interaktiv

Praktikum im Studium

Angemessener Abschied

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

17.05.2017

Vier Wochen zu wenig Schlaf, vier Wochen kein Urlaub, vier Wochen die wenigen Freunde, die noch in Bonn sind, nur sporadisch sehen, vier Wochen Stress. Und trotzdem bin ich unglaublich traurig, dass mein Praktikum an der Schule jetzt vorbei ist. Ich habe so viel gelernt, durfte 16 (!) Unterrichtsstunden ganz oder teilweise selbst halten, habe mich mit Schülern und Lehrern ausgetauscht, ein paar Ideen gesammelt, was ich später selbst wie umsetzen möchte, und vor allem: Ich bin nun absolut sicher, dass ich Lehrerin werden möchte.
Die Zeit am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium hat mir sehr viel gebracht und den meisten Lehrern, mit denen ich zu tun hatte, bin ich sehr dankbar, wie viel ich durch sie mitnehmen konnte. Dass ich mich irgendwie dafür revanchieren möchte, stand für mich fest. Bei meinem Eignungspraktikum vor zwei Jahren hatte ich mich am letzten Tag sehr unwohl gefühlt, weil die andere Praktikantin fürs Kollegium eine Packung Pralinen dabei hatte, und ich nichts. Damit das nicht noch einmal passiert, hatte ich in der letzten Woche dieses Praktikums mit den anderen Praktikantinnen besprochen, dass jeder irgendeine Kleinigkeit zum Essen mitbringen würde.
Am Freitag standen dann auf dem Tisch vor dem Lehrerzimmer zwei Teller: Von mir ein Kuchen, außerdem Windbeutel von einer anderen Praktikantin. Auf Nachfrage bei den anderen, ob sie es vergessen hätten, kam zum Teil keine Antwort und zum Teil ein „Nö, wofür sollen wir uns bedanken, das ist doch deren Job!“. Ich mache niemandem einen Vorwurf, wenn er keine Zeit oder kein Geld hat, etwas zu besorgen. Aber dann die Betreuung der Lehrer herunterzureden, finde ich respektlos. Dass wir hospitieren durften, halte ich noch für halbwegs selbstverständlich. Aber dass sich die Lehrer auch Zeit genommen haben, mit mir Stunden zu planen, sich Notizen zu machen, um mir ausführliches Feedback zu meinen Stunden zu geben, und auch abgesehen davon immer hilfsbereit waren, ist sicher nicht die Regel.
Als Lehrer bekommt man selten die Anerkennung, die man in seinem Job verdient, und ich persönlich bin sehr froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, mich richtig zu bedanken.

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