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Praktikum im Studium

Inklusionsfrage

In meiner Grundschulzeit machte ich bereits erste Erfahrungen mit Inklusion. Ich war auf einer Gemeinschaftsgrundschule, das heißt, an meiner Schule waren zwei Kinder mit Behinderung, die mit uns lernten und in einigen Stunden mit einer anderen Lehrerin im Nebenraum arbeiteten. Auf dem Gymnasium nahm in der 8. Klasse ein Junge mit starkem Autismus an unseren Englischstunden teil, da er eine Begabung für diese Sprache hatte. Und ein Mädchen von einem anderen Gymnasium in meiner Heimatstadt saß im Rollstuhl – kein Hindernis für den Regelschulbesuch. Diese Erfahrungen haben meine Berührungsängste ausgeräumt. Ich finde es wichtig, vor allem Kindern zu zeigen, dass Behinderungen existieren und jeder Mensch zwar anders, aber nicht weniger wert ist.
Während meines Praktikums habe ich allerdings auch mitbekommen, welche Herausforderungen die Inklusion mit sich bringt. Seit diesem Schuljahr gibt es am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zwei 5. Klassen, in denen Kinder mit besonderem Förderbedarf lernen. Ihnen stehen Sonderpädagogen und Betreuer zur Seite. Aber wenn diese ausfallen, müssen stattdessen die Lehrer auf ihre Bedürfnisse eingehen, was meiner Meinung nach schwierig ist. Ich kann mit meinem derzeitigen Ausbildungsstand bei einem Gymnasiumskind recht schnell erkennen, wo dessen Probleme liegen, wenn es etwas in Mathe nicht versteht, und meine Hilfestellung daran anpassen. Als ich nun mit einem Förderkind zusammenarbeitete, hatte ich absolut keine Ahnung: Versteht sie die Aufgabenstellung sprachlich nicht? Oder weiß sie nicht, wie sie an die Aufgabe herangehen soll?
Eine meiner besten Freundinnen studiert Sonderschullehramt. Wenn ich ihre Hausarbeiten Korrektur lese, bin ich jedes Mal fasziniert davon, was alles bedacht werden muss und wie intensiv man sich mit einem Förderkind auseinandersetzt. Dass Sonderpädagogik ein eigener Studiengang ist, der sich sehr vom Lehramt für Gymnasium und Gesamtschule unterscheidet, ist für mich daher absolut nachvollziehbar. Wie soll also ich später auf Kinder eingehen, die eine Förderung brauchen, für die ich gar nicht ausgebildet bin? Und reicht eine Fortbildung aus, um diese Ausbildung in ausreichendem Maß nachzuholen?
Ich halte das Schaffen von Begegnungsräumen für wichtig, beispielsweise gemeinsame Schulhöfe, Kooperationen, Projekte und auch die Option, dass Förderschüler teilweise am Regelschulunterricht teilnehmen können. Aber ich bin noch unsicher, wie ich mit inklusivem Unterricht zurechtkommen werde, wenn ich den Schuldienst antrete.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 10, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 10, 2017

Praktikum im Studium

Praktikum im Theater

Seit nun schon zwei Wochen leiste ich mein Praktikum am Prager Theater Pod Palmovkou. Das Pod Palmovkou gehört zu einem der ältesten Schauspielhäuser Prags. Es gibt zwei Bühnen: Der große Saal bietet Platz für 280 Personen und das Studio PalmOFF, das sich direkt unter dem Dach befindet, für 80. In Letzterem werden eher die Inszenierungen für ein junges Publikum gezeigt, mit Titeln wie „Das Schweigen der Hamster“ oder „Mickey Mouse ist tot“.
Und was mache ich im Theater? Weniger als gedacht. Meine Aufgabe besteht darin, die Beschreibungen der einzelnen Stücke ins Deutsche zu übersetzen. Das ist manchmal gar nicht so einfach und es waren hart zu knackende Übersetzernüsse dabei. Darüber hinaus untertitele ich einige Videos zu den Inszenierungen. Außerdem habe ich eine Datenbank mit deutschen Theaterfestivals erstellt. Dafür bin ich auch eigentlich hier: Das Theater will bei Theaterfestivals im Nachbarland gastieren und ich helfe bei den Bewerbungen.
Um einen Überblick zu bekommen, worüber ich schreibe, muss ich mir auch alle Vorstellungen ansehen – natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Gleich am ersten Abend hatte ich allerdings einen kleinen Kulturschock: Ich kam in meiner ganz normalen, legeren Tageskleidung, mit der ich auch in Deutschland ins Theater gehen würde. Doch um mich herum sah ich nur Scharen von 15-jährigen Kerlen in schlecht sitzenden Anzügen. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt, ein wenig underdressed zu sein, denn ein Anzug hat eben nicht mehr in meinen Koffer gepasst.
Obwohl ich in meinem Praktikum nicht so viel zu tun habe wie erhofft, ist es super, in Prag zu sein und Tschechisch zu hören und zu sprechen – täglich erweitert sich mein Wortschatz.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  May 4, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
May 4, 2017

Praktikum im Studium

Schlaf wird überbewertet

Ich bin ein Nachtmensch. Ich liebe es, nachts wach zu sein. In den ersten Wochen der Semesterferien habe ich mehrmals bis 6 Uhr mit Freunden Skat gespielt, auf dem Dach gesessen und geredet oder bin durch die dunklen Straßen spazieren gegangen.
Leider beginnt die Schule um 8 Uhr – auch für mich als Praktikantin. Das heißt, ich fahre um 7.30 Uhr mit dem Fahrrad los, was wiederum heißt, dass mein Wecker jeden Morgen um 6.30 Uhr das erste Mal klingelt, damit ich genug Zeit habe, mich ganz gemütlich fertigzumachen.
Dieses frühe Aufstehen macht mir ehrlich gesagt ein bisschen zu schaffen – was vor allem daran liegt, dass ich trotzdem nicht früher ins Bett gehe. Einige meiner Freunde stecken gerade in der zweiten Klausurphase und stehen deswegen auch halbwegs früh auf, um sich zum Lernen zu treffen oder in die Bib zu gehen. Die übrigen tun dies allerdings nicht. Und so ist es mir schon ein paarmal passiert, dass ich überredet wurde, länger zu bleiben oder unter der Woche zu einer Party eingeladen war.
Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen selten mehr als sechs Stunden pro Nacht geschlafen. Für so einen kurzen Zeitraum – und natürlich auch dank der schlafreichen Wochenenden – geht das vollkommen klar, vor allem wenn man wie ich ab und zu ein Mittagsschläfchen einlegt.
Später im Job kann ich das aber nicht dauerhaft machen. Dass es zu einem Problem werden könnte, glaube ich allerdings nicht. Zum einen werden bis dann die meisten meiner Freunde vermutlich ebenfalls arbeiten – wodurch das Angebot an Aktivitäten, die mich unter der Woche bis nach Mitternacht wachhalten, merklich schrumpfen dürfte. Zum anderen glaube ich, dass ich bis dahin ein bisschen vernünftiger geworden bin und nicht mehr finde, dass es eine supertolle Idee ist, spontan nachts bei jemandem vorbeizufahren, wenn ich am nächsten Tag um 6.30 Uhr aufstehen muss.
Momentan bin ich mit der Situation aber sehr zufrieden. Wenig Schlaf bedeutet nämlich auch, dass man viel Zeit hat, Erfahrungen zu sammeln.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 3, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 3, 2017