake zu Besuch in meine Küche und verstarb, bevor ich sie anständig begrüßen konnte.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Dec 27, 2016
Autor: Annika
Rubrik: studium
Dec 27, 2016

Praktikum im Studium

Kurztrip nach Mexiko

Vergangene Woche stand für mich ein weiterer Kurztrip an. Dieses Mal ging es auf in Richtung Süden, in das Land der Sombreros und Tacos: Mexiko! Meine zwei amerikanischen Freunde und ich brachen frühzeitig am Morgen auf, um lange Wartezeiten an der Grenze zu meiden. Leider ist in Los Angeles immer Rushhour, weshalb wir einige Zeit im Stau standen, bis wir endlich die Stadt hinter uns lassen konnten. Im weiteren Verlauf unserer Anreise verlief glücklicherweise alles problemlos, auch über die Grenze kamen wir zügig. Dennoch ist es ein mulmiges Gefühl, den riesigen und durchgehend bewachten Grenzzaun zu sehen, der die zwei Länder teilt.
Die erste größere Stadt, die man passiert, ist Tijuana. Dort verdeutlicht sich leider die Tatsache, dass Mexiko teilweise noch ein Dritte-Welt-Land ist. Die Infrastruktur ist bis auf die Hauptstraßen nicht wirklich gut ausgebaut und die Gebäude sind alt und heruntergekommen. Das Bild besserte sich jedoch, je weiter wir in Richtung Süden fuhren. Nach insgesamt vier Stunden Fahrt erreichten wir unseren Zielort Ensenada. Der Grund für unseren Besuch war die Baja 1.000. Diese Veranstaltung ist neben der „Paris Dakar“ die größte Offroad-Rallye der Welt. Die Fahrer der Renn-Trucks, Buggys und Motorräder müssen einen 1.000-Meilen-Kurs quer durch die Wüste der Baja California bezwingen. Die Renndauer beträgt meistens zwischen 16 und 32 Stunden – ein Spektakel, das jeder Motorsportfan einmal erlebt haben sollte.
Nachdem wir in unserem super günstigen Hotel eingecheckt hatten, machten wir uns auf zur Start-Ziel-Linie, die mitten in der Stadt ist. Zu diesem Zeitpunkt fand die technische Abnahme statt. Eine gute Gelegenheit, die Fahrzeuge aus der Nähe zu betrachten und die tolle Atmosphäre aufzusaugen. Die ganze Stadt steht während diesem Event Kopf. Für die Einheimischen ist dieses Rennen eine der wichtigsten Einnahmequellen im gesamten Jahr und selbst Schulen bleiben geschlossen.
Am Tag darauf fuhren wir weitere 120 Meilen in die Wüste, um die Rallye live mitzuerleben. Ein atemberaubendes Erlebnis, die Rennwagen in dieser Landschaft zu sehen.

Autor: Jan  |  Rubrik: studium  |  Dec 13, 2016
Autor: Jan
Rubrik: studium
Dec 13, 2016