interaktiv

Praktikum im Studium

Ein weiterer Schritt

Autor:
Eva

Rubrik:
studium

19.10.2017

Vier Wochen an meiner Praktikumsschule sind vorbei! Traurig verlasse ich das Schulhaus und laufe über den Pausenhof. Auch wenn man „nur“ die Praktikantenrolle einnimmt, ist es immer wieder ein bewegender Moment, eine Klasse zu verlassen. So vieles geht mir bei meiner Heimfahrt durch den Kopf. Situationen, Gefühle, darunter auch Ängste. Es war ein Auf und Ab. Neben schweißtreibenden auch gelassene Momente, ernste, aber auch fröhliche Situationen. Mein Verbesserungsvorschlag an mich: Auf alle Fälle sollte ich mehr Selbstbewusstsein gewinnen, genau überlegen, wie ich als Lehrer auftreten sollte, wie ich mich am besten ausdrücke und mir Respekt verschaffe. Bei den Kleinen in der Grundschule war das bislang kein Problem, doch in der höheren Klasse merkte ich, dass ich noch Luft nach oben habe.
Genau deshalb müssen wir Sonderpädagogen zahlreiche Praktika absolvieren, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Wir werden uns unserer Fehler bewusst, reflektieren unser Verhalten und vergleichen uns mit anderen Lehrern. Unterrichtstechnisch muss ich zugeben, habe ich wenig Neues mitgenommen. Aufbau und Struktur sind mir klar. Doch wie gehe ich vor, wenn ein Schüler andere beschimpft und sich mir gegenüber respektlos verhält? Was tue ich, wenn er stur ist, nicht hört und selbst das Verstärken durch Belohnen und Bestrafen versagt? Wie verhalte ich mich bei extremen Familienbedingungen? Oder wie kann ich die Schüler in schweren Momenten unterstützen? Genau das habe ich in diesem Praktikum für mich gelernt- was kann/ muss ich tun, um das zu unterbinden! Am Förderzentrum lernte ich den Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern. Und trotzdem fühle ich mich unvorbereitet. Zu kurz sind diese vier Wochen und zu wenig informativ das Studium, um für solche Vorkommnisse vollkommen gewappnet zu sein.
Als ich dann wieder an mir zweifelte und mir nicht sicher mit meiner Berufswahl war, sah ich die Klasse vor mir. Ich übergab jedem eine Blume, auf der stand: „Schön, dass es dich gibt – du bist ein Geschenk!“ Und genau das ist das Tolle: Egal, wie schwierig ein Schüler ist, wie viele graue Haare er einem verpassen kann – ich kann immer eine geniale Eigenschaft an ihm entdecken, die ihn zu etwas Besonderem macht. Das Feedback der Schüler war großartig und nahm mir die Angst.

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