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Praktikum im Studium

Abschiedsstimmung Teil 2

Mein Abschied aus Uganda ist eine verwirrende Angelegenheit. Ich bin traurig über das, was ich zurücklassen muss, gleichzeitig freue ich mich aber auch auf das, was vor mir liegt. Meine Blogeinträge der vergangenen Monate zeigen, dass ich eine intensive Zeit in Uganda hatte – intensiv im Schönen wie im Schlechten. Nach den ersten schlimmen Tagen wurde jeder Tag schöner: Ich habe mich auf einmal an einem Ort wohlgefühlt, den ich bei meiner Ankunft am liebsten sofort wieder verlassen hätte.
Nun bleiben mir noch zwei Tage in Uganda. Gerade habe ich zum letzten Mal meine Wäsche mit der Hand gewaschen. Darüber bin ich nicht traurig, ich freue mich auf meine Waschmaschine in Deutschland. Auch die Tatsache, dass ich nicht durch die Straßen laufen kann ohne aufzufallen, werde ich nicht vermissen. Gleich gehe ich in die Innenstadt, dort werden die Menschen zum letzten Mal „Mzungu! Mzungu!“ nach mir rufen (so werden alle „Weißen“ genannt). Auch korrupte Polizisten und gemeine Taschendiebe werden mir nicht fehlen.
Es gibt aber auch viele Dinge, die ich sehr vermissen werde. Vorhin war ich zum letzten Mal auf dem Markt. Die frischen Früchte wie Ananas, Mango und Passionsfrucht werden mir genauso fehlen wie mein liebstes Streetfood. Dabei handelt es sich um ein gewickeltes Omelette, das Rolex genannt wird. Auch an die aufregenden Fahrten auf den praktischen Motorradtaxis werde ich gerne zurückdenken. Natürlich werden mir meine neuen Freunde und die vielen freundlichen Menschen fehlen, die ich hier kennenlernen durfte. Auch die wunderbare Natur werde ich vermissen.
„Wo ein Abschied war, wird ein Wiedersehen sein“, heißt es auf einer Karte, die ich von einer Freundin bekommen habe. Mal sehen, ob ich Uganda wiedersehen werde. Ich würde mich freuen.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Mar 31, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Mar 31, 2017

Praktikum im Studium

Forschungspraktikum

Endlich habe ich die Prüfungen hinter mir. Eigentlich brauche ich danach immer einen Tag, an dem ich nur schlafe und rumhänge. Dieses Mal bin ich jedoch direkt
nach Hause gefahren um meine Familie zu besuchen – bevor mein Praktikum zwei Tage später beginnen sollte. Mein Papa hatte Geburtstag gehabt und ich wollte gerne zu seiner Feier gehen, weil ich das normalerweise nie machen kann, weil ich meistens genau an dem Tag eine Prüfung schreibe. Richtig erholsam war das Wochenende zu Hause aber nicht, weil ich die ganze Verwandtschaft abgeklappert habe. Es war aber trotzdem schön.
Vorige Woche ging dann mein Forschungspraktikum am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften los. Hier habe ich bereits als studentische Hilfskraft gearbeitet, sodass ich schon weiß, wie die Abläufe sind. Allerdings habe ich in der Abteilung „Neurologie“ gearbeitet und das Praktikum mache ich nun in einer Forschungsgruppe, die sich mit der Intonation von Sprache und Musik beschäftigt. Meine Aufgaben während des Praktikums unterscheiden sich stark von denen, die ich als studentische Hilfskraft hatte.
In der ersten Woche habe ich ein Experiment mit Hilfe der Programme „Presentation“ und „Matlab“ konzipiert. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung. Erstaunlicherweise macht das aber richtig viel Spaß, obwohl es sehr komplex ist.
Ab nächster Woche werde ich das Experiment mit Versuchspersonen durchführen. Darauf bin ich schon sehr gespannt.
Das Praktikum empfinde ich jedoch auch als sehr anstrengend. Das mag aber daran liegen, dass ich direkt in der ersten Woche krank geworden bin, aber nicht gleich am Anfang zu Hause bleiben wollte. Was ich gar nicht erwartet hätte, ist, dass es mir bei diesem Praktikum viel schwerer fällt, abzuschalten. Ich träume oft nachts vom Programmieren oder mir fallen in der Freizeit Dinge ein, die ich im Praktikum unbedingt noch erledigen muss. Das ist mir bei meinem vorigen Praktikum in der forensischen Psychiatrie nie passiert – obwohl man dort berührende Lebensgeschichten erfährt. Aber genau dazu sind Praktika ja da: nämlich um herauszufinden, was einen interessiert und für welche Tätigkeit man geeignet ist.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  Mar 10, 2017
Autor: Maja
Rubrik: studium
Mar 10, 2017

