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Praktikum im Studium

Reflexion meines Praktikums an der Mittelschule

Alles in allem konnte ich in meinem pädagogisch-didaktischen Praktikum zahlreiche neue Erfahrungen für meine weitere Laufbahn sammeln. Ich lernte wieder tolle und einzigartige Schüler in einem mir zuvor unbekannten Schulsystem kennen, nämlich der Mittelschule. Die Lehrer gaben mir das Gefühl, willkommen zu sein, und unterstützten mich. Sie stellten mir ihre Materialien und ihre wertvollen Erfahrungen zur Verfügung.
Eine engere Bindung zu einer Klasse konnte ich allerdings leider nicht aufbauen, da ich ständig die Jahrgangsstufen wechselte. Deshalb fiel es mir schwer, mich im Unterricht einzubringen. Besonders in den höheren Klassen war ich wegen Stillarbeit oder Frontalunterricht oft nur Zuhörer. Es gab Unterrichtsstunden, da schien die Zeit endlos zu sein, es gab aber auch jene, die mir unheimlich Spaß machten. Ich durfte beispielsweise oft mit Problemschülern in einen anderen Raum, um ihnen gezielt zu helfen, und erfuhr einiges über die Hintergründe ihrer Schwierigkeiten. Was mir immer noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Einstellung der Schüler zur Schule: Völlig unmotiviert, schläfrig und desinteressiert geht ein Großteil in die bildende Einrichtung. Fehlende Hausaufgaben, unordentliche Hefteinträge und ein oft ziemlich unhöfliches Verhalten sind an der Tagesordnung. Ebenso war ich über das Sozialgeflecht in der Klasse schockiert: Mobbing, Streitereien und rüde Ausdrücke herrschen vor allem in den Regelklassen vor - das ist für mich keine Gemeinschaft. Wer zu welcher Gruppe und wo in der Rangordnung gehört sich für mich schnell heraus, obwohl ich ständig in einer anderen Klasse war. Als junger angehender Lehrer würde man in solchen Momenten gerne intervenieren – im Endeffekt ist dies aber wahrscheinlich meist vergeblich. Deshalb beneide ich keinen Mittelschullehrer, denn die Last, die auf ihnen liegt, ist gewaltig!
Letztlich kann ich mir den Beruf aber doch sehr gut für mich vorstellen. Ich erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen und fühle mich den Anforderungen gewachsen. Ich bin motiviert, mich in einer solchen Einrichtung voll und ganz einzubringen und den Schülern nicht nur schulisch zu helfen, sondern auch erzieherisch.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 24, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 24, 2017

Praktikum im Studium

Anschlag in London

Der Anschlag auf der Westminsterbrücke in London geschah an einem Mittwoch während meines Praktikums beim Schulpsychologen. Zufällig waren gerade drei Schulklassen im Schüleraustausch dort, für die das Schulamt zuständig ist, bei dem ich derzeit arbeite. Und genau in dem Augenblick, in dem der Anschlag passierte, waren die 60 deutschen Schülerinnen und Schüler an der Westminsterbrücke verabredet. So haben einige von ihnen die Schüsse gehört, mit denen der Täter erschossen wurde, sowie Verletzte und die in Panik wegrennenden Menschen gesehen. Glücklicherweise ist keinem von ihnen etwas passiert, aber viele waren sehr erschrocken und verstört.
Aus psychologischer Sicht weiß ich, dass so ein Erlebnis Menschen traumatisieren kann und verschiedene Traumafolgestörungen entstehen können. Durch einen professionellen Umgang mit traumatischen Ereignissen kann man jedoch vieles verhindern. Also haben wir in der Schulpsychologie sofort eine Krisenintervention geplant. Zunächst mussten wir die Schulleiterin der Schule unterstützen, die nun von aufgeregten Eltern etliche Anrufe bekam. Am Donnerstag wurde auf die Schnelle ein Elternabend einberufen, um die Eltern zu beruhigen und ihnen professionellen Rat zu geben, wie sie sich ihren Kindern gegenüber am besten verhalten. Am Freitag um 5.30 Uhr waren wir an der betreffenden Schule und empfingen zusammen mit den Eltern die Schülerinnen und Schüler in der Mensa, die mit dem Bus zurückkamen. Wir boten Gespräche an, vor allem für die Kinder, die mehr gesehen hatten oder stärkere Reaktionen zeigten als andere. Manche Kinder waren sehr gefasst, andere haben gezittert oder geweint. Es wurde eine Notfalltelefonnummer der Schulpsychologie für das Wochenende eingerichtet, um Eltern und Kindern die Möglichkeit zu geben, sich Rat zu holen, sollten sich zum Beispiel Traumasymptome zeigen.
Am Montag waren wir wieder vor Ort um ein Kriseninterventionsprogramm durchzuführen. Dabei wird das Traumaereignis in einen zeitlichen Kontext eingebettet, indem man mit kleinen Gruppen bespricht, was davor und was danach geschah. Dies kann helfen, einer posttraumatischen Belastungsstörung vorzubeugen.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Apr 21, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Apr 21, 2017

