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Praktikum im Studium (Studium)

Mein Alltag im PSZ

Die Hälfte meiner Praktikumszeit im Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete ist schon vorbei. In meiner Arbeitszeit mache ich teilweise Praktikantinnenaufgaben: Ich übernehme Recherchearbeit, kopiere Fragebögen und erstelle oder begleite und unterstütze bei Tagungen und Schulungen, die das PSZ anbietet. In der restlichen Zeit sitze ich als Beobachterin bei den Clearing-Gesprächen dabei, in denen systematisch verschiedene Eckdaten abgefragt werden, um die besondere Schutzbedürftigkeit einzuschätzen. Dabei geht es unter anderem um Biografisches - um die Hintergründe, warum die Person aus ihrem Land geflohen ist, um ihre aktuelle Situation in Deutschland und um die psychische Verfassung der Person.
Außerdem gehe ich mit in die Gruppenangebote, in denen ich mich auch aktiv beteiligen kann. Zum Beispiel gibt es Entspannungs-/Bewegungsgruppen, jeweils getrennt für Männer und Frauen. Dann gibt es jeweils arabische, persische und russische Männer- und Frauengruppen, in denen es teilweise um Alltagsbewältigung oder aufenthaltsrechtliche Aspekte geht oder einfach nur um den Austausch mit anderen Menschen. Zuletzt war ich in der persischen Männergruppe dabei als es um Ernährung ging. Es kamen leider nur drei Männer, also waren wir mit der Sozialpädagogin, der Dolmetscherin und insgesamt sechs Personen. Alle hatten eine Kleinigkeit zu essen dabei, wir haben das Essen geteilt, über die Zubereitung und über Essenskultur in verschiedenen Ländern gesprochen und uns über gesunde Ernährung informiert.
Ein paar Mal habe ich auch sozialpädagogische Aufgaben übernommen. Ich suche zum Beispiel aktuell für eine afghanische Familie eine Wohnung, die den Kriterien des Sozialamts entspricht. Einen anderen Mann habe ich zum Jobcenter begleitet, um zu bewirken, dass die Geldkürzungen, die ihn und seine drei Kinder an die Grenze des Existenzminimums gebracht haben, rückgängig gemacht werden. Ich konnte mich mit ihm zwar nicht unterhalten, da wir keine gemeinsame Sprache sprechen, jedoch denke ich, war es trotzdem gut für ihn, nicht ganz alleine dorthin zu müssen.

Autor: Franca  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 6, 2017
Autor: Franca
Rubrik: orientieren
Sep 6, 2017

Praktikum im Studium

Psychosoziales Zentrum

Mein aktuelles Praktikum mache ich in einem sogenannten Psychosozialen Zentrum (PSZ) für Geflüchtete. Solche Zentren bieten zum Beispiel Migrationsberatung, psychosoziale Beratung oder auch Trauma-Behandlung an. Die Gespräche finden alle in Zusammenarbeit mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern statt. Die häufigsten Sprachen sind dabei Arabisch, Persisch und Russisch. Beim Dolmetschen wird nach einem ganz bestimmten Leitfaden vorgegangen: Jedes gesprochene Wort soll übersetzt werden, damit jede Person auch alles versteht. Die Übersetzer sind wirklich nur zur Sprachvermittlung da, sollen ihre eigene Meinung nicht einbringen und keine Kommentare abgeben. Dies fällt manchmal ganz schön schwer, wie ich mitbekommen habe, da die Dolmetscherinnen und Dolmetscher oft aus demselben Land kommen wie die Klientinnen und Klienten und ähnliche Erfahrungen gemacht haben beziehungsweise diese gut nachvollziehen können.

Leider kann ich bei den meisten Gesprächen nicht dabei sein, da es oft um sehr sensible Themen geht. Da wäre es ungünstig, wenn sich mehr Leute als unbedingt nötig im Raum befänden. Ich kann jedoch an den sogenannten Clearing-Gesprächen teilnehmen, bei denen innerhalb von zwei Sitzungen festgestellt werden soll, ob eine Person „besonders schutzbedürftig“ ist, also schnell einen Behandlungsplatz bekommen sollte. Viele der Menschen haben traumatisierende Erfahrungen gemacht. In ihrem Heimatland, wo sie oft Krieg und Elend am eigenen Leib erfahren haben, auf der Flucht, auf der sie ihr Leben riskiert haben und dann auch manchmal bei der Ankunft in Deutschland, wo sie teilweise diskriminiert werden, unter sehr schwierigen Bedingungen untergebracht werden und keinen Anschluss, keine Familie und keine Beschäftigung haben. Die Menschen, die es so weit geschafft haben, sind aber auch sehr ausdauernd und robust und bringen Kräfte und Stärken mit, die hier niemand entwickeln musste.

Autor: Franca  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 22, 2017
Autor: Franca
Rubrik: orientieren
Aug 22, 2017

Praktikum im Studium

Flohmarkt als Rechenübung

Kurz vor den Sommerferien besuchte mich mein Dozent an meiner Praktikumsschule. Er wollte einen kleinen Einblick bekommen, inwieweit ich für den Beruf der Sonderschullehrerin tatsächlich geeignet bin. Ich bereitete eine Unterrichtsstunde für meine 2. Klasse am Förderzentrum vor.
Es sollte um das Thema Geld, speziell um eine Einkaufssituation gehen. Ich wählte als Szene einen Flohmarkt aus. Die Schüler erhielten Einkaufszettel, außerdem hatte ich kleine Geldbeutel gebastelt und mit echten Münzen befüllt. Die Unterrichtsstunde war differenziert aufgebaut: Die einen Schüler sollten mir für die Gegenstände auf ihrem Einkaufszettel das Geld passend geben, andere erhielten Rückgeld, das sie berechnen mussten. Vertieft habe ich das Ganze auf einem Arbeitsblatt. Hier waren auch diejenigen Gegenstände vom Flohmarkt abgebildet, die die Schüler einkaufen sollten. Sie mussten die Summe der Gegenstände berechnen, bei den Lernstärkeren war diese schon vorgegeben und sie mussten die Differenz bestimmen.
Alles in allem war ich sehr zufrieden mit meiner Unterrichtsstunde. Ich konnte die Schüler motivieren und aktiv beteiligen, was ihnen wahnsinnig Spaß machte. Allerdings war der Materialaufwand enorm. Eine Flohmarkttheke und individuelle Einkaufszettel sowie Geldbeutel anzufertigen, sprengte den Zeitrahmen, der für eine Unterrichtsstunde gedacht war. Ebenso muss ich ein vollständiges Portfolio – eine Ausarbeitung zu der Stunde – vorlegen. Dennoch merkte ich wieder, welche Begeisterung und welchen Elan die Vorbereitung in mir auslöste. Es machte richtig Spaß! Auch der Dozent wirkte zufrieden mit meiner Stunde.
Leider musste ich mich bereits von meiner Klasse verabschieden, da die Sommerferien gestartet sind und mein studienbegleitendes Praktikum damit sein Ende nahm.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Aug 9, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Aug 9, 2017