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Praktikum im Studium

Schlaf wird überbewertet

Ich bin ein Nachtmensch. Ich liebe es, nachts wach zu sein. In den ersten Wochen der Semesterferien habe ich mehrmals bis 6 Uhr mit Freunden Skat gespielt, auf dem Dach gesessen und geredet oder bin durch die dunklen Straßen spazieren gegangen.
Leider beginnt die Schule um 8 Uhr – auch für mich als Praktikantin. Das heißt, ich fahre um 7.30 Uhr mit dem Fahrrad los, was wiederum heißt, dass mein Wecker jeden Morgen um 6.30 Uhr das erste Mal klingelt, damit ich genug Zeit habe, mich ganz gemütlich fertigzumachen.
Dieses frühe Aufstehen macht mir ehrlich gesagt ein bisschen zu schaffen – was vor allem daran liegt, dass ich trotzdem nicht früher ins Bett gehe. Einige meiner Freunde stecken gerade in der zweiten Klausurphase und stehen deswegen auch halbwegs früh auf, um sich zum Lernen zu treffen oder in die Bib zu gehen. Die übrigen tun dies allerdings nicht. Und so ist es mir schon ein paarmal passiert, dass ich überredet wurde, länger zu bleiben oder unter der Woche zu einer Party eingeladen war.
Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen selten mehr als sechs Stunden pro Nacht geschlafen. Für so einen kurzen Zeitraum – und natürlich auch dank der schlafreichen Wochenenden – geht das vollkommen klar, vor allem wenn man wie ich ab und zu ein Mittagsschläfchen einlegt.
Später im Job kann ich das aber nicht dauerhaft machen. Dass es zu einem Problem werden könnte, glaube ich allerdings nicht. Zum einen werden bis dann die meisten meiner Freunde vermutlich ebenfalls arbeiten – wodurch das Angebot an Aktivitäten, die mich unter der Woche bis nach Mitternacht wachhalten, merklich schrumpfen dürfte. Zum anderen glaube ich, dass ich bis dahin ein bisschen vernünftiger geworden bin und nicht mehr finde, dass es eine supertolle Idee ist, spontan nachts bei jemandem vorbeizufahren, wenn ich am nächsten Tag um 6.30 Uhr aufstehen muss.
Momentan bin ich mit der Situation aber sehr zufrieden. Wenig Schlaf bedeutet nämlich auch, dass man viel Zeit hat, Erfahrungen zu sammeln.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 3, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 3, 2017

Praktikum im Studium

Reflexion meines Praktikums an der Mittelschule

Alles in allem konnte ich in meinem pädagogisch-didaktischen Praktikum zahlreiche neue Erfahrungen für meine weitere Laufbahn sammeln. Ich lernte wieder tolle und einzigartige Schüler in einem mir zuvor unbekannten Schulsystem kennen, nämlich der Mittelschule. Die Lehrer gaben mir das Gefühl, willkommen zu sein, und unterstützten mich. Sie stellten mir ihre Materialien und ihre wertvollen Erfahrungen zur Verfügung.
Eine engere Bindung zu einer Klasse konnte ich allerdings leider nicht aufbauen, da ich ständig die Jahrgangsstufen wechselte. Deshalb fiel es mir schwer, mich im Unterricht einzubringen. Besonders in den höheren Klassen war ich wegen Stillarbeit oder Frontalunterricht oft nur Zuhörer. Es gab Unterrichtsstunden, da schien die Zeit endlos zu sein, es gab aber auch jene, die mir unheimlich Spaß machten. Ich durfte beispielsweise oft mit Problemschülern in einen anderen Raum, um ihnen gezielt zu helfen, und erfuhr einiges über die Hintergründe ihrer Schwierigkeiten. Was mir immer noch Kopfzerbrechen bereitet, ist die Einstellung der Schüler zur Schule: Völlig unmotiviert, schläfrig und desinteressiert geht ein Großteil in die bildende Einrichtung. Fehlende Hausaufgaben, unordentliche Hefteinträge und ein oft ziemlich unhöfliches Verhalten sind an der Tagesordnung. Ebenso war ich über das Sozialgeflecht in der Klasse schockiert: Mobbing, Streitereien und rüde Ausdrücke herrschen vor allem in den Regelklassen vor - das ist für mich keine Gemeinschaft. Wer zu welcher Gruppe und wo in der Rangordnung gehört sich für mich schnell heraus, obwohl ich ständig in einer anderen Klasse war. Als junger angehender Lehrer würde man in solchen Momenten gerne intervenieren – im Endeffekt ist dies aber wahrscheinlich meist vergeblich. Deshalb beneide ich keinen Mittelschullehrer, denn die Last, die auf ihnen liegt, ist gewaltig!
Letztlich kann ich mir den Beruf aber doch sehr gut für mich vorstellen. Ich erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen und fühle mich den Anforderungen gewachsen. Ich bin motiviert, mich in einer solchen Einrichtung voll und ganz einzubringen und den Schülern nicht nur schulisch zu helfen, sondern auch erzieherisch.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Apr 24, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Apr 24, 2017

Praktikum im Studium

Anschlag in London

Der Anschlag auf der Westminsterbrücke in London geschah an einem Mittwoch während meines Praktikums beim Schulpsychologen. Zufällig waren gerade drei Schulklassen im Schüleraustausch dort, für die das Schulamt zuständig ist, bei dem ich derzeit arbeite. Und genau in dem Augenblick, in dem der Anschlag passierte, waren die 60 deutschen Schülerinnen und Schüler an der Westminsterbrücke verabredet. So haben einige von ihnen die Schüsse gehört, mit denen der Täter erschossen wurde, sowie Verletzte und die in Panik wegrennenden Menschen gesehen. Glücklicherweise ist keinem von ihnen etwas passiert, aber viele waren sehr erschrocken und verstört.
Aus psychologischer Sicht weiß ich, dass so ein Erlebnis Menschen traumatisieren kann und verschiedene Traumafolgestörungen entstehen können. Durch einen professionellen Umgang mit traumatischen Ereignissen kann man jedoch vieles verhindern. Also haben wir in der Schulpsychologie sofort eine Krisenintervention geplant. Zunächst mussten wir die Schulleiterin der Schule unterstützen, die nun von aufgeregten Eltern etliche Anrufe bekam. Am Donnerstag wurde auf die Schnelle ein Elternabend einberufen, um die Eltern zu beruhigen und ihnen professionellen Rat zu geben, wie sie sich ihren Kindern gegenüber am besten verhalten. Am Freitag um 5.30 Uhr waren wir an der betreffenden Schule und empfingen zusammen mit den Eltern die Schülerinnen und Schüler in der Mensa, die mit dem Bus zurückkamen. Wir boten Gespräche an, vor allem für die Kinder, die mehr gesehen hatten oder stärkere Reaktionen zeigten als andere. Manche Kinder waren sehr gefasst, andere haben gezittert oder geweint. Es wurde eine Notfalltelefonnummer der Schulpsychologie für das Wochenende eingerichtet, um Eltern und Kindern die Möglichkeit zu geben, sich Rat zu holen, sollten sich zum Beispiel Traumasymptome zeigen.
Am Montag waren wir wieder vor Ort um ein Kriseninterventionsprogramm durchzuführen. Dabei wird das Traumaereignis in einen zeitlichen Kontext eingebettet, indem man mit kleinen Gruppen bespricht, was davor und was danach geschah. Dies kann helfen, einer posttraumatischen Belastungsstörung vorzubeugen.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  Apr 21, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
Apr 21, 2017