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Praktikum im Studium

Forschungspraktikum

Endlich habe ich die Prüfungen hinter mir. Eigentlich brauche ich danach immer einen Tag, an dem ich nur schlafe und rumhänge. Dieses Mal bin ich jedoch direkt
nach Hause gefahren um meine Familie zu besuchen – bevor mein Praktikum zwei Tage später beginnen sollte. Mein Papa hatte Geburtstag gehabt und ich wollte gerne zu seiner Feier gehen, weil ich das normalerweise nie machen kann, weil ich meistens genau an dem Tag eine Prüfung schreibe. Richtig erholsam war das Wochenende zu Hause aber nicht, weil ich die ganze Verwandtschaft abgeklappert habe. Es war aber trotzdem schön.
Vorige Woche ging dann mein Forschungspraktikum am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften los. Hier habe ich bereits als studentische Hilfskraft gearbeitet, sodass ich schon weiß, wie die Abläufe sind. Allerdings habe ich in der Abteilung „Neurologie“ gearbeitet und das Praktikum mache ich nun in einer Forschungsgruppe, die sich mit der Intonation von Sprache und Musik beschäftigt. Meine Aufgaben während des Praktikums unterscheiden sich stark von denen, die ich als studentische Hilfskraft hatte.
In der ersten Woche habe ich ein Experiment mit Hilfe der Programme „Presentation“ und „Matlab“ konzipiert. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Erstaunlicherweise macht das aber richtig viel Spaß, obwohl es sehr komplex ist.
Ab nächster Woche werde ich das Experiment mit Versuchspersonen durchführen. Darauf bin ich schon sehr gespannt.
Das Praktikum empfinde ich jedoch auch als sehr anstrengend. Das mag aber daran liegen, dass ich direkt in der ersten Woche krank geworden bin, aber nicht gleich am Anfang zu Hause bleiben wollte. Was ich gar nicht erwartet hätte, ist, dass es mir bei diesem Praktikum viel schwerer fällt, abzuschalten. Ich träume oft nachts vom Programmieren oder mir fallen in der Freizeit Dinge ein, die ich im Praktikum unbedingt noch erledigen muss. Das ist mir bei meinem vorigen Praktikum in der forensischen Psychiatrie nie passiert – obwohl man dort berührende Lebensgeschichten erfährt. Aber genau dazu sind Praktika ja da: nämlich um herauszufinden, was einen interessiert und für welche Tätigkeit man geeignet ist.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Mar 10, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Mar 10, 2017

Praktikum im Studium

Abschiedsstimmung - 1

Tatsächlich ist mein Praktikum in Uganda in zwei Tagen schon vorbei und ich muss mich von den lieben Menschen bei Wakisa Ministries verabschieden. Vor einem Jahr hatte ich in der Fachhochschule ein Seminar, das sich um die Vorbereitung des Praktikums und der Forschung im Ausland drehte. Am häufigsten fiel wohl der Satz: „Es kommt ohnehin alles anders, als Sie es erwarten.“ Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören und war der Meinung, auf mich träfe das nicht zu. Mittlerweile gebe ich allen Dozenten recht, die diesen Satz regelmäßig wiederholt haben. Selbst ich, obwohl ich perfekt vorbereitet schien, – Praktikumsplatz schon monatelang im Voraus sicher, Wohnung gefunden, Forschung komplett vorbereitet – wurde von einigem überrascht.
Nicht nur, dass ich zwei Tage vor meiner Abreise doch wieder ohne Wohnung dastand. Auch die wochenlang mühsam erarbeitete Forschung hat sich nach kurzer Zeit als kaum vernünftig durchführbar herausgestellt. Außerdem verlief die praktische Arbeit mit schwangeren Mädchen bei Wakisa Ministries ganz anders als gedacht: Ich hatte nicht erwartet, so schüchterne und disziplinierte Mädchen zu erleben. Die Enttäuschung darüber, dass meine Interviews zu Beginn nicht so ergiebig waren wie erhofft, hat mich ganz schön heruntergezogen.
Doch ich lernte: Anders bedeutet nicht zwingend schlechter. Hieß es in einem meiner früheren Blogeinträge aus Uganda noch, dass Anfänge schwer sind, könnte ich jetzt Dasselbe über Abschiede schreiben. Es hat mich Mühe gekostet, Zugang zu den Mädchen zu finden, aber die, bei denen es geklappt hat, habe ich in mein Herz geschlossen und werde ich vermissen. Auch der Arbeitsalltag wird mir fehlen, das Gärtnern, Kochen und Spielen in der Gemeinschaft. Dass meine Forschung nicht so brauchbar ist, ist ärgerlich, da ich viel Zeit in Planung und Durchführung der Interviews investiert habe. Ich habe aber daraus gelernt: In Zukunft werde ich besser durchdenken, welche Forschungsmethode für welche Zielgruppe sinnvoll ist. Und ich werde kritischer gegenüber Vorgesetzten sein. Denn ich habe schon in Deutschland geahnt, dass die Forschungsmethode, die meine Chefin vorgeschlagen hat, nicht passend ist, mich aber nicht getraut, ihr zu widersprechen. Das ist aber völlig in Ordnung und wäre in meinem Fall sehr sinnvoll gewesen.
Am Freitag werde ich meinen Abschied bei Wakisa mit Kuchen und Limo feiern und „Webale nyo“ – „Vielen Dank“ sagen. Danach stehen mir zwei freie Woche in Uganda bevor, in denen ich hoffentlich noch mehr vom Land sehen kann. Danach geht’s ins Urlaubsparadies Sansibar und dann tatsächlich schon wieder nach Deutschland – das vergangene halbe Jahr war das gefühlt kürzeste meines Lebens.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Mar 7, 2017

