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Praktikum im Studium

Das Wandern ist des Schülers „Lust“

An meiner Praktikumsschule fand ein Wandertag statt. Alle Schüler kamen mit Rucksäcken, bepackt mit Vesper und Getränken, in die Schule. In meiner pubertären 6. Klasse hielt sich die Begeisterung in Grenzen. „Wir würden lieber im Klassenzimmer sitzen und hätten Unterricht, als den ganzen Tag laufen zu müssen, meinte ein Schüler.

Ich dachte mir, dass Schüler heutzutage in Sachen Bewegung ganz schön unmotiviert sind. Sie sitzen meiner Ansicht nach in ihrer Freizeit viel zu oft vor dem Fernseher oder zocken auf ihrer PS4, statt sich draußen auszutoben und mit anderen zu spielen. Viele Schüler haben vertreiben sich sogar im Bus ihre Zeit mit Spielen, wo sich doch zu meiner Schulzeit der meiste Trubel und die meiste Unterhaltung eben dort abspielten. Am Wandertag haben meine Schüler nun ständig gedrängt, am Handy spielen zu dürfen, was untersagt war. Wir Lehrer verdrehten auf solche Fragen hin nur noch die Augen.

Dennoch gab es vereinzelt Schüler, die sich freuten, spazieren zu gehen und tatsächlich Interesse an Bäumen, Tieren und allgemein an der Natur zeigten. Ich hatte meine Becherlupe dabei, die immer gut bei den Kindern ankommt. Wir untersuchten damit Blätter, Insekten und eine Schnecke. Am Wandertag begleitete ich speziell einen Schüler. Er ist sehr verträumt und still. An diesem Tag lernte ich eine ganz neue Seite an ihm kennen. Er entpuppte sich als tierlieb und erzählte von seiner Familie, seinen Freunden und Spielsachen zuhause. Es war toll, so viel Neues über ihn zu erfahren, was ich im Unterricht nie hätte herausfinden können! Auch unser Klassenclown stellte sich beim Ausflug als hilfsbereit und verantwortungsvoll heraus. Selbst die, die er sonst im Unterricht ausgrenzt, behandelte er respektvoll und zuvorkommend. Ich traute meinen Augen nicht, als er jedem einen seiner Kekse anbot.

Als ich vom Wandertag erfuhr, war ich zunächst skeptisch, da meine Praktikumsklasse sehr anstrengend ist. Doch das, was ich am Freitag entdecken durfte, zeigte mir ein ganz neues Bild von dieser Klasse. Sie ließen mich auch spüren, dass ich ein Teil von ihnen geworden bin. Es war einmalig!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Oct 12, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Oct 12, 2017

Praktikum im Studium

Workaholic?

Erst einmal vorneweg: Mein Praktikum macht mir immer noch Spaß. Größtenteils sind es typische Praktikantenaufgaben, die ich erledige. Zum Beispiel habe ich vorige Woche mehrere hundert Briefe gefaltet und in Briefumschläge gepackt, 60 Plakate mit Flyern beklebt, auf denen die Vorführungszeiten standen, und Gemüse für die Verpflegung einer Band geschnippelt. Dennoch ist es schön zu sehen, dass das, was man tut, auch einen Effekt hat. Als ich am Freitag in der Kneipe gegenüber vom Haus der Springmaus zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war, konnte ich stolz erzählen, welche der Plakate in den Fenstern ich aufgehängt hatte, dass das Fensterbild am Büro von mir gemalt wurde und es gut ist, dass ich die Programmhefte draußen täglich auffülle, sonst wären die jetzt schon längst leer.
Was ich allerdings auch merke: Ich bin sehr geschafft. Meine Woche sieht momentan immer so aus, dass ich von 10 bis 18 Uhr Praktikum habe, dann kurz nach Hause fahre, etwas esse und mich dann nochmal für ein paar Stunden in die Mathe-Bib setze, um mich an meine Bachelorarbeit zu setzen. Am Wochenende bin ich ebenfalls tagsüber für mindestens fünf Stunden im Mathezentrum, um weiterzukommen.
Zeit für meine Freunde finde ich unter der Woche gar nicht. Denn nach acht Stunden Arbeit und drei Stunden Bib bin ich froh, wenn ich einfach nur ins Bett gehen und mich entspannen kann. Dafür versuche ich, mir am Wochenende zumindest die Abende für sie freizuhalten.
Was ich von diesem Praktikum auch mitnehme: Ein Nine-to-five-Job ist nichts für mich. Ich bin froh, als Lehrerin später vormittags feste Termine zu haben, die Arbeit am Nachmittag und Abend aber selbst planen zu können. Außerdem muss ich darauf achten, mich nicht zu überfordern. Da ich gerade mit der Bachelorarbeit gut vorankomme und optimistisch bin, rechtzeitig und zufriedenstellend fertig zu sein, bin ich momentan meist gut gelaunt und entspannt. Zwischendurch sah das aber auch anders aus. Vor ein paar Wochen noch hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Da war es noch wichtiger als jetzt, die Wochenenden zu nutzen, um mich zu erholen. Ich weiß, dass der Lehrerberuf stressig ist, und will nicht mit 30 dem Burn-Out erliegen. Darum ist es gut, dass ich jetzt schon probe, mich zeitlich zu managen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Oct 2, 2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
Oct 2, 2017

Praktikum im Studium

Herzlich willkommen!

Schrittreiche Wochen als Postbedienstete gingen nun zu Ende. Der krönende Abschluss meines Ferienjobs waren 97 Pakete, von denen allein 43 für eine Firma waren. Natürlich konnte ich so viel „Tetris“ spielen wie ich wollte, die zahlreichen Kartons wollten einfach nicht in meinen Postbus passen. Zwangsläufig stellte ich zuerst die Firmenpakete zu und daraufhin musste ich die restlichen beladen und ausliefern. Mein letzter Arbeitstag kostete mich wahnsinnig viel Zeit und Kraft. Glücklicherweise erhielt ich am nächsten Tag meine Lohnabrechnung für August, was die Anstrengung und den Muskelkater in meinen Oberarmen nur noch halb so wild erscheinen ließ.
Über die Hälfte meiner Semesterferien sind vorüber. Nun hat der schönere Teil bereits begonnen: mein Praktikum am Förderzentrum Bad Windsheim. Zwar muss ich täglich 45 Minuten zur Schule pendeln, aber dafür erhalte ich neue Eindrücke und mache Erfahrungen, die meinen Horizont erweitern.
Ich bin Teil der 6. Klasse, in der 15 Schülerinnen und Schüler mit Lernbeeinträchtigung, Verhaltensauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten sind. Das Tolle ist, dass ich mich auf Anhieb wohlgefühlt habe. Schon das Kollegium des großen Förderzentrums begrüßte mich ganz herzlich im Lehrerzimmer. Selbst die Direktorin war sehr interessiert an mir, trotz mangelnder Zeit und ständigem Stress. Auch mein zuständiger Lehrer bemüht sich sehr, mir wichtige Informationen und Tipps zu geben. Ganz besonders ist dieses Mal, dass eine Referendarin im ersten Jahr die Klasse teilweise betreut. Sie hatte auch an der Universität Würzburg studiert und erzählte mir sehr viel von ihrer Zeit als Studentin und ihren Herausforderungen als jetzige Referendarin.
Vier Wochen begleite ich die Klasse und hoffe, die Lehrer so gut unterstützen zu können wie möglich. Ich bin glücklicher denn je und sehr gespannt auf die kommende Zeit!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Sep 27, 2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
Sep 27, 2017