Praktikum im Studium

Abschiedsstimmung - 1

Tatsächlich ist mein Praktikum in Uganda in zwei Tagen schon vorbei und ich muss mich von den lieben Menschen bei Wakisa Ministries verabschieden. Vor einem Jahr hatte ich in der Fachhochschule ein Seminar, das sich um die Vorbereitung des Praktikums und der Forschung im Ausland drehte. Am häufigsten fiel wohl der Satz: „Es kommt ohnehin alles anders, als Sie es erwarten.“ Irgendwann konnte ich es nicht mehr hören und war der Meinung, auf mich träfe das nicht zu. Mittlerweile gebe ich allen Dozenten recht, die diesen Satz regelmäßig wiederholt haben. Selbst ich, obwohl ich perfekt vorbereitet schien, – Praktikumsplatz schon monatelang im Voraus sicher, Wohnung gefunden, Forschung komplett vorbereitet – wurde von einigem überrascht.
Nicht nur, dass ich zwei Tage vor meiner Abreise doch wieder ohne Wohnung dastand. Auch die wochenlang mühsam erarbeitete Forschung hat sich nach kurzer Zeit als kaum vernünftig durchführbar herausgestellt. Außerdem verlief die praktische Arbeit mit schwangeren Mädchen bei Wakisa Ministries ganz anders als gedacht: Ich hatte nicht erwartet, so schüchterne und disziplinierte Mädchen zu erleben. Die Enttäuschung darüber, dass meine Interviews zu Beginn nicht so ergiebig waren wie erhofft, hat mich ganz schön heruntergezogen.
Doch ich lernte: Anders bedeutet nicht zwingend schlechter. Hieß es in einem meiner früheren Blogeinträge aus Uganda noch, dass Anfänge schwer sind, könnte ich jetzt Dasselbe über Abschiede schreiben. Es hat mich Mühe gekostet, Zugang zu den Mädchen zu finden, aber die, bei denen es geklappt hat, habe ich in mein Herz geschlossen und werde ich vermissen. Auch der Arbeitsalltag wird mir fehlen, das Gärtnern, Kochen und Spielen in der Gemeinschaft. Dass meine Forschung nicht so brauchbar ist, ist ärgerlich, da ich viel Zeit in Planung und Durchführung der Interviews investiert habe. Ich habe aber daraus gelernt: In Zukunft werde ich besser durchdenken, welche Forschungsmethode für welche Zielgruppe sinnvoll ist. Und ich werde kritischer gegenüber Vorgesetzten sein. Denn ich habe schon in Deutschland geahnt, dass die Forschungsmethode, die meine Chefin vorgeschlagen hat, nicht passend ist, mich aber nicht getraut, ihr zu widersprechen. Das ist aber völlig in Ordnung und wäre in meinem Fall sehr sinnvoll gewesen.
Am Freitag werde ich meinen Abschied bei Wakisa mit Kuchen und Limo feiern und „Webale nyo“ – „Vielen Dank“ sagen. Danach stehen mir zwei freie Woche in Uganda bevor, in denen ich hoffentlich noch mehr vom Land sehen kann. Danach geht’s ins Urlaubsparadies Sansibar und dann tatsächlich schon wieder nach Deutschland – das vergangene halbe Jahr war das gefühlt kürzeste meines Lebens.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Mar 7, 2017