interaktiv

Praktikum im Studium

Praktikum in der Jugendpsychiatrie

Autor:
Franca

Rubrik:
studium

16.05.2017

Seit drei Wochen bin ich nun in meinem zweiten Praktikum und zwar auf der geschlossenen Station der Jugendpsychiatrie. Meine Hauptaufgabe ist die Diagnostik. Das heißt, ich führe verschiedene Tests mit den Jugendlichen durch, die neu auf die Station kommen. Auf Basis dieser Tests wird die Diagnose gestellt und der weitere Behandlungsverlauf festgelegt. Dabei geht es um Leistungsdiagnostik, also den IQ-Wert, aber auch um psychotische Symptome, Essstörungen, Depressionen, Ängste, Suizidalität und andere psychische Störungen.
Mir gefällt an meinem Praktikum, dass ich meine Tage weitestgehend selbst gestalten kann. Es gibt viel Programm, das in einer solch großen Klinik minutiös durchgeplant ist, aber auch zwischendurch Pausen, in denen ich entweder Diagnostik mit den Jugendlichen mache oder im Anschluss daran die Auswertung und den Befundbericht vorbereite. Außerdem kann ich mit in die Ergo-, Pferde-, oder Sporttherapie gehen oder mich einfach zu den Jugendlichen in den Gemeinschaftsraum setzen und mit ihnen Uno spielen.
Ein bisschen schade finde ich, dass die Abläufe in der Klinik relativ starr sind. Wahrscheinlich muss alles so genau geplant sein und für jeden möglichen Fall ein Leitfaden zur Vorgehensweise vorhanden sein, damit eine solch große Institution überhaupt funktioniert. Aber mir macht es mehr Spaß, individueller zu arbeiten. Zum Beispiel würde ich gerne selbst entscheiden können, wie viel Zeit ich einer Patientin oder einem Patienten widme. Oder auch, welches Vorgehen ich wähle. In der Klinik ist alles bis ins kleinste Detail strukturiert und vorgegeben. Ein Beispiel: Eine Patientin, die an der Essstörung Anorexie leidet, nimmt in einer Woche nur 200 Gramm zu, obwohl das Therapieziel höher lag. Daraus folgt, dass der Essensplan erhöht und ihre Ausgänge gestrichen oder zumindest gekürzt werden. Nimmt die Patientin aber zu, darf sie länger in den Ausgang oder bekommt andere Belohnungen. Dieses Vorgehen scheint mir zu mechanisch und nicht individualisiert, dabei ist doch jeder Mensch anders und hat andere Bedürfnisse.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.