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Praktikum im Studium

Praktikum in der Jugendpsychiatrie

Seit drei Wochen bin ich nun in meinem zweiten Praktikum und zwar auf der geschlossenen Station der Jugendpsychiatrie. Meine Hauptaufgabe ist die Diagnostik. Das heißt, ich führe verschiedene Tests mit den Jugendlichen durch, die neu auf die Station kommen. Auf Basis dieser Tests wird die Diagnose gestellt und der weitere Behandlungsverlauf festgelegt. Dabei geht es um Leistungsdiagnostik, also den IQ-Wert, aber auch um psychotische Symptome, Essstörungen, Depressionen, Ängste, Suizidalität und andere psychische Störungen.
Mir gefällt an meinem Praktikum, dass ich meine Tage weitestgehend selbst gestalten kann. Es gibt viel Programm, das in einer solch großen Klinik minutiös durchgeplant ist, aber auch zwischendurch Pausen, in denen ich entweder Diagnostik mit den Jugendlichen mache oder im Anschluss daran die Auswertung und den Befundbericht vorbereite. Außerdem kann ich mit in die Ergo-, Pferde-, oder Sporttherapie gehen oder mich einfach zu den Jugendlichen in den Gemeinschaftsraum setzen und mit ihnen Uno spielen.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Abläufe in der Klinik relativ starr sind. Wahrscheinlich muss alles so genau geplant sein und für jeden möglichen Fall ein Leitfaden zur Vorgehensweise vorhanden sein, damit eine solch große Institution überhaupt funktioniert. Aber mir macht es mehr Spaß, individueller zu arbeiten. Zum Beispiel würde ich gerne selbst entscheiden können, wie viel Zeit ich einer Patientin oder einem Patienten widme. Oder auch, welches Vorgehen ich wähle. In der Klinik ist alles bis ins kleinste Detail strukturiert und vorgegeben. Ein Beispiel: Eine Patientin, die an der Essstörung Anorexie leidet, nimmt in einer Woche nur 200 Gramm zu, obwohl das Therapieziel höher lag. Daraus folgt, dass der Essensplan erhöht und ihre Ausgänge gestrichen oder zumindest gekürzt werden. Nimmt die Patientin aber zu, darf sie länger in den Ausgang oder bekommt andere Belohnungen. Dieses Vorgehen scheint mir zu mechanisch und nicht individualisiert, dabei ist doch jeder Mensch anders und hat andere Bedürfnisse.

Autor: Franca  |  Rubrik: studium  |  May 16, 2017
Autor: Franca
Rubrik: studium
May 16, 2017

Praktikum im Studium

Inklusionsfrage

In meiner Grundschulzeit machte ich bereits erste Erfahrungen mit Inklusion. Ich war auf einer Gemeinschaftsgrundschule, das heißt, an meiner Schule waren zwei Kinder mit Behinderung, die mit uns lernten und in einigen Stunden mit einer anderen Lehrerin im Nebenraum arbeiteten. Auf dem Gymnasium nahm in der 8. Klasse ein Junge mit starkem Autismus an unseren Englischstunden teil, da er eine Begabung für diese Sprache hatte. Und ein Mädchen von einem anderen Gymnasium in meiner Heimatstadt saß im Rollstuhl – kein Hindernis für den Regelschulbesuch. Diese Erfahrungen haben meine Berührungsängste ausgeräumt. Ich finde es wichtig, vor allem Kindern zu zeigen, dass Behinderungen existieren und jeder Mensch zwar anders, aber nicht weniger wert ist.
Während meines Praktikums habe ich allerdings auch mitbekommen, welche Herausforderungen die Inklusion mit sich bringt. Seit diesem Schuljahr gibt es am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium zwei 5. Klassen, in denen Kinder mit besonderem Förderbedarf lernen. Ihnen stehen Sonderpädagogen und Betreuer zur Seite. Aber wenn diese ausfallen, müssen stattdessen die Lehrer auf ihre Bedürfnisse eingehen, was meiner Meinung nach schwierig ist. Ich kann mit meinem derzeitigen Ausbildungsstand bei einem Gymnasiumskind recht schnell erkennen, wo dessen Probleme liegen, wenn es etwas in Mathe nicht versteht, und meine Hilfestellung daran anpassen. Als ich nun mit einem Förderkind zusammenarbeitete, hatte ich absolut keine Ahnung: Versteht sie die Aufgabenstellung sprachlich nicht? Oder weiß sie nicht, wie sie an die Aufgabe herangehen soll?
Eine meiner besten Freundinnen studiert Sonderschullehramt. Wenn ich ihre Hausarbeiten Korrektur lese, bin ich jedes Mal fasziniert davon, was alles bedacht werden muss und wie intensiv man sich mit einem Förderkind auseinandersetzt. Dass Sonderpädagogik ein eigener Studiengang ist, der sich sehr vom Lehramt für Gymnasium und Gesamtschule unterscheidet, ist für mich daher absolut nachvollziehbar. Wie soll also ich später auf Kinder eingehen, die eine Förderung brauchen, für die ich gar nicht ausgebildet bin? Und reicht eine Fortbildung aus, um diese Ausbildung in ausreichendem Maß nachzuholen?
Ich halte das Schaffen von Begegnungsräumen für wichtig, beispielsweise gemeinsame Schulhöfe, Kooperationen, Projekte und auch die Option, dass Förderschüler teilweise am Regelschulunterricht teilnehmen können. Aber ich bin noch unsicher, wie ich mit inklusivem Unterricht zurechtkommen werde, wenn ich den Schuldienst antrete.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 10, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 10, 2017

Praktikum im Studium

Praktikum im Theater

Seit nun schon zwei Wochen leiste ich mein Praktikum am Prager Theater Pod Palmovkou. Das Pod Palmovkou gehört zu einem der ältesten Schauspielhäuser Prags. Es gibt zwei Bühnen: Der große Saal bietet Platz für 280 Personen und das Studio PalmOFF, das sich direkt unter dem Dach befindet, für 80. In Letzterem werden eher die Inszenierungen für ein junges Publikum gezeigt, mit Titeln wie „Das Schweigen der Hamster“ oder „Mickey Mouse ist tot“.
Und was mache ich im Theater? Weniger als gedacht. Meine Aufgabe besteht darin, die Beschreibungen der einzelnen Stücke ins Deutsche zu übersetzen. Das ist manchmal gar nicht so einfach und es waren hart zu knackende Übersetzernüsse dabei. Darüber hinaus untertitele ich einige Videos zu den Inszenierungen. Außerdem habe ich eine Datenbank mit deutschen Theaterfestivals erstellt. Dafür bin ich auch eigentlich hier: Das Theater will bei Theaterfestivals im Nachbarland gastieren und ich helfe bei den Bewerbungen.
Um einen Überblick zu bekommen, worüber ich schreibe, muss ich mir auch alle Vorstellungen ansehen – natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Gleich am ersten Abend hatte ich allerdings einen kleinen Kulturschock: Ich kam in meiner ganz normalen, legeren Tageskleidung, mit der ich auch in Deutschland ins Theater gehen würde. Doch um mich herum sah ich nur Scharen von 15-jährigen Kerlen in schlecht sitzenden Anzügen. Mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt, ein wenig underdressed zu sein, denn ein Anzug hat eben nicht mehr in meinen Koffer gepasst.
Obwohl ich in meinem Praktikum nicht so viel zu tun habe wie erhofft, ist es super, in Prag zu sein und Tschechisch zu hören und zu sprechen – täglich erweitert sich mein Wortschatz.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: studium  |  May 4, 2017
Autor: Ferdinand
Rubrik: studium
May 4, 2017