interaktiv

Praktikum im Studium (Studium)

Mein Alltag im PSZ

Autor:
Franca

Rubrik:
orientieren

06.09.2017

Die Hälfte meiner Praktikumszeit im Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete ist schon vorbei. In meiner Arbeitszeit mache ich teilweise Praktikantinnenaufgaben: Ich übernehme Recherchearbeit, kopiere Fragebögen und erstelle oder begleite und unterstütze bei Tagungen und Schulungen, die das PSZ anbietet. In der restlichen Zeit sitze ich als Beobachterin bei den Clearing-Gesprächen dabei, in denen systematisch verschiedene Eckdaten abgefragt werden, um die besondere Schutzbedürftigkeit einzuschätzen. Dabei geht es unter anderem um Biografisches - um die Hintergründe, warum die Person aus ihrem Land geflohen ist, um ihre aktuelle Situation in Deutschland und um die psychische Verfassung der Person.
Außerdem gehe ich mit in die Gruppenangebote, in denen ich mich auch aktiv beteiligen kann. Zum Beispiel gibt es Entspannungs-/Bewegungsgruppen, jeweils getrennt für Männer und Frauen. Dann gibt es jeweils arabische, persische und russische Männer- und Frauengruppen, in denen es teilweise um Alltagsbewältigung oder aufenthaltsrechtliche Aspekte geht oder einfach nur um den Austausch mit anderen Menschen. Zuletzt war ich in der persischen Männergruppe dabei als es um Ernährung ging. Es kamen leider nur drei Männer, also waren wir mit der Sozialpädagogin, der Dolmetscherin und insgesamt sechs Personen. Alle hatten eine Kleinigkeit zu essen dabei, wir haben das Essen geteilt, über die Zubereitung und über Essenskultur in verschiedenen Ländern gesprochen und uns über gesunde Ernährung informiert.
Ein paar Mal habe ich auch sozialpädagogische Aufgaben übernommen. Ich suche zum Beispiel aktuell für eine afghanische Familie eine Wohnung, die den Kriterien des Sozialamts entspricht. Einen anderen Mann habe ich zum Jobcenter begleitet, um zu bewirken, dass die Geldkürzungen, die ihn und seine drei Kinder an die Grenze des Existenzminimums gebracht haben, rückgängig gemacht werden. Ich konnte mich mit ihm zwar nicht unterhalten, da wir keine gemeinsame Sprache sprechen, jedoch denke ich, war es trotzdem gut für ihn, nicht ganz alleine dorthin zu müssen.

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