interaktiv

Praktikum im Studium

Workaholic?

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

02.10.2017

Erst einmal vorneweg: Mein Praktikum macht mir immer noch Spaß. Größtenteils sind es typische Praktikantenaufgaben, die ich erledige. Zum Beispiel habe ich vorige Woche mehrere hundert Briefe gefaltet und in Briefumschläge gepackt, 60 Plakate mit Flyern beklebt, auf denen die Vorführungszeiten standen, und Gemüse für die Verpflegung einer Band geschnippelt. Dennoch ist es schön zu sehen, dass das, was man tut, auch einen Effekt hat. Als ich am Freitag in der Kneipe gegenüber vom Haus der Springmaus zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war, konnte ich stolz erzählen, welche der Plakate in den Fenstern ich aufgehängt hatte, dass das Fensterbild am Büro von mir gemalt wurde und es gut ist, dass ich die Programmhefte draußen täglich auffülle, sonst wären die jetzt schon längst leer.
Was ich allerdings auch merke: Ich bin sehr geschafft. Meine Woche sieht momentan immer so aus, dass ich von 10 bis 18 Uhr Praktikum habe, dann kurz nach Hause fahre, etwas esse und mich dann nochmal für ein paar Stunden in die Mathe-Bib setze, um mich an meine Bachelorarbeit zu setzen. Am Wochenende bin ich ebenfalls tagsüber für mindestens fünf Stunden im Mathezentrum, um weiterzukommen.
Zeit für meine Freunde finde ich unter der Woche gar nicht. Denn nach acht Stunden Arbeit und drei Stunden Bib bin ich froh, wenn ich einfach nur ins Bett gehen und mich entspannen kann. Dafür versuche ich, mir am Wochenende zumindest die Abende für sie freizuhalten.
Was ich von diesem Praktikum auch mitnehme: Ein Nine-to-five-Job ist nichts für mich. Ich bin froh, als Lehrerin später vormittags feste Termine zu haben, die Arbeit am Nachmittag und Abend aber selbst planen zu können. Außerdem muss ich darauf achten, mich nicht zu überfordern. Da ich gerade mit der Bachelorarbeit gut vorankomme und optimistisch bin, rechtzeitig und zufriedenstellend fertig zu sein, bin ich momentan meist gut gelaunt und entspannt. Zwischendurch sah das aber auch anders aus. Vor ein paar Wochen noch hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Da war es noch wichtiger als jetzt, die Wochenenden zu nutzen, um mich zu erholen. Ich weiß, dass der Lehrerberuf stressig ist, und will nicht mit 30 dem Burn-Out erliegen. Darum ist es gut, dass ich jetzt schon probe, mich zeitlich zu managen.

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