Praktikum im Studium

Unterwegs in Uganda

Die ugandische Natur gefällt mir sehr. Lässt man Autos, Lärm und Menschenmassen der Großstadt hinter sich, wird es schlagartig grün und ruhig. In den Kleinstädten und auf den Dörfern ist alles langsamer und entspannter als in der trubeligen Hauptstadt Kampala.
Bisher haben mich meine Ausflüge nach Entebbe, Jinja, Mbarara im Westen und zu den Sipi Falls im Osten gebracht. Entebbe ist nicht weit von Kampala entfernt und wunderschön am Viktoriasee gelegen. Das Ufer ist durch unzählige Palmen sehr grün und da der See riesig ist, fühlt es sich an, als wäre man am Meer. In Jinja entspringt der Weiße Nil, Quellfluss des längsten Stroms der Welt, dem Nil. 90 Tage wird es dauern, bis das Wasser, in dem ich geschwommen bin, in Ägypten angekommen ist. Jinja ist eine Touristenstadt für Leute wie mich, die die Quelle des Nils sehen oder gar aufregende Aktivitäten wie Wildwasserrafting machen wollen.
Auf der Fahrt nach Mbarara habe ich nicht nur den Äquator überquert, sondern auch ehemalige Wakisa-Mädchen getroffen und interviewt. Die Aufgabe meines Auslandspraktikums besteht ja darin, herauszufinden, wie es denjenigen ergangen ist, die nach ihrer Zeit bei Wakisa – ein Beratungszentrum für Frauen, die aufgrund einer Schwangerschaft von ihrer Familie verstoßen wurden – wieder auf eigenen Beinen stehen. Als ich in den Tagen in Mbarara doch mal einen freien Nachmittag hatte, konnte ich ein bisschen rausfahren und habe Zebras, Affen und Antilopen gesehen.
Am letzten Tag meiner Reise hat mich ein Pfarrer in ein Flüchtlingscamp mitgenommen. Was als „Flüchtlingscamp“ bezeichnet wird, würde ich eher „Flüchtlingsstadt“ nennen. Das „Nakivale Refugee Settlement“ gibt es schon etwa seit den 50er-Jahren. Genug Zeit, um städtische Strukturen entwickeln zu können, denn in Nakivale gibt es Schulen, Kirchen, Kneipen, Taxis und Geschäfte. Eigentlich sieht es aus, wie andere Kleinstädte in Kampala, dennoch ist es eine Parallelwelt.
Voriges Wochenende bin ich in den Osten bis fast an die Grenze Kenias gefahren, zu den Sipi Falls. Da gerade Trockenzeit ist, haben die Wasserfälle nur wenig Wasser geführt. Ich habe die Wanderung durch die ugandische Berglandschaft dennoch sehr genossen.
Jetzt bin ich zurück in Kampala und damit schon im Endspurt meines Aufenthalts in Uganda. Sechs Wochen liegen noch vor mir – und die Zeit rast.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Feb 9, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Feb 9, 2017