Praktikum im Studium

Willkommen in Deutschland!

Als ich nach 22 Stunden Reisezeit am Flughafen in München ankam, war ich erst mal geschockt. Zu dem verschwundenen Handy, das irgendwo zwischen Dar es Salaam und Dubai verloren ging, kam auch noch ein verschwundener Geldbeutel hinzu. Meine Eltern haben nach der langen, glücklichen Umarmung die Augen wegen meiner Vergesslichkeit verdreht. Sie sind es aber schon gewohnt, dass ich ständig Dinge verliere. Den Geldbeutel habe ich schließlich aus Uganda nachgeschickt bekommen, das Handy ist nicht wieder aufgetaucht. Aber auch ich bin meine Vergesslichkeit gewohnt und habe aufgehört, mich zu sehr wegen verlorener Dinge zu ärgern.
Zuhause angekommen gab es wie geplant gutes Brot, Brötchen und ganz viel Käse. Es war herrlich. Die folgenden Tage bestanden aus Wiedersehenstreffen, Fotos zeigen und ganz viel erzählen. In den Phasen einer Rückkehr, die angeblich Menschen nach einem längeren Auslandsaufenthalt durchmachen, wird dies die „Touristenphase“ genannt. Alles ist wieder aufregend. Man entdeckt Dinge wieder – in meinem Fall eben Käse, geordneter Straßenverkehr und Menschen, die meine Muttersprache sprechen – und das Umfeld interessiert sich sehr für einen, denn man hat Dinge erlebt, die für viele völlig unbekannt sind. Das ist eine schöne Zeit, denn man kann viel erzählen und Freunde und Familie freuen sich einfach riesig, dass man zurück ist.
Da ich nun gut zwei Wochen wieder in Deutschland bin, ist diese Phase aber fast schon wieder vorbei und die Normalität hat mich zurück. Nach einem aufregenden halben Jahr stehen nun wieder bekannte Herausforderungen an: Ich muss wieder eine Wohnung in Erfurt finden und um die Miete bezahlen zu können, brauche ich einen Nebenjob. Ich muss einen Praktikumsbericht schreiben, meine Forschung, die ich in Uganda gemacht habe, auswerten, ein Masterarbeitsthema finden und dann die Arbeit schreiben. Hui! Das ist ein ganz schöner Berg, der sich da vor mir aufgetürmt hat. Manchmal macht mir dieser Berg Angst.
Manchmal vergesse ich, dass man eben Schritt für Schritt den Aufstieg wagen muss, um irgendwann anzukommen. Wenn das passiert, dann träume ich mich wieder nach Uganda. Dann sitze ich in Gedanken am Viktoriasee, brause auf dem Motorradtaxi durch Kampala und trinke mit meinen Freundinnen und Freunden aus dem Süden „African Tea“.

Autor: Annika  |  Rubrik: studium  |  Apr 20, 2017
Autor: Annika
Rubrik: studium
Apr 20, 2017