interaktiv

Praktikum im Studium

Matooke oder Käsebrot?

Autor:
Annika

Rubrik:
studium

17.01.2017

Weihnachten und Silvester sind vorbei. Beides hat sich irgendwie „falsch“ angefühlt, was schlicht daran lag, dass es hier in Uganda so heiß war. Die Weihnachtstage waren die heißesten seit meiner Ankunft und es war unmöglich, in die passende Stimmung zu kommen. Das neue Jahr hat mit einem Stromausfall in der Kneipe, in der ich war, begonnen. Stromausfälle gibt es hier häufiger, ausgerechnet um Mitternacht an Silvester war es aber besonders lustig. Gestern erreichte mich mit ein wenig Verspätung das Weihnachtspäckchen meiner Eltern. Die Plätzchen meiner Mama kamen bei meinen ugandischen Freunden unheimlich gut an und ehe ich protestieren konnte, waren alle aufgegessen. Glücklicherweise hatte ich die Lebkuchen und Marzipankartoffeln versteckt, sodass ich die ganz alleine genießen kann.
Die Ugander essen nicht nur gerne deutsche Weihnachtsplätzchen, sondern generell gerne, viel und kohlehydrat- und fettlastig. Mittags esse ich immer auf der Arbeit bei Wakisa und bin beeindruckt, welche Mengen die Mädchen und meine Kolleginnen verspeisen können, ohne völlig übergewichtig zu sein. Über die Größe meiner Portion wird entweder der Kopf geschüttelt oder gar laut protestiert, weil es viel zu wenig sei.
Das Nationalessen Ugandas ist Matooke, ein Brei aus gedünsteten Bananen, der ähnlich wie Kartoffelbrei schmeckt. Dazu gibt es üblicherweise eine unheimlich leckere Erdnusssoße. Bei Wakisa werden jeden Tag Bohnen gekocht, dazu wahlweise Matooke, Posho (ein sehr sättigender Brei aus Maismehl), Kartoffeln oder Reis, zusätzlich entweder Kohl oder Auberginen. Mein Lieblingsessenstag ist Freitag, denn dann werden Chapati zubereitet. Das sind eine Art Pfannkuchen, die in viel Fett gebacken werden. Aus ihnen wird auch das beste Straßenessen der Welt gemacht: Rolex. Für Rolex braucht man ein Chapati, das man mit einem Omelett aus Eiern, Tomaten, Zwiebeln und Kohl füllt. Was für mich eine vollwertige Mahlzeit ist, zählt bei den Ugandern nur als kleiner Snack.
Einzig Brot, Käse und Schokolade fehlen mir. Gutes Brot gibt es nicht und Käse und Schokolade sind unbezahlbar. Wenn ich zurück nach Deutschland komme esse ich als erstes ein Käsebrot!

Diesen Artikel teilen