interaktiv

Praktikum im Studium

Zurück im Kindergarten

Autor:
Hannah

Rubrik:
studium

11.04.2017

Meine letzte Praktikumsstelle im Studium durfte ich deutlich freier als bisher wählen. Es musste sich nicht einmal um eine Schule handeln, ich konnte auch einen Blick in pädagogische Einrichtungen anderer Art werfen. Da mich der Elementarbereich als Handlungsfeld sehr reizt, habe ich mich auf die Suche nach einem Kindergarten gemacht.
Ich wollte außerhalb von Ludwigsburg suchen und kam auf Tübingen. Die Stadt ist sehr alternativ, weshalb es viele interessante Kindergartenkonzepte gibt. Mein Favorit war jedoch ein Kinderhaus, in dem ich erfreulicherweise genommen: Mehrere Erzieherinnen sind Englisch-Muttersprachlerinnen und reden im Kindergartenalltag nur Englisch. Am ersten Tag meines Praktikums war ich zunächst über diese Konsequenz überrascht, denn das bedeutete, dass auch mit mir Englisch gesprochen wurde und ich auf Deutsch antworten sollte. Jeder in seiner Muttersprache, so die Devise. Auf den zweiten Blick war das das einzig Logische: Denn jeder ist nur in seiner Muttersprache ein kompetentes Sprachvorbild. Selbst wenn keine Kinder in der Nähe waren, wurde nicht auf eine gemeinsame Sprache gewechselt, und auch mit den Eltern wurde in der jeweils eigenen Sprache gesprochen. Und wenn Lieder gesungen wurden, stimmten alle Erzieherinnen ein, egal in welcher Sprache gerade gesungen wurde.
Natürlich gibt es Ausnahmen: Für Eltern, die kein Deutsch beherrschen, die aber eine wichtige Information erhalten sollen, musste auch ich ins Englische wechseln. Das kann für Kinder eine wichtige Lektion sein, denn sie erfahren, dass man manchmal auch in einer Sprache kommunizieren muss, in der man nicht hundertprozentig kompetent ist.
Insgesamt biete das Konzept aus meiner Sicht eine gute Möglichkeit für Eltern, die ihren Kindern einen einfacheren Einstieg ins Englische ermöglichen wollen. Ob es nötig ist, weiß ich nicht, aber meiner Meinung nach schadet es auch nicht. Es handelt sich in meinen Augen um eine „dezente“ Förderung.

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