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Praktikum im Studium

Klischees der Mittelschule

In meinem Praktikum an einer Mittelschule wurde ich von außen immer wieder mit Klischees über Mittelschüler konfrontiert. Deshalb fragte ich mich, wie kann ich diesen als Lehrerin entgegenwirken?
Leider machen es uns die Medien nicht einfach, die positiven Aspekte der Mittelschule herauszustellen. Das Nachmittagsprogramm im Fernsehen trieft vor Stereotypen, die aggressiv sind oder als dumm abgestempelt werden.
Dabei können Klischees so viel Schaden anrichten. Begriffe wie „Restschule“ oder „perspektivlos“ lassen die Schüler nicht nur schlecht dastehen, sondern verletzen diese auch psychisch.
Als angehende Lehrerin möchte ich daher dafür einstehen, die positiven Seiten eines Schülers herauszustellen, statt nur seine negativen zu bewerten. In meinem Praktikum gab es beispielsweise einen Schüler, der schon zwei Wochen im Jugendgefängnis verbringen musste. Er hatte zahlreiche Verweise und war kurz davor, vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Dennoch bot er mir als Praktikantin einen Stuhl an und war sehr freundlich zu mir, als ich mit ihm in Mathe die Gleichungen übte. Das zeigt doch: In jedem steckt Potenzial.
Umso wichtiger war es mir, mir selbst ein Bild der Mittelschule zu machen. Das wäre meiner Ansicht nach auch für Kinder und Jugendliche wichtig. So könnte es zum Beispiel helfen, Programme mit anderen Schulen zu starten, um die Entfremdung der Schularten zu stoppen und den Schülern die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens zu geben.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jul 3, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Jul 3, 2017

Praktikum im Studium

Schubert in der Förderschule

Heute war eine Schulaufführung in der Waldorfschule für geistig behinderte Kinder, in der wir unser Kulturarbeit-Projekt umsetzen wollen. Alle Klassen (von der 1. Klasse bis zur Werkstufe) haben präsentiert, was sie im Musik- und Eurhythmieunterricht zuletzt gelernt haben. Es gab also viele Gesangs- und Tanzdarbietungen. „Unsere“ Klasse hat auch etwas aufgeführt und ich glaube, es war gut für sie, dass wir sie auch dabei begleiten und unterstützen konnten. Den Zusammenhalt hat das sicherlich noch einmal gestärkt.
Besonders beeindruckt war ich aber von der Werkstufe, beziehungsweise von ihrem Lehrer. Er hatte mit ihnen die Komposition zum „Erlkönig“ von Franz Schubert einstudiert. Es gab eine Klavierbegleitung und die Schülerinnen und Schüler haben als Chor gesungen. Was mir daran gefallen hat, waren zwei Dinge: Erstens hat die Stufe das sehr gut gemacht und es war eine hochwertige Aufführung. Zweitens aber fand ich es toll, dass der Lehrer überhaupt ein solches Stück ausgewählt hatte. Denn es ist doch schade, wenn geistig behinderten Jugendlichen nur Kinderlieder zugetraut werden – warum sollten sie nicht auch anspruchsvolle klassische Musik singen können? Wenn sie es können – und das konnten sie – und Spaß daran haben – davon gehe ich nach der Darbietung auch stark aus –, spricht doch nichts dagegen. Ich fand das ein sehr schönes und inspirierendes Beispiel dafür, dass Förderschulen nicht einfach nur Beschäftigungsmaßnahmen und Bespaßungstherapie darstellen, sondern hier genauso etwas Großes erreicht werden kann wie an anderen Schularten. Besonders für unser Bilderbuch-Projekt wird das eine gute Motivation sein.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 13, 2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 13, 2017

Praktikum im Studium

Angemessener Abschied

Vier Wochen zu wenig Schlaf, vier Wochen kein Urlaub, vier Wochen die wenigen Freunde, die noch in Bonn sind, nur sporadisch sehen, vier Wochen Stress. Und trotzdem bin ich unglaublich traurig, dass mein Praktikum an der Schule jetzt vorbei ist. Ich habe so viel gelernt, durfte 16 (!) Unterrichtsstunden ganz oder teilweise selbst halten, habe mich mit Schülern und Lehrern ausgetauscht, ein paar Ideen gesammelt, was ich später selbst wie umsetzen möchte, und vor allem: Ich bin nun absolut sicher, dass ich Lehrerin werden möchte.
Die Zeit am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium hat mir sehr viel gebracht und den meisten Lehrern, mit denen ich zu tun hatte, bin ich sehr dankbar, wie viel ich durch sie mitnehmen konnte. Dass ich mich irgendwie dafür revanchieren möchte, stand für mich fest. Bei meinem Eignungspraktikum vor zwei Jahren hatte ich mich am letzten Tag sehr unwohl gefühlt, weil die andere Praktikantin fürs Kollegium eine Packung Pralinen dabei hatte, und ich nichts. Damit das nicht noch einmal passiert, hatte ich in der letzten Woche dieses Praktikums mit den anderen Praktikantinnen besprochen, dass jeder irgendeine Kleinigkeit zum Essen mitbringen würde.
Am Freitag standen dann auf dem Tisch vor dem Lehrerzimmer zwei Teller: Von mir ein Kuchen, außerdem Windbeutel von einer anderen Praktikantin. Auf Nachfrage bei den anderen, ob sie es vergessen hätten, kam zum Teil keine Antwort und zum Teil ein „Nö, wofür sollen wir uns bedanken, das ist doch deren Job!“. Ich mache niemandem einen Vorwurf, wenn er keine Zeit oder kein Geld hat, etwas zu besorgen. Aber dann die Betreuung der Lehrer herunterzureden, finde ich respektlos. Dass wir hospitieren durften, halte ich noch für halbwegs selbstverständlich. Aber dass sich die Lehrer auch Zeit genommen haben, mit mir Stunden zu planen, sich Notizen zu machen, um mir ausführliches Feedback zu meinen Stunden zu geben, und auch abgesehen davon immer hilfsbereit waren, ist sicher nicht die Regel.
Als Lehrer bekommt man selten die Anerkennung, die man in seinem Job verdient, und ich persönlich bin sehr froh, dass ich mir die Zeit genommen habe, mich richtig zu bedanken.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  May 17, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
May 17, 2017